Neuer Siri-Chef baut um: Führungspersonal wird mit Vertrauten ausgetauscht
Der Schritt soll dem Erfolg der Firma dienen: Der neue Siri-Chef Mike Rockwell restrukturiert einen Monat nach Übernahme der digitalen Assistentin viele Teams um und setzt vertrautes Personal aus der Vision-Pro-Softwaregruppe an die Spitze der Führung. Die Siri-Entwicklung wird damit weiträumig neu besetzt.
Rockwell nimmt vertrautes Personal mit zu Siri
Rockwell (Titelbild) zeichnete sich zuvor für die Entwicklung der Vision Pro verantwortlich und hat daher auch die Vision-Pro-Softwaregruppe geleitet, die etwa für visionOS zuständig war. Rockwell bleibt neben der Siri-Entwicklung auch weiter für visionOS zuständig, jedoch nicht mehr für die Vision Pro als Hardware-Produkt. Aus der Software-Gruppe verlagert Rockwell nun bekanntes Personal an die Spitze der Siri-Entwicklung, wie Bloomberg berichtet. Zudem sollen die Teams, die für die Nutzererfahrung, Leistung, Sprache und Verständnis von Siri zuständig sind, umstrukturiert werden.
Apple strukturiert Siri-Team komplett um
Im Artikel sticht heraus, dass von der Umgestaltung durch Rockwell kaum Abteilungen verschont bleiben: Ranjit Desai steht nun an der Spitze der Siri-Entwicklung und soll sich wohl auf eine höhere Leistung bei geringerer Latenz konzentrieren. Olivier Gutknecht wird die Nutzerfahrung leiten, zwei weitere erfahrene Apple-Entwickler werden sich der zugrunde liegenden Architektur von Siri stellen. Rockwell will damit eine bessere Skalierung der Technologie erreichen. Spitzenpersonal wird ebenfalls dem Team für Siris Verständnis beigestellt und eine neue Gruppe für Sprachkomponenten, ebenfalls mit einem Entwickler-Veteranen an der Spitze, aufgesetzt.
Wie Bloomberg weiter schreibt, setzt Rockwell hier ganz bewusst auf Personal aus der Entwicklung der Vision Pro, um Siris Defizite zu beheben und die Assistentin wieder auf Kurs zu bringen. Bisheriges Personal wird dabei entweder ausgetauscht oder zurückgestuft.
Der neue Plan: Eine große LLM-Siri
Hintergrund ist, dass Apple bisher versucht hat, die alte Siri parallel zu einer neuen (KI-)Siri zu betreiben. Für einfache Aufgaben kommen aktuell weiter die alten Systeme zur Anwendung, die Large-Language-Modelle für Apple Intelligence bisher nur für die neuen Aufgaben zum Einsatz. Doch dieses Vorgehen ist unter Rockwell nun vom Tisch.
Apple entwickelt nach Informationen von Bloomberg stattdessen direkt eine einzige große LLM-Siri, die als vollständiges KI-System aufgebaut sein soll und damit ChatGPT ähneln könnte. Diese Entwicklung wird jedoch dauern. Frühere Gerüchte sind zuerst von 2026 ausgegangen, mittlerweile jedoch frühestens von 2027.
Siri-Entwicklung bisher eine Herausforderung
Im vergangenen Monat musste Apple die neue Siri öffentlich auf „nächstes Jahr“ verschieben, nachdem in der Entwicklung wohl schwerwiegende Probleme aufgetaucht waren. Die interne Konsequenz war Ende März eine Neustrukturierung der KI-Aufgaben: Der bisherige KI-Chef Giannandrea wurde teilweise entmachtet und ist nun nur noch für die KI-Forschung zuständig, Rockwell hingegen übernimmt die Entwicklung von Siri und kehrt mit der neuen Abteilung unter die Fittiche von Apples Software-Chef Craig Federighi zurück. Siri war dort bis zur Übernahme von Giannandrea im Jahr 2018 beheimatet.
Rockwell gilt als interner Kritiker der Siri-Entwicklung unter Giannandrea, nachdem sein Team für die Vision Pro eine Steuerung per Siri angeblich im Jahr 2023 bereits streichen musste, da die Assistentin diese Aufgaben nicht erfüllen konnte. Siri auf das Niveau der Mitbewerber zu bringen und dem Konzern zu ermöglichen, mit ihr die nächste Generation an Smart-Home-Zubehör zu veröffentlichen, ist damit Rockwells Hauptaufgabe.