Stargate-Projekt: Oracle investiert 40 Milliarden USD in Nvidia-GB200-Chips

Philipp Ernicke
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Stargate-Projekt: Oracle investiert 40 Milliarden USD in Nvidia-GB200-Chips
Bild: OpenAI

Das Stargate-Projekt ist ein US-amerikanisches KI-Infrastrukturprojekt, das von US-Präsident Trump im Januar 2025 angekündigt wurde. Das Projekt umfasst Investitionen von bis zu 500 Milliarden US-Dollar für die Entwicklung von KI-Rechenzentren und soll bis zu 100.000 Jobs schaffen.

Das gleichnamige Unternehmen „Stargate Project“ wurde von OpenAI, SoftBank, Oracle und MGX gegründet. Geplant sind unter anderem zehn Rechenzentren, welche alle im US-Bundesstaat Texas entstehen sollen, weitere Rechenzentren sind in anderen US-Bundesstaaten geplant.

Der Preis ist heiß

Als erstes Rechenzentrum des Stargate-Projekts gilt jenes am Standort Abilene in Texas, für das Oracle der Financial Times zufolge 400.000 Nvidia-Chips vom Typ GB200 einsetzen wird. Die Kosten werden mit 40 Milliarden US-Dollar veranschlagt. Die geschätzten Kosten für einen einzelnen GB200-KI-Beschleuniger liegen bei 60.000 bis 70.000 US-Dollar, weitere Kosten entstehen für Netzwerk, Storage, Racks, Kühlung und mehr.

Klar ist, dass das KI-Rechenzentrum in Abilene, wenn es Mitte 2026 in den vollen Betrieb gehen soll, eine Leistung von 1,2 Gigawatt haben und damit zu den größten Rechenzentren der Welt gehören wird. 1,2 Gigawatt entsprechen der Leistung eines großen Kernkraftwerks.

Betrieb Oracle, Nutzung OpenAI

Durch die Eigentümer des Standorts, Crusoe und die US-Investmentfirma Blue Owl Capital, wurden 15 Milliarden US-Dollar für den Bau bereitgestellt. Nach Fertigstellung wird das KI-Rechenzentrum für 15 Jahre von Oracle gepachtet und die Rechenleistung an OpenAI vermietet werden.

Das Rechenzentrum in Abilene ist für OpenAI ein wichtiger Schritt in der Loslösung von Microsoft. Ein Exklusivvertrag sorgte bisher dafür, dass OpenAI ausschließlich die Rechenleistung von Microsoft-Rechenzentren nutzte. Allerdings wächst OpenAIs Bedarf an Rechenleistung weit schneller, als Microsoft diesen noch decken kann.

Expansion außerhalb der USA

An dem Stargate-Projekt ist auch ein Staatsfond aus Abu Dhabi beteiligt, welcher 7 Milliarden US-Dollar beisteuert. In Abu Dhabi wiederum plant OpenAI sein bisher einziges Stargate-Rechenzentrum außerhalb der USA. Der dort in Entstehung begriffene VAE-USA-KI-Campus soll bei Inbetriebnahme eine Rechenzentrumsleistung von sogar 5 Gigawatt haben, was weit mehr als 1,5 Millionen GB200-KI-Beschleunigern entsprechen würde.

Europa im Vergleich abgeschlagen

In Europa sind aktuell keine dermaßen großen Rechenzentren in der Planung. Das japanische IT-Unternehmen NTT Data plant im rheinland-pfälzischen Niersteiner ein neues Rechenzentrum mit bis zu 500 Megawatt Leistung (0,5 Gigawatt). Der Rechenzentrums-Standort Frankfurt am Main kann eine Leistung von rund 1 Gigawatt vorweisen.

Allerdings ist der Vergleich von Rechenzentren anhand der installierten Leistung sehr ungenau, da unterschiedliche Chip-Generationen eine völlig unterschiedliche Effizienz aufweisen können. In jedem Fall wird der Strombedarf von Rechenzentren in den nächsten Jahren stark ansteigen, vor allem getrieben durch den KI-Hype.

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