Nvidia, Apple, Microsoft & mehr: US-Tech-Aktien brechen nach Trump-Zöllen ein
Die neue US-Regierung unter Donald Trump hat am 2. April hohe Zölle auf Importe aus fast jedem Land der Welt eingeführt. Als Reaktion darauf brechen zahlreiche US-Tech-Aktien am Folgetag nun ein, denn die Zölle betreffen auch Schlüsselländer wie China und bedrohen damit Umsatz und Gewinn.
US-Tech-Aktien im Sinkflug
In den vergangenen fünf Tagen sind an der Börse zahlreiche US-Aktien eingebrochen, etwa Intel um 10 Prozent, Nvidia um 8 Prozent, Googles-Mutterkonzern Alphabet um 8 Prozent und Apple um 10 Prozent. Während einige Aktien schon kurz vor der Ankündigung der Zölle geschwächelt haben, war die Ankündigung dann für einen regelrechten Kursrutsch verantwortlich. Der US-Tech-Index Nasdaq ist zum Marktstart heute ebenfalls um 5 Prozent nach unten gerutscht. Parallel sinkt auch der US-Dollar und der Goldkurs erreicht neue Rekordwerte, wie der Spiegel berichtet.
Zölle für fast alle Länder auf der Welt
Die Zölle wurden am 2. April im Rosengarten des Weißen Hauses angekündigt, den die Trump-Administration seit Wochen als „Befreiungstag“ („Liberation day“) in Aussicht gestellt hat. Sie umfassen Einfuhrzölle auf fast alle Länder, wobei Kanada, Mexiko und Russland ausgenommen sind. Damit werden nun ein Großteil der importieren Waren aus dem Ausland (wie Smartphones, Konsolen, Autos oder auch Nahrung) mit Zöllen von bis zu 46 Prozent belegt.
Unterschiedliche Zölle je nach Land
Die Zölle unterscheiden sich jedoch nach Land: Für Waren aus China werden 34 Prozent aufgeschlagen, für Waren aus der EU 20 Prozent, Vietnam wird mit 46 Prozent besonders hart getroffen. Die Zölle sind nach Angaben von Trump auf Basis der bestehenden Zölle gegenüber den USA berechnet worden. Die US-Regierung nennt sie daher auch „reciprocal tariffs“ also „wechselseitige Zölle“, als Antwort auf bereits bestehende.
Fragwürdige Berechnung der Zölle
So soll die EU angeblich bereits einen Zoll von 39 Prozent implementiert haben. Sowohl der Spiegel als auch die New York Times bestätigen, dass es hierbei jedoch nicht um echte Zölle, sondern fiktive Werte auf Basis des Handelsdefizits handelt. Die Tagesschau titelt von einem „Fake-Zollsatz“.
Welt bereitet sich auf Gegenmaßnahmen vor
Die EU bereitet sich unterdessen wie viele andere Länder auf Gegenzölle vor, bleibt aber für Gespräche offen, wie die Zeit schreibt. Weltweit hagelt es zudem Kritik an dem Rundumschlag, der Guardian hat die Reaktionen zusammengetragen. Die Auswirkungen des sich anbahnenden Handelskriegs sind damit noch nicht ganz absehbar und sorgen für Unsicherheit an der Börse.
Mit den Zöllen möchte die US-Regierung Produktionsstätten aus dem Ausland in die USA bringen. Das Kalkül: Wenn die Zölle so hoch sind, dass sich die günstigere Produktion in China nicht mehr lohnt, wird vielleicht mehr in der Heimat produziert. Trump erwartet auch, dass US-Bürger mehr US-Waren kaufen, schreibt die BBC.
Gewinn oder Umsatzverluste zu erwarten
Für die US-Firmen werden diese Zölle wohl nach gängigem Wirtschaftsverständnis zu einem Problem werden. Entweder werden die Zölle an den Verbraucher weitergegeben oder die Firmen federn den Aufpreis selbst ab, machen dann jedoch folglich weniger Gewinn.
Apple könnte 15 Prozent Gewinn verlieren
Für Apple stellt der Analyst Ming-Chi Kuo (X) bereits einen Verlust der Gewinnmarge um bis zu neun Prozentpunkte in Aussicht. Die Marge könnte nach einigen internen Optimierungen somit von 47 Prozent auf bis zu 40 Prozent fallen. Ein Gewinneinbruch um fast 15 Prozent könnte die Folge sein.
Die Alternative: Entscheiden sich die US-Firmen, die Zölle an die Endkunden weiterzugeben, um die Gewinnspanne zu erhalten, so müssen folglich die Preise für importierte Smartphones, Konsolen oder Autos steigen. Die Folge wäre Inflation für Güter, die außerhalb der USA produziert werden. Ob Apple und Co. diesen Weg wählen und ob die Preise dann auch in anderen Teilen der Welt steigen, um US-Kunden weniger zu belasten, ist noch unklar.