Im Test vor 15 Jahren: Phenom II X6 1100T machte viele Kerne etwas schneller
Der AMD Phenom II X6 1100T Black Edition (Test) war Ende 2010 die neuste Iteration des 6-Kern-Prozessors mit höherem Takt und niedrigerem Preis. Für 240 Euro erhielten Anwender sechs Kerne bei 3,3 GHz plus 400-MHz-Turbo.
Etwas mehr Takt für etwas mehr Geld
Gegenüber dem Phenom II X6 1090T Black Edition beließ AMD die Änderungen des 1100T bei 100 MHz mehr Takt. Abgesehen davon basierte der 1100T weiterhin auf dem E0-Stepping, das diese angehobenen Taktraten mit sechs Kernen im Rahmen der TDP von 125 Watt ermöglichte. Zum Vergleich: Zum Start der Phenom-II-Serie etwa zwei Jahre zuvor bot der Phenom II X4 940 3,0 GHz auf vier statt sechs Kernen bei 125 Watt TDP.
Wie der Vorgänger verfügte der Phenom II X6 1100T über sechs MByte L3-Cache sowie 512 KByte L2- und jeweils 64 KByte L1i/L1d-Cache pro Kern. Der Kennung „Black Edition“ folgend verfügte der Prozessor über einen offenen Multiplikator für einfachere Übertaktung. Anders als die Konkurrenz von Intel beherrschten die Phenom-II-CPUs kein Hyper-Threading und waren damit auf die gleiche Anzahl physischer und logischer Kerne beschränkt. Der Turbo-Modus des Phenom II X6 1100T sorgte für bis zu 3,7 GHz bei Last auf bis zu drei Kernen.
Benchmarks
Dank des höheren Takts war der Phenom II X6 1100T ohne Zweifel der schnellste AMD-Prozessor. Riesige Leistungssprünge gegenüber dem 100 MHz langsameren Vorgänger mussten Anwender jedoch nicht erwarten. In Anwendungen war der 1100T vier Prozent, in Spielen (800 x 600) zehn Prozent, in theoretischen Tests drei Prozent und insgesamt über alle Tests hinweg sechs Prozent schneller als der 1090T. Damit lag der Phenom II X6 1100T insgesamt etwa auf dem Niveau eines Intel Core i5-760 mit vier Kernen bei 2,8 GHz. Je nach Anwendungsszenario verschoben sich diese Unterschiede jedoch: Während der Phenom II X6 1100T in Anwendungen 19 Prozent schneller als der i5-760 war, konnte der i5 in Spielen um gute 20 Prozent davonziehen. Kurz und knapp: Der Phenom hatte mehr Kerne, während der i5 schnellere Kerne hatte.
Bezüglich der CPU-Temperatur hatte der Phenom II X6 1100T reichlich Reserven und erreichte laut der integrierten Sensoren unter Last lediglich 46 °C. Bei der Leistungsaufnahme sah es weniger rosig aus, da der Prozessor sich ein gutes Stück über dem deutlich schnelleren Core i7-870 ansiedelte. Wen das nicht störte, der konnte mittels Übertaktung auf eine deutliche Leistungssteigerung auf Kosten der Energieaufnahme und Temperatur hoffen. Im Test erreichte der 1100T 4,2 GHz auf allen Kernen, was in bis zu 24 Prozent mehr Leistung resultierte.
Fazit
Für 240 Euro war der Phenom II X6 1100T ein guter Prozessor, insbesondere für Anwendungen. Wer primär auf Spiele aus war, der war generell mit einem schnellen Quad-Core-Prozessor besser beraten. Die Leistungsvorteile gegenüber dem Vorgänger, dem Phenom II X6 1090T, waren zudem gering, dieser war mit einem Preis von 200 Euro somit ebenfalls sehr attraktiv. Kritik musste sich AMD für die relativ hohe Leistungsaufnahme gefallen lassen.
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