Arm Niva: Kommen jetzt die dedizierten CPU-Kerne für den PC?
Arm hat seinen Plattformen letzte Woche neue Namen verpasst. Im Smartphone laufen die CPU-Kerne künftig nicht mehr als Cortex, sondern als Lumex. Interessanterweise nannte Arm-CEO Rene Haas mit Niva auch eine Plattform explizit für den PC. Dedizierte PC-CPU-Kerne gibt es bislang nicht von Arm, kommen sie mit Niva jetzt etwa?
Die Lösungen von Arm werden künftig nicht mehr unter Namen wie Cortex-X, -A, -R und -M für die Einsatzgebiete wie Client, Automotive und IoT, sondern unter dedizierten Namen für die jetzt insgesamt fünf auserkorenen Compute-Plattformen von Arm laufen.
- Arm Neoverse for infrastructure
- Arm Niva for PC
- Arm Lumex for mobile
- Arm Zena for automotive
- Arm Orbis for IoT
Eine Plattform explizit für das PC-Segment
Bereits bekannt war Neoverse (und wird auch so fortgeführt), alle anderen Bezeichnungen sind neu. Zur Ankündigung der neuen Benennung stach vor allem Niva für den PC hervor, denn eine Plattform explizit für das PC-Segment gibt es bislang nicht von Arm. Stattdessen können die Kerne, die Arm für Smartphone-Prozessoren vorsieht, auch für den PC verwendet werden. In erster Linie sind das aktuell Lösungen wie der Cortex-X925 und Cortex-A725, wie sie zum Beispiel MediaTek und Nvidia für den GB10 verwenden.
Was ist bei Niva zu erwarten?
Wenn es künftig aber zwei verschiedene Plattformen von Arm geben wird, also mit Lumex eine für Mobile und mit Niva eine für den PC, was ist dann für Niva zu erwarten? Allein die Ausgliederung als eigenständige Plattform lässt vermuten, dass Arm in Zukunft auch CPU-Kerne explizit für das PC-Segment anbieten wird. Das dürften dann abermals größere Kerne noch oberhalb von Cortex-X925 und Cortex-A725 sein, die besser zum PC-Segment passen als die aktuellen Cortex- oder künftigen Lumex-Kerne, bestenfalls ohne Effizienz einzubüßen.
ComputerBase hat bei Arm nachgefragt, ob das Unternehmen in Zukunft auch IP speziell für das PC-Segment entwickeln wird, eben weil die Ankündigung der neuen Namen genau das vermuten lässt. Wenig überraschend nimmt Arm in der Antwort nichts vorweg, was noch nicht offiziell angekündigt wurde, aber eine klare Absage klingt auch anders. Das Unternehmen spricht von einem sich weiterentwickelten Portfolio, das die Anforderungen an neue Märkte und Geräte erfüllen soll, inklusive der wachsenden Nachfrage nach hoher Leistung und Effizienz im PC. Das Unternehmen zeige sich begeistert darüber, welche Rolle es beim Gestalten der Zukunft des PC-Ökosystems einnehmen werde.
Arm’s portfolio continues to evolve to meet the needs of new markets and devices, including the growing demand for high-performance, efficient computing in PCs. We’re excited about the opportunities ahead and the role Arm will play in shaping the future of the PC ecosystem.
Arm
Niva zeigt, dass Arm es ernst meint
Das ist zwar kein Wink mit dem Zaunpfahl, zeigt aber, in welche Richtung es bei Arm geht, ohne zu viel in die Aussage zu interpretieren. Arm ist ja bereits im PC-Ökosystem angekommen, und wenn es derzeit in erster Linie nur der Einsatz der Arm-Architektur ist, vor allem mit der M-Serie bei Apple, seit rund einem Jahr aber auch bei Qualcomm. Und mit dem GB10 von MediaTek und Nvidia ist Arm jetzt auch mit Cortex im Desktop angekommen, wenngleich es sich dabei nicht um eine klassische PC-Lösung handelt.
Niva zeigt aber, dass Arm es ernst meint und mit dedizierten Lösungen Fuß fassen will, sonst hätte es die Ausgliederung unter der neuen Bezeichnung nicht gebraucht.
Immortalis ist doch nicht unsterblich
Eindeutiger waren die Antworten von Arm zu zwei weiteren Anfragen von ComputerBase. Zum einen stand die Frage im Raum, ob die Sonderbezeichnung „Immortalis“ für GPUs mit Hardware-Raytracing nach nur drei Generationen wieder eingestellt wird, da Arm laut Ankündigung künftig wieder mehr auf Mali setzen will. Dem ist laut Antwort auch so, lediglich bestehende Produkte dieser Klasse sollen weiterhin Immortalis heißen. Apropos GPU: Für den PC (mit Windows) müsste Arm dann allerdings auch DirectX unterstützen, was derzeit bei keiner Immortalis- oder Mali-Umsetzung der Fall ist.
Keine Umbenennung bestehender Lösungen
Eine rückwirkende Umbenennung der Lösungen soll nicht erfolgen. Einzig Neoverse nutzte bereits das neue Namensschema und wird diese Bezeichnung fortführen.