Wooting 60HE v2: Überarbeitete Mini-Tastatur setzt auf Klang

Max Doll
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Wooting 60HE v2: Überarbeitete Mini-Tastatur setzt auf Klang
Bild: Wooting

Wooting überarbeitet die Analogtastatur Wooting 60HE (Test) im Mini-Format. Bei der „v2“ steht vor allem der Klang im Mittelpunkt der Bemühungen. Änderungen an Gehäuse, Aufbau und Tastern zielen vor allem darauf ab. Aber auch das Layout erfährt eine Neuerung.

Grundsätzlich setzt das Unternehmen damit den mit der Wooting 80HE (Test) beschrittenen Weg fort: Eine hochpreisige Tastatur differenziert sich nicht mehr nur über ihr üppiges Featureset, sie muss auch edel klingen.

Das von der 80HE bekannte Upgrade auf eine Polling Rate von 8.000 Hz ist die am wenigsten überraschende Neuerung, zumal „Gaming“ deutlich auf der Fahne von Wooting steht. Auch die 60HE v2 wird sich darüber hinaus wieder vollständig auf FN- und weiteren Ebenen programmieren lassen, entweder über Wootings Software oder eine Web-App.

Erstmals wird die 60HE zudem in einer Version mit geteilter Leertaste angeboten, die sogar zwei zusätzliche Tasten schafft. Die Idee dahinter: Die Leertaste wird oft nur mit dem linken Daumen und linksseitig betätigt. Sie zu unterteilen schafft Spielraum für eine weitere Funktion, ohne die Tastatur größer bauen zu müssen.

Wooting 60HE v2 (Bild: Wooting)

Taster mit Marmorklang

Am meisten Aufwand betreibt Wooting allerdings für den Klang. Einen Beitrag dazu leistet der neue „Lekker Tikken“-Taster. Hierbei handelt es sich um einen analogen Taster mit „normaler“, d.h. geschlossener Gehäuseunterseite. Das soll den Klang tiefer werden lassen, der Hersteller spricht hier von „marbly“, also mamorartigen Ton von der Art einer Murmel. Tatsächlich haben Analogtaster in diesem Bereich normalerweise einen kleinen Nachteil.

Auch den neuen Tastern steht das gesamte Funktionsspektrum bei Wooting zur Verfügung. Dazu zählen Rapid Trigger, Snap Tap sowie Doppel- und Mehrfachbelegungen. Das ist allerdings eher eine Momentaufnahme: Von softwareseitigen Neuerungen haben bei Wooting bislang auch bereits veröffentlichte Produkte profitiert.

Wooting Lekker Tikken
Wooting Lekker Tikken (Bild: Wooting)

Gehäuse erhält „Sounding“

Das Gehäuse wurde ebenfalls überarbeitet. Dank des neuen „friction-fit“-Systems kann das PCB einfach nach oben aus dem Chassis genommen werden, ohne vorher alle Tastenkappen und Schrauben zu lösen. Das soll Experimentieren mit der Klangcharakteristik, etwa durch unterschiedliche Dämmmaterialien, erleichtern.

Wie bisher soll sich das Gehäuse mit „den meisten“ Alternativprodukten aus dem Zubehör tauschen lassen. Fast schon als Randnotiz geht dabei durch, dass der Halteriemen nun links oder rechts am Gehäuse angebracht werden kann und sich seine Halter auch ausbauen lassen.

Die Klangsignatur soll durch eine Schicht PET-Folie unter dem PCB, einem klassischer Tape-Mod und FR4-Switch-Plate weiter akzentuiert werden. Zwischen PCB und Plate soll eine Schicht Poron Vibrationen verringern und Anschläge abfedern. Die gleiche Aufgabe kommt der Entkopplung zu. Bei der untersten Schicht Dämmung lässt Wooting die Wahl: Verbaut werden kann eine Silkonmatte (weniger Resonanz, weicheres Klangbild), eine Schaumstofflage (akzentuierter Klang) oder schlicht nichts.

In den Handel bringen will Wooting die 60HE v2 voraussichtlich im letzten Quartal des Jahres.

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