Mini-AI-Supercomputer: Nvidia und Partner liefern DGX Spark mit GB10 endlich aus
Mit fünf Monaten Verspätung ist der von Nvidia entwickelte Mini-AI-Supercomputer DGX Spark nun endlich verfügbar. Auch Drittanbieter wie Acer, Asus, Dell, Gigabyte, HP, Lenovo und MSI bringen sich mit ihren Lösungen auf Basis des GB10 in Stellung. Der kleine DGX Spark bringt 1 PetaFLOPS (FP4) Rechenleistung auf den Schreibtisch.
Nvidia hatte den DGX Spark zur CES im Januar noch als Project Digits angekündigt und für Mai dieses Jahres in Aussicht gestellt. Die Systeme kosten ab 3.000 US-Dollar und richten sich an AI-Entwickler, die eine lokale Entwicklungs- und Testumgebung benötigen, bevor sie ihre Projekte in die Cloud schieben. Da GB10 auf derselben Architektur wie die großen Nvidia-Beschleuniger in der Cloud basiert und auch derselbe Ubuntu-Ableger DGX OS zum Einsatz kommt, soll der Transfer einfach vonstatten gehen.
DGX Spark hätte im Mai starten sollen
DGX Spark heißt das Produkt seit der GTC im März dieses Jahres, als neben Nvidia selbst auch technisch identische Lösungen von Drittanbietern angekündigt wurden. Zu den Unterstützern der Plattform gehören mittlerweile Acer, Asus, Dell, Gigabyte, HP, Lenovo und MSI. Besucher der Fachmesse von Nvidia konnten sich frühzeitig für ein DGX Spark registrieren, doch die Verfügbarkeit war selbst für diese Interessenten bislang nicht gegeben. Ab dem 15. Oktober will Nvidia jetzt neue Bestellungen annehmen. Für bereits getätigte Reservierungen direkt bei Nvidia heißt es:
Die in Übersee gefertigten DGX Spark-Geräte sind derzeit auf dem Weg nach Europa. Wir werden mit der Erfüllung von Reservierungen auf dem NVIDIA EU/UK Marketplace beginnen, sobald die Geräte eintreffen.
Nvidia
Hintergrund sollen Probleme mit dem gemeinsam mit MediaTek entwickelten GB10 gewesen sein. Da es diesbezüglich nie offizielle Stellungnahmen der beteiligten Unternehmen gab, blieb es bei Gerüchten. Betroffen sein soll davon allerdings auch der für Consumer gedachte Ableger N1X, der in Windows-PCs zum Einsatz kommen soll. Ein Designfehler soll dessen Verfügbarkeit bis ins nächste Jahr verschoben haben.
GB10 kommt mit G-Dielet und S-Dielet
Der GB10 ist ein in 3 nm bei TSMC gefertigter Chip, der aus einem G-Dielet von Nvidia und einem S-Dielet von MediaTek besteht, die mit 600 GB/s untereinander angebunden sind. Weitere technische Details zum Chip gab es zuletzt zur Hot Chips im August. Der GB10 vereint eine Blackwell-GPU mit einer Grace-Arm-CPU zu einem SoC mit 128 GB LPDDR5X. Dabei bietet die GPU 1 PetaFLOPS FP4-Leistung (mit Sparsity) und ist wie die aktuellen RTX-50-Grafikkarten mit Tensor-Cores der 5. Generation und RT-Cores der 4. Generation ausgerüstet. Die Grace-CPU stellt 20 Arm-Kerne zur Verfügung, davon sind 10 Cortex-X925 und 10 Cortex-A725.
Elon Musk bekommt DGX Spark mit Autogramm
In typischer Nvidia- respektive Jensen-Manier erfolgte die Auslieferung des ersten DGX Spark durch den CEO persönlich an Elon Musk. Das erinnert an die persönliche Auslieferung des DGX-1 durch Jensen Huang vor mittlerweile neun Jahren an OpenAI, als Musk noch zu dem Team gehörte. Auch damals wurde das Chassis von Huang signiert.
🎉 To celebrate DGX Spark shipping worldwide starting Wednesday, our CEO Jensen Huang just hand-delivered some of the first units to @elonmusk, chief engineer at @SpaceX 🚀, today in Starbase, Texas.
— NVIDIA (@nvidia) October 14, 2025
The exchange was a connection to the new desktop AI supercomputer’s origins --… pic.twitter.com/BZnsl2D2YS
Wer die goldene Variante von Nvidia selbst erwerben möchte, muss dafür allerdings nicht ab 3.000 US-Dollar auf den Tisch legen, sondern mindestens 3.999 US-Dollar zahlen. Obwohl alle auf dem GB10 basierenden Systeme in puncto Rechenleistung identisch aufgestellt sind, gibt es beim Storage Unterschiede. Bei Nvidia sorgen 4 TB Storage für 1.000 US-Dollar Aufpreis gegenüber Partnerlösungen wie unter anderem dem 2.999 US-Dollar teuren Asus Ascent GX10 mit lediglich 1 TB Storage ab Werk.
Asus nennt Preis in Euro
Apropos Asus: Das Unternehmen nennt die für Deutschland, Österreich und die Schweiz geltenden Preise. Demnach soll Ende Oktober die 1-TB-Variante des Ascent GX10 für 3.499 Euro über den Partner primeLine Solutions GmbH verfügbar sein. Zum Ende des Quartals sollen 2-TB- und 4-TB-Varianten für 3.799 Euro und 4.499 Euro folgen.