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OCF OLED: Samsung Display zeigt OLED-Panel mit 5.000 cd/m²

Nicolas La Rocco
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OCF OLED: Samsung Display zeigt OLED-Panel mit 5.000 cd/m²

Der Display-Zulieferer Samsung Display hebt die Helligkeit von OLED-Bildschirmen mit der eigens entwickelten OCF-Technologie auf bis zu 5.000 cd/m² an und will damit hellere und effizientere OLED-Panels etwa für Smartphones anbieten. Um das zu erreichen, kommt das OLED-Panel ohne einen zusätzlichen Polarizer aus.

OCF OLED kommt ohne zusätzlichen Polarizer aus

Ein Polarizer ist bei einem OLED-Panel eine zusätzliche Kunststoffschicht, die extern einfallendes Licht etwa von der Sonne oder künstlichen Lichtquellen absorbieren soll, damit sich der Bildschirm auch bei hellem Umgebungslicht möglichst einwandfrei ablesen lässt. Über die reduzierten Reflexionen lässt sich auch der Schwarzwert weiter reduzieren und so ein tieferes Schwarz und damit ein höherer Kontrast erreichen. Dies geht Hand in Hand mit den bei OLED-Panels selbstleuchtenden Pixeln, die im Idealfall perfektes Schwarz darstellen können, was durch den Polarizer unterstützt wird.

Nachteil der Technologie ist allerdings, dass auch in die entgegengesetzte Richtung Licht den Polarizer durchdringen muss. Die Kunststoffschicht könne mehr als 50 Prozent der möglichen Helligkeit des Panels schlucken, erklärt Samsung Display. Hier kommt Samsungs OCF-OLED-Technologie (On-Cell Film) ins Spiel, die ohne Polarizer auskommt, indem ein spezieller Film direkt auf das Panel aufgetragen wird, der dieselben Eigenschaften hat. Diese Technologie wird auch „Color Filter on Encapsulation“ (COE) genannt und vom Unternehmen unter dem Markennamen „Eco² OLED“ vertrieben.

Einsatz erstmals im Galaxy Z Fold 3

Vollständig neu ist die Technologie nicht, Samsung Display hatte sie unter „Eco² OLED“ bereits im Sommer 2021 vorgestellt und der Mutterkonzern Samsung Electronics erstmals im Galaxy Z Fold 3 (Hands-on) desselben Jahres zum Einsatz gebracht. Samsung spricht bei den neuen Panels auch von L.E.A.D., was deutlich weniger sperrig auszusprechen ist als die vollständige Bezeichnung: „Low Power Consumption, Eco-friendliness, Augmented Brightness, and Designed to be Slim and Light“.

Deutlich heller oder viel sparsamer

Mit der aktuellen Generation geht das Unternehmen aber in puncto Helligkeit deutlich nach oben und macht das Panel dünner. OCF OLED soll Bildschirme mit einer Helligkeit von 5.000 cd/m² auf 10 Prozent der Fläche des Panels ermöglichen. Über 3.000 cd/m² sollen laut Samsung Display noch im Vollbild möglich sein. Dem Unternehmen zufolge könne eine 50 Prozent höhere Helligkeit als bei aktuellen OLED-Panels bei gleichzeitig identischem Energieverbrauch erreicht werden. Bei derselben Helligkeit aktueller OLED-Panels könne der Verbrauch mit der neuen Generation um 63 Prozent reduziert werden.

Ohne Polarizer lassen sich 20 Prozent dünnere OLED-Panels herstellen. OLED-Displays sind aufgrund des nicht benötigten Backlights zwar ohnehin nicht besonders dick, doch jedes bisschen auf dem Weg zu Smartphones mit größeren Akkus, mehr Platz für Komponenten oder mit dünneren Gehäusen kann bei der Entwicklung wichtig sein. Nachdem OCF OLED bislang in faltbaren Smartphones anzutreffen war, will Samsung Display die Technologie jetzt in Geräte mit klassischer „bar-type“ Bauform bringen.

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