Apple Intelligence in China: Zensierte KI verzögert sich wohl

Dennis Krause
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Apple Intelligence in China: Zensierte KI verzögert sich wohl
Bild: Apple

Während Apple global bereits große Verzögerungen bei seinen KI-Plänen zugeben musste, scheint es auch im chinesischen Markt zu haken. Die zensierten KI-Modelle werden wohl nicht wie vermutet mit iOS 18.5 ausgeliefert, sondern erst mit einem späteren Update auf iOS 18.6. Apple Intelligence verzögert sich damit auch in China.

Apple Intelligence erscheint auch in China später

Wie Marc Gurman von Bloomberg berichtet, arbeitet Apple weiterhin an der Umsetzung von Apple Intelligence speziell für die Volksrepublik China. Doch in den aktuellen öffentlichen Testversionen von iOS 18.5 sind keine KI-Funktionen zu finden. Eine Veröffentlichung mit iOS 18.5, welches vielleicht schon nächste Woche der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden könnte, wird damit sehr unwahrscheinlich.

Für den iPhone-Hersteller ist die Veröffentlichung von Apple Intelligence in China ein zweischneidiges Schwert: Einerseits muss sich der Konzern der für Privatsphäre und Datenschutz stehen will, in China genau gegenteiligen Regulierungen unterwerfen, andererseits sind die KI-Funktionen elementar, um den schlauchenden Verkauf der iPhones im zweitgrößten Absatzmarkt der Welt anzukurbeln, denn die lokale Konkurrenz setzt ebenfalls bereits mit Vollgas auf KI.

Chinesisch ja, aber nicht in China

Gegenwärtig ist Apple Intelligence zwar in vereinfachtem Chinesisch global verfügbar, jedoch nicht in der Volksrepublik selbst. Dort muss sich der Konzern aufgrund bestehender Gesetze strikten Zensurmechanismen unterwerfen. Damit Apple die Anforderungen der Kommunistischen Partei Chinas erfüllen kann, wird auf die global und in der EU verfügbaren KI-Modelle eine „Zensur-Engine“ gelegt, die zusammen mit Alibaba entwickelt wird.

Damit sollen Ergebnisse verhindert werden, die gegen lokale Bestimmungen verstoßen. Der öffentliche Einsatz von „freien“ KI-Modellen wie in Europa oder den USA ist in China untersagt; die KI-Modelle müssen von der chinesischen Regierung genehmigt werden. Am einfachsten geht das mit einem lokalen Partner wie Alibaba.

Ursprünglich wohl für den Mai angedacht

Offiziell hat Apple seine KI-Funktionen für die Volksrepublik China nicht angekündigt, das Land ist wie auch die Europäische Union zur Vorstellung der Funktionen im vergangenen Juni schlicht ausgeklammert worden. Doch Gerüchte aus den vergangenen Wochen haben eine Umsetzung des Vorhabens für den Mai vorhergesagt. Der Sommer, beginnend im Juni, soll nur als Ausweichtermin gegolten haben. Bestätigt wurde dies offiziell zwar nie, doch die internen Einblicke von Gurman waren in den vergangenen Monaten sehr treffsicher.

iOS 18.5 demnächst, iOS 18.6 später

Noch bevor iOS 18.6 erscheint wird jedoch erst noch diesen Monat iOS 18.5 veröffentlicht, welches sich aktuell in einer öffentlichen Testphase befindet. iOS 18.6 könnte dann in den kommenden Wochen, vermutlich nach der WWDC 2025 im Juni, erscheinen. Dann wäre vermutlich bereits iOS 19 angekündigt.

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