Im Test vor 15 Jahren: Intels Sandy Bridge mit rasanter Spieleleistung
Nachdem Intel mit Nehalem eine neue Mikroarchitektur und passend dazu das Core-i-Namensschema eingeführt hatte, folgte mit Sandy Bridge (Test) der nächste große Schritt. Mit großem Selbstvertrauen kündigte Intel 14 neue Desktop-CPUs auf Basis von Sandy Bridge an.
Fünf Mal Sandy Bridge für den Desktop
Im Test traten vier der über vierzig Neuankündigungen (inklusive Chipsätze, Notebook-CPUs etc) an, wobei der Fokus klar auf den Quad-Core-Modellen lag. An der Spitze war das der Core i7-2600K, der mit Hyper-Threading (i7-Serie) und offenem Multiplikator (K-Suffix) ausgestattet war. Eine Stufe darunter saß der Core i5-2500K, der ähnlich hohe Taktraten besaß, aber auf Hyper-Threading verzichten musste. Der Core i5-2500 musste zudem ohne offenen Multiplikator auskommen. Der Core i5-2400 und i5-2300 waren günstigere Modelle mit reduzierten Taktraten. Die beiden K-Modelle hatten abseits der einfacheren Übertaktungsmöglichkeiten eine stärkere Grafikeinheit integriert.
| Modell | Kerne / Threads |
Takt / Turbo SC Turbo DC Turbo QC |
L3- Cache |
Grafik | Grafiktakt / mit Turbo |
TDP | Preis |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Core i7-2600K | 4 / 8 | 3,4 GHz 3,8 GHz 3,7 GHz 3,5 GHz |
8 MB | HD 3000 | 850 MHz 1.350 MHz |
95 W | $317 |
| Core i5-2500K | 4 / 4 | 3,3 GHz 3,7 GHz 3,6 GHz 3,4 GHz |
6 MB | HD 3000 | 850 MHz 1.100 MHz |
95 W | $216 |
| Core i5-2500 | 4 / 4 | 3,3 GHz 3,7 GHz 3,6 GHz 3,4 GHz |
6 MB | HD 2000 | 850 MHz 1.100 MHz |
95 W | $205 |
| Core i5-2400 | 4 / 4 | 3,1 GHz 3,4 GHz 3,3 GHz 3,2 GHz |
6 MB | HD 2000 | 850 MHz 1.100 MHz |
95 W | $184 |
| Core i5-2300 | 4 / 4 | 2,8 GHz 3,1 GHz 3,0 GHz 2,9 GHz |
6 MB | HD 2000 | 850 MHz 1.100 MHz |
95 W | $177 |
| Turbo SC: Maximaltakt bei Belastung eines Kerns Turbo DC: Maximaltakt bei Belastung zweier Kerne Turbo QC: Maximaltakt bei Belastung von vier Kernen |
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Allen Modellen gemein war natürlich die neue Mikroarchitektur. Die für Anwender wichtigste Neuerung war, dass mit LGA1155 ein neuer Sockel eingeführt wurde. Dieser beerbte die beiden Sockel LGA1366 und den mit 16 Monaten sehr kurzlebigen LGA1156. Als Mainstream-Sockel verfügte der LGA1155 über zwei Kanäle für den Hauptspeicher, wobei der Speicher-Controller direkt im Prozessor saß. Sandy Bridge erlaubte es, acht GByte Speicher pro Steckplatz zu verbauen, sodass Nutzer bis zu 32 GByte Speicher über vier Steckplätze installieren konnten. Sandy Bridge war zudem die erste Mikroarchitektur, die AVX (Advanced Vector Extensions) beherrschte, also in dafür optimiertem Code die gleiche Operation auf mehreren Daten parallel ausführen konnte. Der Turbomodus, der kurzzeitig die Taktrate einzelner oder alle Kerne anhob, erfuhr mit Sandy Bridge ebenfalls eine Überarbeitung und bezog nun Spannungen, Taktfrequenzen und Temperaturen mit ein.
Leistung an der Spitze
In den Benchmarks machten die Sandy-Bridge-Prozessoren eine ausgezeichnete Figur. Die GeForce GTX 580, die den CPUs in den Tests zur Seite stand, kam des Öfteren an ihre Limits. Daher waren die Spiele-Benchmarks in 640 × 480 Bildpunkten aussagekräftiger als die in höherer Auflösung. In diesem Szenario konnte das System mit einem Intel Core i7-2600K sich im Durchschnitt zwischen fünf und sieben Prozent vor dem 1.000 Euro teuren Core i7-980X mit sechs Kernen absetzen. Auch der nur 180 Euro teure Core i5-2500K landete vor dem i7-980X. Den Core i7-870 mit vier Kernen ließ der neue i7-2600K um über zwanzig Prozent hinter sich. Selbst die kleinen i5-2300 und i5-2400 schlugen jeglichen anderen Quad-Core-Prozessor abseits der Sandy-Bridge-Modelle und kamen bis auf wenige Prozent an den i7-980X heran. In den theoretischen Tests und in Anwendungen ergab sich ein ähnliches Bild, wobei der i7-980X aufgrund seiner sechs Kerne hier die Nase vorne behielt. Abseits davon belegten die Sandy-Bridge-CPUs die vorderen Plätze mit teilweise 30 Prozent Vorsprung gegenüber den schnellsten Quad-Cores der Vorgängergeneration. AMDs Phenom-II-CPUs waren so weit abgeschlagen, dass Sandy Bridge völlig außer Konkurrenz war.
Wem die Leistung dennoch nicht ausreichte, der konnte sich bei Sandy Bridge über einen riesigen Spielraum fürs Übertakten freuen. Die K-Modelle mit ihren offenen Multiplikatoren ließen sich im Test problemlos auf 5,0 GHz (i7-2600K) respektive 4,5 GHz (i5-2500K) mit einer Luftkühlung betreiben. Generell arbeitete die neue Generation deutlich energiesparender als die vorherige. Unter voller CPU-Last zog das System mit einem i7-2600K lediglich 168 Watt, während ein i7-960 mit ebenfalls vier Kernen auf gute 220 Watt kam.
Fazit
Mit Sandy Bridge legte Intel im Januar 2011 einen echten Kracher hin. Überragende Leistung in Spielen und Anwendungen, ein großes Angebot an Prozessoren für faire Preise, riesiges Übertaktungspotenzial und eine niedrige Leistungsaufnahme machten die CPUs sehr attraktiv. Für Aufrüster ärgerlich war, dass mit LGA1155 eine neue Plattform benötigt wurde.
In der Kategorie „Im Test vor 15 Jahren“ wirft die Redaktion seit Juli 2017 jeden Samstag einen Blick in das Test-Archiv. Die letzten 20 Artikel, die in dieser Reihe erschienen sind, führen wir nachfolgend auf:
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