Notebook-Revival: Dell bringt das XPS zurück
Ein Jahr nach der Beerdigung des XPS und der Einführung eines vollständig neuen Namensschemas für alle Notebooks von Dell zieht das Unternehmen die Reißleine. Zur CES in Las Vegas kommt das XPS zurück: in 14 und 16 Zoll, im neuen Design, und mit Intel Panther Lake. Später soll ein noch kleineres und leichteres XPS 13 folgen.
Die neuen Namen waren ein Fehler
„Ihr hattet Recht.“ Kurz und ehrlich fiel die Einsicht von Jeff Clarke aus, als er Anfang Dezember in New York mit XPS-T-Shirt auf die Bühne trat, um den anwesenden Medien, Analysten und Partnern mitzuteilen, dass das letztjährige Rebranding von XPS zu (unter anderem) „Dell Premium“ ein Fehler war und Dell 2026 unter anderem das XPS zurückbringen wird. Clarke ist Chief Operating Officer bei Dell und seit über 38 Jahren im Unternehmen tätig. Wenn ein Mitarbeiter verstehen sollte, welchen Stellenwert „XPS“ im Konzern hat und dass man die etablierte Bezeichnung nicht so einfach hätte aufgeben sollen, dann ist es Clarke. Und verstanden haben es er und das gesamte Produktteam im Verlauf des letzten Jahres.
Revival in 14 und 16 Zoll, später auch 13 Zoll
Das XPS ist jetzt also zurück. Nicht nur das, es handelt sich auch um vollständig neue Notebooks, demnach nicht nur um eine Wiedereinführung der vorherigen Modelle. Zur CES 2026 legt Dell das XPS 14 und XPS 16 neu auf. Zurückkommen soll aber auch das fast schon legendäre XPS 13, als dünnstes und leichtestes XPS aller Zeiten. Dell will die Serie damit einem breiteren Publikum zugänglich machen, sprich etwas günstiger anbieten.
Qualcomm statt Intel im XPS 13?
Zur Vorschau in New York musste das neue XPS 13 noch hinter Glas stehen, durfte nicht fotografiert werden und ließ sich nicht ausprobieren. „Vor 90 Tagen hat das neue XPS 13 noch gar nicht existiert“, ließ Dell auf der Bühne verlauten. Die späte Entscheidung resultiert in einer späteren Markteinführung „later in 2026“. Technische Details stehen deshalb ebenfalls noch aus, aber Gerüchten zufolge soll darin der gestern vorgestellte Qualcomm Snapdragon X2 Plus zum Einsatz kommen. Dass in New York nur Intel-Modelle gezeigt wurden, könnte auch etwas mit dem Co-Sponsoring des Events durch Intel zu tun gehabt haben.
Rechteckiges Design für das neue XPS
Zunächst sind im Frühjahr aber XPS 14 und XPS 16 an der Reihe – jeweils von Grund auf neu entwickelt. Die Notebooks erhalten damit auch ein neues Design, sie sind leichter als zuvor und sollen dennoch robuster und wartungsfreundlicher ausfallen. Das Chassis fräst Dell aus Aluminium und versieht es mit gerade verlaufenden Seiten – ein bisschen an Apples MacBook Air erinnert das schon. Vorbei ist damit die Zeit des „Faux Wedge“, wie Dell die alte Bauweise beschreibt, die ein keilförmiges Gehäuse vorgaukelte.
Bis zu 40 Stunden Laufzeit
Das Kürzel „XPS“ stand ursprünglich für „eXtreme Performance System“ und zeichnete sich durch schnelle CPUs und teils dedizierte GPUs (bei den größeren Modellen), Premium-Design und hochwertige Displays aus. Das trifft auch heute noch zu, wenngleich auch die Batterielaufzeiten in den Fokus gerückt sind. Die längste Akkulaufzeit jemals in einem XPS soll jetzt geboten werden: 27 Stunden Netflix-Streaming oder 40 Stunden lokale Videowiedergabe seien möglich, erklärte Dell vor Ort.
Dell setzt durchweg auf Intel Panther Lake
Unter der Haube setzt Dell vollständig auf Intel, genauer gesagt die neuen Panther-Lake-Prozessoren, die ComputerBase im Oktober mit einem Deep Dive begleitete. Dell rüstet beide Laptops mit dem Core 5, Core 7, Core X7 oder Core X9 aus. Alle Details sind der Tabelle am Ende des Artikels zu entnehmen. Fest steht außerdem, dass Dell keine diskreten Grafikkarten mehr verbauen wird, was auf die jetzt teils deutlich stärkeren iGPUs von Intel zurückzuführen ist. RAM ist von 16 GB über 32 GB bis 64 GB verfügbar, wobei es bei der Kapazität gewisse CPU-Abhängigkeiten gibt, und die SSD lässt sich von 512 GB bis 4 TB konfigurieren.
Ein LCD- und ein OLED-Display stehen zur Auswahl
Hochwertige Displays bedeutet dieses Mal: 2K LCD oder 2,8K respektive 3,2K OLED, Tandem-OLED, um genau zu sein. Für die längsten Laufzeiten steht das matte LCD-Panel ohne Touch. Das beste Bild liefert das OLED-Panel mit Touch, das von Gorilla Glass Victus geschützt wird und das eine Antireflexionsschicht besitzt, aber nicht matt ausgeführt ist. Das LCD-Panel bietet sowohl im XPS 14 als auch im XPS 16 1.920 × 1.200 Pixel, 500 nits, 100 Prozent sRGB, VRR mit 1 bis 120 Hz und Dolby Vision.
