Im Test vor 15 Jahren: Intels Core i5-760 mit mehr Leistung bei weniger Energie
Der Intel Core i5-760 (Test) wirkte auf dem Papier mit einer Taktsteigerung von 133 MHz gegenüber dem Core i5-750 wie eine Detailverbesserung. Dank Optimierungen bei der Fertigung, konnte der Prozessor jedoch zusätzlich mit einer deutlich verbesserten Energieeffizienz punkten.
Lynnfield mit mehr Takt
Der Core i5-760 basierte wie der weniger als ein Jahr alte Core i5-750 auf der Nehalem-Architektur und firmierte unter dem Codenamen Lynnfield. Auf dem Papier änderten sich nur die Taktraten des Prozessors. Der Basistakt stieg von 2,66 GHz auf 2,80 GHz an, während im Turbomodus 3,33 GHz statt bisher 3,20 GHz anlagen. Zugleich erhöhte Intel die UVP um 9 US-Dollar auf nunmehr 205 USD.
In den Benchmarks konnte der Core i5-760 eine sehr gute Leistung zeigen. Im Vergleich zu dem direkten Vorgänger gab es im Mittel zwischen zwei und drei Prozent mehr Leistung. In Spielen reichte die Leistung des i5-760 aus, um den deutlich teureren Core i7-860 zu schlagen. Das zusätzliche Hyper-Threading des i7 brachte dort keinen Vorteil, wodurch rein die Taktrate zählte. In Anwendungen musste der i5 etwas gegenüber den anderen CPUs mit mehr Kernen (AMD Phenom II X6) oder Hyper-Threading (Intel Core i7) zurückstecken.
Besonders interessant wurde die hohe Leistung des Core i5-760 unter Einbeziehung der B-Noten. So fiel die Leistungsaufnahme des Gesamtsystems gegenüber dem langsameren Vorgänger Core i5-750 um neun Watt unter voller CPU-Last. Möglich war das durch Verbesserungen bei der Fertigung, die Intel seit dem Erscheinen des Core i5-750 implementiert hatte. Es war jedoch davon auszugehen, dass neue Modelle des Core i5-750 zum Testzeitpunkt über die gleichen Verbesserungen verfügten und ähnlich effizient waren. Die niedrigere Leistungsaufnahme machte sich in gleichem Maße bei der CPU-Temperatur bemerkbar, die gegenüber dem Vorgänger um ein Kelvin geringer ausfiel.
Glänzen konnte der i5-760 ebenfalls bei dem Übertaktungspotenzial. Im Test waren 4 GHz auf allen vier Kernen mit deaktiviertem Turbo zu erreichen. Alternativ konnte der Turbomodus aktiviert bleiben, in diesem Fall lagen auf allen vier Kernen 3,57 GHz an, bei Last auf nur einem oder zwei Kernen stieg die Taktrate jedoch auf 4,28 GHz an. In beiden Fällen konnte in Anwendungen und Spielen ein sattes Leistungsplus verbucht werden. Die Kosten für die erhöhte Leistung kamen in Form der Stromrechnung, denn mit Übertaktung stieg die Energieaufnahme des Gesamtsystems bei voller CPU-Last um gute 100 Watt. Wer statt mehr Leistung lieber ein effizienteres System wollte, der konnte mittels Undervolting bei unveränderter CPU-Leistung knapp elf Watt unter Last einsparen.
Fazit
Für einen Preis von 175 Euro im freien Handel bot der Core i5-760 einiges. Die Leistung reichte in Spielen an die eines 240 Euro teuren Core i7-860 heran. Zudem konnte der Prozessor mit sehr gutem Übertaktungspotenzial sowie einer ausgezeichneten Energieeffizienz aufwarten. Für preisbewusste Spieler gab es im August 2010 keine bessere Wahl.
In der Kategorie „Im Test vor 15 Jahren“ wirft die Redaktion seit Juli 2017 jeden Samstag einen Blick in das Test-Archiv. Die letzten 20 Artikel, die in dieser Reihe erschienen sind, führen wir nachfolgend auf:
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