Android XR: Google steigt wieder in den Markt der Smart Glasses ein
Rund zwölf Jahre nach der Google Glass will das Unternehmen gemeinsam mit Partnern und diesmal auf Android XR basierend wieder in den Markt der Smart Glasses mit Augmented Reality einsteigen. Zur Entwicklerkonferenz I/O zeigte Google mit ersten Apps, wie das UI dieser Geräte aussehen wird. Partner sollen dabei unterstützen.
Die erste Android-Plattform der Gemini-Ära
Bereits zur Android Show letzte Woche hatte Google angekündigt, dass Gemini neben Smartwatches, Autos und Fernsehern auch auf Android XR kommen wird. Das im Dezember 2024 vorgestellte Betriebssystem sei die erste neue Android-Plattform aus der Gemini-Ära, erklärte Google heute, eben weil bei dieser Geräteklasse damit die Hände frei bleiben können. XR umfasst Virtual, Mixed und Augmented Reality. Bislang lag der Fokus auf vollwertigen Headsets wie Samsungs Project Moohan, für das heute abermals zugesichert wurde, dass es noch dieses Jahr auf den Markt kommen werde.
Google steigt wieder bei Smart Glasses ein
Heute zur I/O wurde es allerdings auch rund um das Thema Augmented Reality wieder konkret bei Google. Diesen Markt hatte Google schon einmal vor rund zwölf Jahren mit der Google Glass betreten, die sich allerdings mehr an Entwickler und Enterprise-Kunden richtete. Besonders gut kam das Produkt nie so richtig an. Die aus externer Betrachtung „dauerfilmenden“ Träger wurden oftmals als „Glassholes“ bezeichnet. Google war mit der Brille, so lässt sich rückblickend konstatieren, viel zu früh dran, denn aktuelle Produkte wie die Ray-Ban Meta-Brillen laufen sehr erfolgreich.
Kamera, Mikrofone und Lautsprecher
Jetzt steigt Google wieder in den Markt ein, nachdem man seit mehr als einer Dekade an dem Projekt geforscht habe. Google erklärte zur Entwicklerkonferenz, dass die nächste Generation von Smart Glasses mit einer Kamera, mehreren Mikrofonen und Lautsprechern ausgestattet sein wird. Das Unternehmen gab außerdem preis, dass die neuen Brillen ein Smartphone voraussetzen, demnach zumindest nicht in jedem Punkt vollständig eigenständig laufen werden. Das erlaube Nutzern den Zugriff auf Apps, ohne in die Tasche greifen zu müssen. Hardware-Partner bei den Chipsätzen ist Qualcomm.
Das Display ist optional
Rein optional sei bei Smart Glasses mit Android XR hingegen ein in das Brillenglas eingelassenes Display, das zusätzliche visuelle Informationen bereitstellen kann.
So sieht Android XR auf Smart Glasses aus
Wie diese Anzeige unter Android XR bei der Verwendung verschiedener Google-Apps aussieht, zeigt Google anhand von Maps, Photos, Translate, Messages und Kalender. Mit Gemini könne die Brille sehen und hören, was der Anwender sieht, damit den Kontext verstehen und Informationen zum richtigen Zeitpunkt zur Verfügung stellen.
Google kooperiert mit Partnern
Diesmal will Google kein eigenes Produkt wie noch zu Zeiten der Google Glass auf den Markt bringen, stattdessen setzt man auf die Kooperation mit Partnern wie Brillenherstellern und anderen Tech-Unternehmen. Bei den Brillenherstellern holt Google das südkoreanische Unternehmen Gentle Monster und Warby Parker aus den USA ins Boot. Beide Unternehmen sollen „stylische“ Brillen mit Android XR anbieten.
Referenzplattform mit Samsung
Nach Project Moohan setzt Google die Kooperation mit Samsung für Smart Glasses fort. Gemeinsam soll zum einen die passende Software entwickelt werden, zum anderen sei eine Hardware-Referenzplattform in Planung, um mit anderen Unternehmen ein Ökosystem neuer Smart Glasses aufzubauen. Entwickler sollen Richtung Ende dieses Jahres Zugang zu dieser Plattform erhalten. Wann mit den Produkten für Endkunden zu rechnen ist, dazu hat sich Google noch nicht geäußert.
Google sammelt Feedback zur Privatsphäre
Mit Google Glass im Rückspiegel versichert Google aber schon heute, dass man ein „wahrhaft assistives“ Produkt entwickeln wolle, das die Privatsphäre sowohl des Trägers als auch der Personen im Umfeld respektiere. Um das sicherzustellen, sammele man auf Basis interner Prototypen bereits Feedback von vertrauenswürdigen Testern. Über die kommenden Monate sollen weitere Details dazu bekannt gegeben werden.
ComputerBase hat Informationen zu diesem Artikel von Google unter NDA erhalten. Die einzige Vorgabe war der frühestmögliche Veröffentlichungszeitpunkt.
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