Im Test vor 15 Jahren: Drei Kerne von AMD mit viel Leistung für wenig Geld
Als kostengünstige Alternative zu Quad-Core-Prozessoren bot AMD vor 15 Jahren CPUs mit drei Kernen an. Für einen geringen Aufpreis gegenüber Modellen mit zwei Kernen boten sie deutlich mehr Leistung wie der AMD Athlon II X3 450 und Phenom II X3 740 BE (Test) bewiesen.
Athlon und Phenom mit drei Kernen
Der Athlon II X3 450 verfügte über drei Kerne mit einer Taktrate von 3,2 GHz und einen L2-Cache von 512 KByte pro Kern. Die TDP war mit 95 Watt spezifiziert. Preislich lag der Prozessor mit 65 Euro und damit nur geringfügig über den 50 Euro für einen Athlon II X2 250 mit zwei Kernen.
Als zweiter Dreikernprozessor stand der Phenom II X3 740 Black Edition mit einem Takt von 3,0 GHz, 512 KByte L2-Cache pro Kern und einem L3-Cache von 6 MByte im Test. Als Black Edition besaß er einen offenen Multiplikator für eine einfache Übertaktung. Preislich war er mit 85 Euro höher angesiedelt und nur 25 Euro günstiger als ein Phenom II X4 mit vier Kernen à 2,8 GHz und war etwas teurer als ein Athlon II X4 640 mit 3,0 GHz. Eine Besonderheit des etwas älteren Phenom II X3 740 Black Edition war, dass auf dem Die vier Kerne vorhanden waren, die im BIOS freigeschaltet werden konnten. Eine Garantie, dass der Prozessor stabil mit vier Kernen lief, gab es nicht. Im Test ließen sich alle vier Kerne aktivieren, das System hatte jedoch mit Abstürzen zu kämpfen.
Gute Leistung für wenig Geld
In den Benchmarks machten die beiden Dreikern-CPUs eine gute Figur. In Anwendungen lagen der Phenom II X3 740 BE und Athlon II X3 450 gleichauf und knapp vor einem Intel Core i3-530 für 90 Euro. In Spielen machte sich der L3-Cache des Phenom etwas stärker positiv bemerkbar, sodass dieser knapp sechs (1.680 × 1.050 Pixel) bis zehn (800 × 600 Pixel) Prozent vor dem Athlon lag. Intels i3-530 landete in der Mitte zwischen den beiden AMD CPUs. Über alle Tests hinweg lag der Athlon II X3 450 zwei Prozent hinter dem i3-530 und dieser drei Prozent hinter dem Phenom II X3 740 BE.
Bei der Leistungsaufnahme zeigten sich die beiden Prozessoren nicht von ihrer besten Seite. Das Gesamtsystem kam unter voller CPU-Last bei dem Athlon mit 145 Watt und bei dem Phenom mit 151 Watt aus, während ein 20 Prozent schnellerer Core i5-760 nahezu den gleichen Energiebedarf hatte. Bei den Temperaturen gab es nichts zu bemängeln, beide CPUs hatten reichlich Reserven mit dem Noctua NH-U12P des Testsystems. Der Athlon II X3 450 ließ sich im Test stabil von 3,2 auf 3,8 GHz übertakten, während der Phenom II X3 740 BE von 3,0 auf 4,0 GHz übertaktet werden konnte.
Fazit
Am Ende des Tests machte vor allem der günstige Athlon II X3 450 einen sehr guten Eindruck. Mit einem Preis von 65 Euro lieferte er die gleiche Leistung – wenn auch bei höherem Energiebedarf – wie ein Intel Core i3-530, der knapp 25 Prozent mehr kostete. Der Aufpreis zu dem Phenom II X3 740 BE lohnte sich hingegen nicht, da der L3-Cache nur in wenigen Fällen ein echter Vorteil war. Wer die zusätzlichen Euros in einen Prozessor investieren wollte, war besser damit beraten, direkt einen Vierkernprozessor anstelle des Phenom II X3 zu kaufen. Alle anderen hatten mit dem Athlon II X3 450 eine sehr gute und preiswerte Option.
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