Greift man zur OLED-Option, steht diese im XPS 14 für 2.880 × 1.800 Pixel, 400 nits, DisplayHDR True Black 500, 100 Prozent DCI-P3, VRR mit 20 bis 120 Hz und ebenfalls Dolby Vision. Im XPS 16 steigt die Auflösung auf 3.200 × 2.000 Pixel, die weiteren technischen Daten des OLED-Panels sind beim XPS 16 hingegen identisch zum XPS 14.
Das Touch-Bar-Imitat ist Geschichte
Für die Neuauflagen hat sich mehr als nur die Hardware im Chassis verändert. Neben der Rückkehr des Namens hat Dell auch an anderer Stelle aus Fehlern gelernt. Schluss ist endlich mit dem schlechten Touch-Bar-Imitat, also den kapazitiven Funktionstasten oberhalb der eigentlichen Tastatur. Die Tastatur ist weiterhin spaltfrei („zero-lattice“) ausgeführt, den Hub konnte Dell aber geringfügig verlängern und die Tasten lieferten beim ersten Ausprobieren ein besseres Feedback als beim Vorgänger. An das Tippgefühl und den fehlenden Abstand von Taste zu Taste gewöhnen muss man sich aber weiterhin. Überdacht hat Dell auch das Touchpad, das zwar weiterhin in einem Stück Glas in der Handballenauflage versteckt wird, jetzt aber immerhin durch zwei feine Linie seine Grenzen offenbart.
Was unverändert bleibt, sind die eher minimalistischen Anschlüsse, die aus dreimal Thunderbolt 4 (mit DisplayPort 2.1) und einem Kopfhöreranschluss bestehen. Die Ports sind somit vergleichbar zum MacBook Air, wobei es dort nur zweimal Thunderbolt 4 und fürs Laden zusätzlich MagSafe gibt. Das wird bei Dell mittels USB-C abgewickelt, wobei den Notebooks ein 100-Watt-Netzteil beiliegt, um die 70 Wh des Akkus mit 900ED-Zellen zu füllen. Die neuen Akkus sind 23 Prozent kleiner und 12 Prozent leichter im Vergleich zum Vorgänger mit ebenfalls 70 Wh.
Zum Start mit Windows, später auch Linux
Dell bietet XPS 14 und XPS 16 zum Start mit Windows 11 Home und Windows 11 Pro an, für das XPS 14 soll später eine Variante mit Ubuntu Linux 24.04 LTS nachgereicht werden. Preise für den deutschen Markt hat das Unternehmen noch nicht bekannt gegeben, diese folgen üblicherweise kurz vor dem Marktstart im Frühjahr.
| Dell XPS 14 (DA14260) | Dell XPS 16 (DA16260) | |
|---|---|---|
| Display | 14", LCD, 1.920 × 1.200, 500 nits, 100% sRGB, 1-120 Hz, Dolby Vision, Non-Touch, matt 14", OLED, 2.880 × 1.800, 400 nits, DisplayHDR True Black 500, 100% DCI-P3, 20-120 Hz, Dolby Vision, Touch, Gorilla Glass Victus |
16", LCD, 1.920 × 1.200, 500 nits, 100% sRGB, 1-120 Hz, Dolby Vision, Non-Touch, matt 16", OLED, 3.200 × 2.000, 400 nits, DisplayHDR True Black 500, 100% DCI-P3, 20-120 Hz, Dolby Vision, Touch, Gorilla Glass Victus |
| CPU | Intel Core Ultra 5 325 Intel Core Ultra 7 355 Intel Core Ultra X7 358H Intel Core Ultra X9 388H |
|
| RAM | 16 GB LPDDR5X-6800 (325, 355) 32 GB LPDDR5X-9600 (358H, 388H) 64 GB LPDDR5X-9600 (358H, 388H) |
|
| SSD | 512 GB PCIe 4.0 1 TB PCIe 4.0 2 TB PCIe 5.0 4 TB PCIe 5.0 |
|
| Anschlüsse | 3 × Thunderbolt 4, 1 × 3,5-mm-Klinke | |
| Akku | 70 Wh | |
| Drahtlose Konnektivität |
Wi-Fi 7, Bluetooth 6.0 | |
| Kamera | 8 MP, 1080p, HDR, Windows Hello | |
| Abmessungen (B × T × H) |
309,52 × 209,71 × 15,20 mm (LCD) 309,52 × 209,71 × 14,62 mm (OLED) |
352,58 × 237,47 × 15,40 mm (LCD) 352,58 × 237,47 × 14,62 mm (OLED) |
| Gewicht | 1,38 kg (LCD) 1,36 kg (OLED) |
1,70 kg (LCD) 1,65 kg (OLED) |
| Betriebssystem | Windows 11 Home Windows 11 Pro Ubuntu Linux 24.04 LTS |
Windows 11 Home Windows 11 Pro |
| Farbe | Graphite Shimmer |
|
| Preis | ? | |
| Verfügbarkeit | Frühjahr 2026 | |
ComputerBase hat Informationen zu diesem Artikel von Dell unter NDA im Rahmen einer Veranstaltung des Herstellers in New York erhalten. Die Kosten für An-, Abreise und zwei Hotelübernachtungen wurden von dem Unternehmen getragen. Eine Einflussnahme des Herstellers oder eine Verpflichtung zur Berichterstattung bestand nicht. Die einzige Vorgabe aus dem NDA war der frühestmögliche Veröffentlichungszeitpunkt.
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