Razr 60 Ultra: Motorolas faltbares Flaggschiff geht in die Vollen

Nicolas La Rocco
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Razr 60 Ultra: Motorolas faltbares Flaggschiff geht in die Vollen
Bild: Motorola

Motorola legt die faltbaren Smartphones der Razr-Serie mit dem Razr 60 und Razr 60 Ultra neu auf und bietet damit abermals zwei „Flip Phones“ in der Ober- und in der absoluten Flaggschiffklasse an. Vor allem beim Razr 60 Ultra geht der Hersteller diesmal in die Vollen. Upgrades etwa zur Widerstandsfähigkeit erhalten aber beide.

Razr 50 und Razr 50 Ultra erhalten mit den Neuveröffentlichungen ihren jeweiligen Nachfolger. Das Razr 60 kostet 799,99 Euro, das Razr 60 Ultra liegt bei 1.299,99 Euro. Motorola nennt für beide Smartphones ein widerstandsfähigeres Scharnier, das mittels Titan verstärkt wird, und eine Zertifizierung nach IP48 statt vormals IPX8, sodass jetzt nicht mehr nur Wasser, sondern auch Staub vom Gehäuse ausgeschlossen werden soll.

Farben von Pantone

Vom grundsätzlichen Aufbau her sind sich beide faltbaren Smartphones mit ihrem horizontal verlaufenden Scharnier sehr ähnlich. Optische Unterschiede sind bei den Farben und der Materialwahl festzustellen, außerdem zieht nur das Razr 60 Ultra das äußere Display wirklich über die komplette Vorderseite, während beim Razr 60 ein kleiner Streifen frei bleiben muss. Für die Gehäusefarben arbeitet Motorola erneut mit Pantone zusammen und bietet „Spring Bud“, „Gibraltar Sea“, „Parfait Pink“ und „Lightest Sky“ für das Razr 60 an. Beim Razr 60 Ultra stehen auch Finishes in Leder, Alcantara und Holz zur Auswahl, die auf Namen wie „Rio Red“, „Scarab“, „Mountain Trail“ und „Cabaret“ hören.

Motorola Razr 60 Ultra

Die Bildschirme im Überblicke

Der leicht voneinander abweichende Aufbau führt beim Razr 60 zu einem Front-Bildschirm mit 3,6-Zoll-OLED, 413 ppi, 90 Hz, 100 Prozent DCI-P3, einer Helligkeit von 1.700 cd/m² in der Spitze und Gorilla Glass Victus als Schutz. Darauf lassen sich auch Fotos in Googles Ultra-HDR-Format darstellen. Auf 4,0 Zoll wächst das OLED-Panel des Razr 60 Ultra, das darüber hinaus 120 Hz und im Gaming-Modus sogar 165 Hz bietet, HDR10+ für Videos unterstützt und bei der Helligkeit auf bis zu 3.000 cd/m² geht. Das Schutzglas liefert erneut Corning, hier allerdings mit Gorilla Glass Ceramic.

Auf leicht unterschiedliche Bildschirme vertraut Motorola auch im geöffneten Zustand. 6,9 Zoll im günstigeren stehen 7,0 Zoll im teuren Modell gegenüber, wobei als Auflösungen 1080p mit 413 ppi und 1224p mit 464 ppi geboten werden. Support für HDR10+ liegt diesmal allerdings für beide Smartphones vor, Dolby Vision hingegen nur beim Razr 60 Ultra. Das strahlt mit bis zu 4.500 statt 3.000 cd/m² in der Spitze zudem bis zu 50 Prozent heller. Abermals werden die beiden Geräteklassen zudem mit 120 Hz vs. 165 Hz voneinander abgegrenzt.

Prozessoren von Qualcomm und MediaTek

Nachdem im Razr 50 Ultra noch der Snapdragon 8s Gen 3 und somit nicht das eigentliche Qualcomm-Flaggschiff ohne „s“ im Namen zum Einsatz kam, geht Motorola für das Razr 60 Ultra mit dem Snapdragon 8 Elite, 16 GB RAM und 512 GB UFS-4.0-Speicher diesmal in die Vollen. Analog zum Razr 50 wird beim Razr 60 auf MediaTek gesetzt, wobei der Dimensity 7400X den 7300X ablöst. Dabei handelt es sich allerdings nur um einen kleinen Refresh mit 100 MHz mehr auf den mittlerweile ziemlich alten Cortex-A78-Kernen. Im Razr 60 sind außerdem 8 GB RAM und 256 GB UFS 2.2 verbaut. Beim SoC klafft demnach eine riesige Lücke zwischen Razr 60 und Razr 60 Ultra.

Unter der Haube stecken mit 4.700 mAh und 4.500 mAh außerdem unterschiedlich große Batterien zugunsten des teureren Razr 60 Ultra. Drahtloses Laden ist hingegen immer vorhanden, wobei das Laden mit 30 zu 15 Watt und 68 zu 30 Watt bei der Nutzung von USB-C unterschiedlich stark mit Vorteil für das Razr 60 Ultra ausfällt. Nur das Razr 60 Ultra bietet zudem drahtloses Laden in die entgegengesetzte Richtung mit 5 Watt.

Kameras mit größeren Pixeln

Beide Smartphones geben dem Anwender zwei in das äußere Display eingelassene Kameras zur Hand, die somit auch für Selfies mit einer höheren Qualität geeignet sind. Eine interne Selfie-Kamera gibt es dennoch als dritte Linse. Die Hauptkamera des Razr 60 kommt erneut auf 50 MP, die Pixel fallen mit 1,0 zu 0,8 µm größer aus. Das Razr 60 bleibt hingegen bei dieser vorherigen Größe. Standardmäßig wird die Auflösung mittels Pixel-Binning auf 12,6 MP mit dann „2,0 µm“ respektive „1,6 µm“ großem Bildpunkten reduziert. Eine Bildstabilisierung (OIS) und von Pantone abgestimmte Farben im Allgemeinen sowie im Speziellen für Hauttöne bieten beide Varianten. Die Ultraweitwinkelkamera erreicht 50 MP (0,6 µm) bei f/2.0 im Razr 60 Ultra und 13 MP (0,7 µm) bei f/2.2 im Razr 60 – jeweils auch mit Option für Makrofotos. Videos werden in bis zu 8K30 oder 4K60 beim Flaggschiff und in maximal 4K30 beim günstigeren Razr-Modell unterstützt.

Android mit Moto AI

Für das Betriebssystem wird auf Android 15 mit leichten UI-Anpassungen durch Motorola, aber im Großen und Ganzen der Optik von Google gesetzt. Für die Vorgänger hatte der Hersteller Updates für drei Android-Hauptversionen zugesagt, für die Neuvorstellungen fehlt eine Angabe diesbezüglich allerdings noch. Ergänzt wird das OS durch „Moto AI“ mit Features wie „Catch Me Up“, das Zusammenfassungen der Benachrichtigungen erstellen kann, „Pay Attention“, das Gespräche aufzeichnen und transkribiere kann und „Remember This“, um Bildschirminhalte hinsichtlich Details und Kontext zu analysieren. Die AI-Features stehen auf beiden Geräten erstmals auch auf den Außendisplay zur Auswahl. Das Razr 60 bietet zudem eine dedizierte Moto-AI-Taste.

ComputerBase hat Informationen zu diesem Artikel von Motorola unter NDA erhalten. Die einzige Vorgabe war der frühestmögliche Veröffentlichungszeitpunkt.

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