Computer-Pionier: Heinz Nixdorf wäre heute 100 Jahre alt geworden
Heinz Nixdorf prägte den Eintritt ins Computer-Zeitalter maßgeblich und machte die Nixdorf Computer AG zum größten Computerhersteller Europas. Sein Vermächtnis besteht im Heinz Nixdorf MuseumsForum in Paderborn fort, dem weltweit größten Computer-Museum. Heute hätte Nixdorf seinen 100. Geburtstag gefeiert.
Aus dem Nichts zum führenden Computer-Hersteller in Europa
Heinz Nixdorf gilt als einer der einflussreichsten Unternehmer der deutschen Nachkriegszeit und als Pionier der Computer-Technik. Am 9. April 1925 in Paderborn geboren, studierte er nach dem Zweiten Weltkrieg in Frankfurt am Main Physik und gründete 1952 mit gerade einmal 27 Jahren das „Labor für Impulstechnik“. Trotz bescheidener Mittel legte er damit den Grundstein für die spätere Nixdorf Computer AG. Das Ziel des Unternehmens bestand darin, digitale Rechentechnik auch für kleine und mittelständische Betriebe zugänglich zu machen.
Im Gegensatz zu anderen Anbietern wie IBM, die auf leistungsstarke Großrechner setzten, verfolgte Nixdorf konsequent das Ziel, kompaktere und bezahlbare Computer-Systeme für kleine und mittelständische Unternehmen zu entwickeln, die bis dahin vom Großrechnermarkt ausgeschlossen waren. Seine Vision: Rechenleistung für alle – einfach bedienbar, wirtschaftlich nutzbar und flächendeckend verfügbar. Damit nahm er bereits zahlreiche Aspekte der späteren Digitalisierung vorweg. In den 1970er-Jahren wuchs das Unternehmen stark und war international tätig, mit über 20.000 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von rund vier Milliarden D-Mark entwickelte sich die Nixdorf Computer AG zum größten Computer-Hersteller Europas.
Engagement abseits des Unternehmens
Über seine Rolle als Unternehmer hinaus engagierte sich Nixdorf auch in den Bereichen Bildung, Ausbildung und gesellschaftliche Verantwortung. Er initiierte moderne Ausbildungskonzepte innerhalb seines Unternehmens, unterstützte wissenschaftliche Einrichtungen und förderte eine praxisorientierte Technikausbildung. Für Nixdorf war es von zentraler Bedeutung, dass technische Entwicklungen den Menschen dienen und nicht umgekehrt.
Plötzlicher Tod trifft die Branche
Am 17. März 1986 verstarb Heinz Nixdorf völlig überraschend während eines Vortrags auf der CeBIT in Hannover. Sein plötzlicher Tod war ein Schock für die Branche.
Museum führt Engagement weiter
Am 24. Oktober 1996 wurde mit Mitteln der Heinz-Nixdorf-Stiftung in Paderborn das Heinz Nixdorf MuseumsForum (HNF) eröffnet. Auf einer Ausstellungsfläche von 6.000 Quadratmetern wird in diesem die 5.000-jährige Geschichte der Informations- und Kommunikationstechnik dokumentiert, was das HNF zum weltweit größte Computer-Museum macht. Die Sammlung umfasst über 5.000 Exponate, die von antiken Zahlensystemen über mechanische Rechenmaschinen und Lochkartenrechner bis hin zu frühen Personal-Computern reichen. Mit dem Themenbereich Künstliche Intelligenz wird zudem eine Brücke zur heutigen Entwicklung geschlagen
Das Museum versteht sich dabei als Ort der Wissensvermittlung, an dem Vorträge, Workshops, interaktive Stationen und wechselnde Ausstellungen den Zugang zu technischen und gesellschaftlichen Themen fördern sollen. In Anlehnung an Heinz Nixdorfs Anliegen soll es zugleich als Bildungseinrichtung fungieren, zahlreiche Veranstaltungen sollen das Museum zusätzlich zu einem Forum des technischen und gesellschaftlichen Austauschs machen.