Für bessere Suchergebnisse: Washington Post und OpenAI gehen strategische Partnerschaft ein
Die Tageszeitung Washington Post und das KI-Unternehmen OpenAI haben eine stärkere Zusammenarbeit angekündigt. Ziel dieser Kooperation sei es, qualitativ hochwertige Nachrichten in ChatGPT besser zugänglich zu machen und Informationen dadurch leichter auffindbar zu gestalten.
Im Zuge dieser Partnerschaft wird ChatGPT künftig Zusammenfassungen, Zitate und Links zu Originalartikeln der Washington Post in den Antworten auf entsprechende Fragen anzeigen. Vor allem komplexe oder schnelllebige Themenbereiche wie Politik, internationale Entwicklungen, Wirtschaft und Technologie, bei denen eine fundierte und zeitnahe Berichterstattung entscheidend ist, sollen davon profitieren. Bei entsprechenden Nutzeranfragen soll ChatGPT Inhalte mit klarer Quellenangabe und direkten Verlinkungen zu vollständigen Artikeln bereitstellen.
Washington Post nicht die erste Tageszeitung
Zur neuen strategischen Ausrichtung erklärte Peter Elkins-Williams, Head of Global Partnerships bei der Washington Post, dass Nutzer von ChatGPT künftig „aussagekräftige Berichte auf Knopfdruck zur Verfügung haben“ sollen. Varun Shetty, Head of Media Partnerships bei OpenAI, führt aus, dass mehr als 500 Millionen Menschen ChatGPT wöchentlich nutzen würden, um Antworten auf unterschiedlichste Fragen zu erhalten. „Indem wir in qualitativ hochwertigen Journalismus von Partnern wie der Washington Post investieren, tragen wir dazu bei, dass unsere Nutzer zeitnahe, vertrauenswürdige Informationen erhalten, wenn sie sie brauchen“, erklärte Shetty.
Die nun getroffene Zusammenarbeit mit der Washington Post ist dabei nicht die erste ihrer Art, OpenAI hat bereits ähnliche Vereinbarungen mit über 20 Nachrichtenverlagen getroffen. Diese umfassen insgesamt mehr als 160 Tageszeitungen in über 20 verschiedenen Sprachen und sollen die Fähigkeiten von ChatGPT im Bereich der Informationsbereitstellung weiter stärken.
Auch wirtschaftliche Interessen
In ihrer Mitteilung erklärt die Washington Post zwar, dass die neue Partnerschaft „das jüngste Beispiel für das Engagement von The Post“ sei, um „die Auffindbarkeit ihres kritischen Journalismus durch KI-Tools und -Ressourcen zu verbessern“, dennoch dürften auch wirtschaftliche Gründe für die Kooperation eine Rolle spielen. Nachdem die Zeitung im letzten US-Wahlkampf erstmals seit Jahrzehnten auf eine Wahlempfehlung verzichtet hatte, waren Kündigungen von Redakteuren und der Verlust von über 200.000 Abonnenten sowie der Reputation die Folge. Jeff Bezos, Eigentümer der Washington Post, sah sich damals dem Vorwurf ausgesetzt, gegenüber Donald Trump „eingeknickt“ zu sein. Die aktuelle Kooperation mit OpenAI könnte nun dazu beitragen, im Wettbewerb mit anderen Tageszeitungen nicht den Anschluss zu verlieren und eventuell gar neue Leser zu gewinnen.