Kündigungswelle geht weiter: Microsoft entlässt 6.000 Mitarbeiter

Stefan Sokolowski
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Kündigungswelle geht weiter: Microsoft entlässt 6.000 Mitarbeiter

Microsoft hat am Dienstag bekanntgegeben, über 6.000 Mitarbeiter zu entlassen. Es ist der zweite große Stellenabbau des Konzerns in etwas mehr als zwei Jahren. Bereits im Januar 2023 verloren etwa 10.000 Angestellte ihren Job, weitere aus den von Microsoft gehaltenen Game Studios folgten ihnen im Jahr darauf.

Mitarbeiter aller Bereiche betroffen

Die über 6.000 betroffenen Mitarbeiter sollen aus allen Bereichen und Niederlassungen des Technologieriesen aus Redmond stammen. Zahlenmäßig entspricht das knapp drei Prozent der global für den Konzern Beschäftigten. Besonderer Fokus soll allerdings auf der Verschlankung des Managements liegen.

Das deckt sich auch mit Ankündigungen von Microsoft-CFO Amy Hood, welche Ende April gegenüber Investoren ankündigteden Fokus auf hochperformante Teams zu legen und unsere Agilität zu erhöhen, indem wir mit weniger Managern die Anzahl Ebenen [Hierarchien] reduzieren“.

Erst vor etwas über zwei Jahren entließ Microsoft 10.000 Mitarbeiter, was die zweitgrößte Massenentlassung nach dem Kahlschlag aus dem Jahr 2014 (18.000 Mitarbeiter) darstellte. Den Anfang 2023 freigestellten zehntausend Beschäftigten folgten bald darauf weitere, so etwa rund 1.900 Mitarbeiter des von Microsoft übernommenen Publishers Activision Blizzard. Kurz darauf entfielen zahlreiche weitere Arbeitsplätze, als Microsoft diverse Bethesda-Studios schloss.

Entlassungen trotz guter Quartalszahlen

Wer nun vermutet, die aktuellen Entlassungen stünden in Verbindung mit wirtschaftlichen Notlagen oder finanziellen Engpässen des Konzerns, der liegt falsch. Finanziell steht Microsoft nämlich aktuell ziemlich solide da. Nachdem bereits im letzten Quartal deutliche Zuwächse zu Buche standen, zeigten sich auch im am 31.03. zu Ende gegangen dritte Quartal des Geschäftsjahrs gute Zahlen.

Der Umsatz lag bei 70,1 Milliarden US-Dollar, was einem Zuwachs von 13 Prozent entspricht und auch beim Nettogewinn wurde mit insgesamt 25,8 Milliarden US-Dollar ein Zuwachs von satten 19 Prozent erreicht. Microsoft hat damit die Erwartungen der Analysten deutlich übertroffen. Insbesondere das Cloud- und KI-Geschäft sorgten für schwarze Zahlen zum Abschluss des Quartals.

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