Elon Musks Stellvertreterin geht: Linda Yaccarino tritt als X-CEO zurück
Die Woche bei Elon Musks Kurznachrichtenplattform X bleibt turbulent. Erst produzierte der Chatbot Grok infolge eines „politisch-unkorrekten“-Updates antisemitische und Hitler verehrende Inhalte, nun tritt die Chefin Linda Yaccarino zurück.
Dass sie als CEO von X abtritt, verkündete Yaccarino in einem X-Beitrag. Einen konkreten Grund oder Anlass nannte sie nicht, sondern blieb allgemein. Musk selbst dankte ihr für ihre Arbeit.
After two incredible years, I’ve decided to step down as CEO of 𝕏.
— Linda Yaccarino (@lindayaX) July 9, 2025
When @elonmusk and I first spoke of his vision for X, I knew it would be the opportunity of a lifetime to carry out the extraordinary mission of this company. I’m immensely grateful to him for entrusting me…
Yaccarino übernahm im Mai 2023 den CEO-Posten von Elon Musk. Weil dieser nach der Übernahme der Plattform im Oktober 2022 unter anderem die Moderationsrichtlinien lockerte und Sperren von insbesondere rechten und verschwörungsideologischen Konten aufhob, verließen Werbepartner die Plattform. Die Konsequenz waren massive Umsatzeinbrüche.
Yaccarinos Job: Werbekunden beschwichtigen
Vor ihrer Zeit bei X war Yaccarino bei NBCUniversal tätig und dort für das Werbegeschäft verantwortlich. Umsätze wieder anzukurbeln zählte daher auch zu den zentralen Aufgaben bei X. Ihr Job war es unter anderem, die Werbetreibenden zu beschwichtigen und die Sicherheits- sowie Moderationsrichtlinien von X zu überarbeiten. Eines der neuen Systeme waren die aufgewerteten Community Notes, die sie auch in ihrem Abschiedsbeitrag erwähnt.
Öffentlich hat sie Musk immer unterstützt. Als er 2023 bei einer Konferenz den wegbleibenden Werbetreibenden unter anderem ein „Go fuck yourself“ entgegnete, bezeichnete Yaccarino seine Aussagen bei dem Auftritt in einem X-Beitrag als „Entschuldigung, Erklärung und expliziten Standpunkt unserer Positionen“.
Entscheidung für Rücktritt soll schon vor mehr als einer Woche gefallen sein
Wie CNBC berichtet, ist Yaccarinos Entscheidung schon seit mehr als einer Woche in Arbeit. Laut Informationen des Wall Street Journal war der Kauf von X durch Musks KI-Firma xAI sowie die Rückkehr einiger Werbekunden der ausschlaggebende Grund. Zusätzlich soll es Konflikte zwischen Yaccarino und dem X-Finanzchef Reza Banki gegeben haben, den Musk letztes Jahr anheuerte.
Demnach entschied sich Yaccarino schon vor den Grok-Vorfällen in dieser Woche für den Ausstieg. Nachdem Musk veranlasst hatte, dass der Chatbot Grok „politisch unkorrekter“ antworten sollte, eskalierten die Inhalte. Diese waren teilweise antisemitisch und Hitler verehrend, Grok bezeichnete sich selbst in einem Beitrag etwa als „MechaHitler“. Die KI-Firma xAI, die Grok entwickelt, löscht mittlerweile „unangemessene Inhalte“, passte den System-Prompt wieder an und kündigte Maßnahmen gegen Hatespeech an.
Noch nicht bekannt ist, wer auf Yaccarino als X-CEO folgt.