NVLink Fusion: Nvidia öffnet NVLink für CPUs und ASICs von Drittanbietern
Nvidia öffnet den für die Verbindung von GPUs zu GPUs sowie CPUs zu GPUs genutzten Interconnect NVLink zur Computex für Drittanbieter – zumindest teils, denn gewisse Voraussetzungen müssen erfüllt werden. Das öffnet die Tür für den Einsatz von Custom-ASICs und Custom-CPUs in Verbindung mit Nvidia-Hardware im AI-Datacenter.
NVLink 5 als Interconnect mit 1,8 TB/s
NVLink ist der von Nvidia entwickelte und in den eigenen Datacenter-Produkten genutzte Interconnect, mit dem sich mehrere GPUs zu „einer“ großen GPU oder – im Datacenter eher passend – einem großen AI-Beschleuniger verketten lassen, ohne dass es zu Flaschenhälsen kommt. NVLink 5 ist die aktuelle Generation und stellt mit einer Transferrate von 100 GT/s bei 18 NVLinks zu je 50 GB/s eine unidirektionale Datenrate von 900 GB/s und bidirektionale Datenrate von 1.800 GB/s zur Verfügung. NVLink 5 kommt seit Blackwell zum Einsatz, auch die Grace-CPU lässt sich damit anbinden.
Der Interconnect war bislang allerdings exklusiv für Nvidias eigene Lösungen vorgesehen. Es konnten GPUs mit GPUs (Blackwell zu Blackwell) oder CPUs mit GPUs (Grace zu Blackwell) verbunden werden. Über einen NVLink 5 Switch können seit Blackwell bis zu 576 GPUs mit direkter Verbindung innerhalb einer Domain miteinander verbunden werden.
NVLink Fusion für Integration durch Drittanbieter
Jetzt öffnet Nvidia die Technologie unter der Bezeichnung NVLink Fusion auch für Drittanbieter. Nvidia gibt die entsprechende IP frei respektive ermöglicht deren Lizenzierung, sodass Drittanbieter von ASICs und CPUs ihre Lösungen damit ausrüsten können, um sie im AI-Datacenter in Kombination mit Nvidia-Hardware zum Einsatz zu bringen. Denn Nvidia gibt die Technologie nicht einfach so aus der Hand, es müssen zwei wichtige Faktoren beachtet werden, die sicherstellen sollen, dass Nvidia entweder mit den eigenen GPU- oder mit den eigenen CPU-Produkten involviert bleibt.
Eine GPU oder CPU von Nvidia braucht es trotzdem
Im Detail erlaubt Nvidia folgende Kombinationen: Zum einen sind Custom-CPUs eines Drittanbieters mit NVLink Fusion in Verbindung mit Blackwell-GPUs möglich, zum anderen Custom-AI-Beschleuniger (ASICs) eines Drittanbieters mit NVLink Fusion in Verbindung mit Grace-CPUs. Nicht per NVLink Fusion miteinander verbinden lassen sich demnach fremde CPUs mit fremden ASICs, also ausschließlich Produkte von Drittanbietern, sodass Nvidia einzig mit NVLink involviert wäre. Nvidia bleibt somit stets entweder mit den eigenen GPUs oder eigenen CPUs ein Teil des finalen Systems.
MediaTek, Qualcomm und mehr sind dabei
Namhafte Abnehmer und Unterstützer für NVLink Fusion kann Nvidia zur Computex in Taiwan auch direkt vorweisen. Dazu gehören aufseiten der Custom-Silicon-Partner für eigene AI-Beschleuniger Alchip, AsteraLabs, Marvell und MediaTek. Bei den CPU-Partnern sind Fujitsu und Qualcomm mit ihren Custom-Arm-Prozessoren dabei. Und bei den Technologie-Partnern aufseiten der Chip-Entwicklung und Vorbereitung zur Fertigung sind Cadence und Synopsys an Bord. Dass Qualcomm mit eigenen CPUs dabei ist, bestätigt dann auch endgültig, dass das Unternehmen wieder zurück im Datacenter-Segment ist.
ComputerBase hat Informationen zu diesem Artikel von Nvidia unter NDA erhalten. Die einzige Vorgabe war der frühestmögliche Veröffentlichungszeitpunkt.
- HAVN BF 360: Neues High-Airflow-Gehäuse mit 180×40‑mm Lüftern
- Blackwell Low Profile: Zotacs winzige GeForce RTX 5060 erscheint im August
- CAMM2-Formfaktor: Im Desktop-PC ist der neue RAM bisher ein Fehlschlag
- +94 weitere News