Borderlands 4 im Test: Fazit

 3/3
Wolfgang Andermahr
205 Kommentare

Anspruchsvoll, aber mit den richtigen Tools zu zähmen

Borderlands 4 ist ein wirklich sehr anspruchsvolles Spiel für den eigenen Rechner, aber kein ungewöhnlich anspruchsvolles: Metal Gear Solid Delta: Snake Eater (Test) sowie Mafia: The Old Country (Test) hatten dieselben Anforderungen.

Borderlands 4 Anforderungen lassen sich aber bei immer noch hübscher Grafik zähmen, indem die Grafikdetails ein wenig reduziert werden und wenn aggressives Upsampling genutzt wird. Für Letzteres ist jedoch DLSS 4 oder FSR 4 notwendig, sodass entsprechend nicht alle Grafikkarten dafür geeignet sind. Ab einer GeForce RTX 2000 oder Radeon RX 9000 ist man dabei, während alle anderen 3D-Beschleuniger sichtbare Einbußen in Kauf nehmen müssen.

Während die Anforderungen gar nicht mehr so ungewöhnlich sind, ist es die Reaktion der Entwickler darauf schon. Vor allem in Anbetracht der aufgeheizten Stimmung ist es nicht sinnvoll, das Spiel mit dem Badass-Preset auszuliefern, was 15 Prozent Leistung kostet, optisch aber nur sehr wenig bringt. Noch fraglicher sind die Empfehlungen gewesen, quasi überall Frame Generation zu nutzen – um auf 60 FPS zu kommen.

60 FPS werden in Borderlands 4 erreicht ab (Direkt zu den Benchmarks):
Nvidia AMD Intel
2.560 × 1.440 RTX 5070
RTX 4070
RX 9060 XT
RX 7800 XT
3.440 × 1.440 RTX 5070
RTX 4070
RX 9070
RX 7900 XTX
3.840 × 2.160 RTX 5070 Ti
RTX 4080
RX 9070 XT

Denn in Borderlands 4 gilt das, was für absolut jedes Spiel gilt: Frame Generation benötigt eine gewisse Render-Framerate, um ein gutes Spielgefühl zu erzeugen. Das Feature eignet sich nicht dazu, um ruckelnde Spiele plötzlich flüssig zu bekommen. Aus 30 FPS werden eben keine guten 60 FPS. Frame Generation funktioniert in Borderlands 4 gut und ist auch sinnvoll, aber eben nur um bereits ordentliche Frameraten in noch höhere zu verwandeln und nicht um generell auf spielbare FPS zu bekommen. Das ist aber etwas, was zuletzt nicht nur Spieleentwickler behaupten, sondern auch immer mal häufiger Marketing-Abteilungen von Grafikkarten-Hersteller. So ruiniert man sich dann auch ganz schnell den Ruf des eigenen Features.

Radeon etwas vor GeForce, GeForce weit vor Arc

AMD-Grafikkarten sind in Borderlands 4 gut unterwegs und liefern leicht mehr Performance als ihre Nvidia-Kollegen. Das gilt aber nur für die aktuelle Generation mit RX 9000, die älteren Ableger liegen auf ihrem normalen Niveau. Das Ergebnis liegt dann auch daran, dass die neuen GeForce-Modelle sich kaum von der Vorgänger-Generation absetzen können. Intels Arc-Modelle haben größere Leistungsprobleme: Die ältere A-Serie geht völlig die Puste aus, während die aktuelle B-Serie zwar deutlich schneller ist, aber nach wie vor nicht auf dem Niveau der AMD- und Nvidia-Grafikkarten angekommen ist.

Upsampling ist in Borderlands 4 wie bereits erwähnt entscheidend und mit DLSS 4 sowie FSR 4 sind die richtigen Werkzeuge vorhanden. Beide Varianten haben ihre Vor- sowie Nachteile, schlussendlich schenken sich beide Techniken wenig in dem Spiel. FSR 3.1, TSR sowie XeSS können nicht im Ansatz mithalten, was ein Problem ist. Denn während mit DLSS 4 und FSR 4 der Performance-Modus auch in WQHD noch gut zu nutzen ist, tun sich TSR und XeSS bereits mit dem Quality-Modus schwer – und FSR 3.1 ist wie eigentlich immer noch schlechter. Wessen Grafikkarte die neusten Upsampler nicht unterstützt, muss die benötigte Leistung über die Grafikdetails herausholen. Und dort sind alle FPS-Schübe mit einer sichtbar schlechteren Qualität verbunden, anders geht es aber eben nicht.

Im Test hat die PC-Version von Borderlands 4 gut funktioniert, Abstürze oder größere technische Probleme hat es nicht gegeben. Traversal-Stotterer sind wie gewohnt vorhanden, stören aber zumindest nicht allzu sehr. Erwähnenswert ist noch, dass 8-GB-Grafikkarten auch mit den zweithöchsten Texturdetails bei längerer Spielzeit Schwierigkeiten haben, hier sollte auf die mittleren Texturdetails zurückgeschaltet werden.

Borderlands 4 im Technik-Test
Die technischen Merkmale
Borderlands 4 Eigenschaften
Entwickler Gearbox
Publisher 2K
Engine Unreal Engine 5.5.4.0
API DirectX 12
Nvidia Reflex
Nvidia Reflex 2 Nein
AMD Anti-Lag 2 Nein
HDR
Widescreen (21:9) (Screenshot-Vergleich)
Kantenglättung TAA
Temporales Upsampling
Nvidia DLSS 4 Transformer
Nvidia DLSS Super Resolution (SR)
Nvidia DLSS Ray Reconstruction (RR) Nein
Nvidia DLSS Frame Generation (FG)
Nvidia DLSS Multi Frame Generation (MFG)
AMD FSR 4 Super Resolution (SR) ✓ (per AMD-App)
AMD FSR Super Resolution (SR)
AMD FSR Frame Generation (FG)
Intel XeSS Super Resolution (SR)
Intel XeSS Frame Generation (FG)
Epic UE TSR (SR) Nein
Native Auflösung + Upsampling ✓ (DLAA, FSR, XeSS, TSR Native)
Direkt zur Upsampling-Analyse
Raytracing
Software-Lumen (UE5) ✓ (Beleuchtung, Reflexionen)
Hardware-Lumen (UE5) Nein
60 FPS im Benchmark ab (mit DLSS/FSR)
WQHD RTX 5070 / RTX 4070 / RX 9060 XT / RX 7800 XT
UWQHD RTX 5070 / RTX 4070 / RX 9070 / RX 7900 XTX
UHD RTX 5070 Ti / RTX 4080 / RX 9070 XT
Direkt zu den Benchmarks
Release-Datum 11. September 2025
Preis zum Release 70 Euro
100 Euro (Deluxe Edition)

ComputerBase hat Borderlands 4 von Publisher 2K zum Testen erhalten. Eine Einflussnahme des Herstellers auf den Testbericht fand nicht statt, eine Verpflichtung zur Veröffentlichung bestand nicht. Es gab kein NDA.

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