Asus Prime AP202 ARGB im Test: Testergebnisse, Messwerte und Fazit

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Jan Wichmann
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Testsystem und Methodik

In Ermangelung eines Micro-ATX-Testsystems kommt im Falle des Asus Prime AP202 ARGB das Mini-ITX-Testsystem zum Einsatz. Mit einem Ryzen 7 3700X und einer Radeon RX 7700 XT ist die Konfiguration in einer noch häufig anzutreffenden Klasse angesiedelt und kann so die Wärmeentwicklung ungeschönt und unter realen Bedingungen widerspiegeln. Neben den ab Werk verbauten Gehäuselüftern werden außerdem weitere Belüftungskonstellationen mitsamt Referenzlüfter untersucht. Dabei werden als Referenzlüfter die Noctua-Modelle NF-A12 verwendet.

Asus Prime AP202 ARGB im Test
Verwendetes Testsystem
Komponenten
CPU Ryzen 7 3700X, 65 Watt TDP
Mainboard MSI B350 I Pro AC
Arbeitsspeicher Corsair Vengeance RGB DDR4-3200
Grafikkarte Sapphire Pulse Radeon RX 7700 XT
Länge: 280 mm, Höhe rund 53 mm (2,5 Slots)
SSD Western Digital Blue SN580 500 GB, M.2
Kühlung Corsair H100i Pro RGB
Gehäuselüfter Rechts: 2 × Asus MR120 (120 mm, 4-Pin)
Heck: 1 × Asus MR120 (120 mm, 4-Pin)
Referenzlüfter Rechts: 2 × Noctua NF-A12 (120 mm, 4-Pin)
Heck: 1 × Noctua NF-A12 (120 mm, 4-Pin)
Netzteil Corsair RM1000e (Tiefe: 140 mm)

Zwei Szenarien und drei Belüftungskonstellationen

Gegenüber punktuellen Temperaturmessungen zu einem willkürlichen Zeitpunkt werden alle ermittelten Temperaturen und GPU-Lüfter-Drehzahlen im Zeitverlauf protokolliert und dargestellt. Ermittelt werden die Messwerte über einen Zeitraum von 15 Minuten, der vom Start des Spiels Cyberpunk 2077 (WQHD, volle Details) bis zu dessen Beendigung reicht. Dabei werden zwei Betriebsmodi untersucht:

  1. Mit einer Gehäuse-Lüfterdrehzahl, die in 30 cm Abstand zur Front bei gemessenen 33,5 dB(A) liegt und damit als noch flüsterleise zu bezeichnen ist. Jedwedes Nebengeräusch im Raum lässt das Gehäuse aus der Wahrnehmung verschwinden.
  2. Mit höchster Drehzahl der Gehäuselüfter, also bei maximaler Gehäuse-Kühlleistung.

Um zu untersuchen, inwieweit die Ausrichtung der Seitenlüfter Einfluss auf das System hat, wurde der reguläre Ablauf um eine Testreihe (zwei Messläufe, 03 und 04) mit jeweils gedrehten Lüftern ergänzt. In allen Szenarien sitzt die verwendete AiO-Wasserkühlung im Deckel. Die zwei 120-mm-Lüfter sitzen unterhalb des Radiators und ziehen durch ihn Frischluft ins Gehäuse.

Die Testreihen – Asus Prime AP202 ARGB
Name Rechts Heck Boden
01 Werk, low 2 × MR120
900 rpm
1 × MR120
900 rpm
02 Werk, high 2 × MR120
1.600 rpm
1 × MR120
1.600 rpm
03 Werk, low, Rev 2 × MR120
900 rpm
1 × MR120
900 rpm
04 Werk , high, Rev 2 × MR120
1.600 rpm
1 × MR120
1.600 rpm
05 Ref, low 2 × NF-A14
900 rpm
1 × NF-A12
900 rpm
06 Ref, high 2 × NF-A14
2.000 rpm
1 × NF-A12
2.000 rpm
07 Ref, 1.600 2 × NF-A14
1.600 rpm
1 × NF-A12
1.600 rpm
Rev = Reverse-Ausrichtung, Ref = Referenz

Die AiO-Kühlung mit fixer Drehzahl

Damit die CPU-Temperatur ohne den Einfluss einer automatischen Steuerung gemessen werden kann, wird die Pumpensteuerung der AiO-Einheit auf ausgeglichen eingestellt. Die angesetzten Lüfter der AiO-Kühlung werden mit festen 1.200 U/min (45 %) betrieben. Die GPU-Lüftersteuerung wird hingegen aktiv gelassen. Im Leerlauf stehen die Lüfter also still. Unter Spielelast versuchen sie die GPU knapp unter der kritischen Zieltemperatur zu halten.

Der Geräuschpegel ohne aktive Geräuschquellen im Raum beträgt 32 dB. Die Skalierung der Einheit Dezibel (dB) erfolgt logarithmisch. Das bedeutet, dass eine Steigerung von 10 dB für das menschliche Empfinden etwa einer Verdopplung der Lautstärke entspricht. Die Raumtemperatur betrug zum Testzeitpunkt zwischen 23,5 und 24 °C.

Lautstärke im Leerlauf und in Spielen

Bevor es an die Temperaturen geht, gilt der erste Blick wie immer der Lautstärke in den beiden Situationen. Beide Szenarien werden jeweils bei der 33,5 dB vor dem Gehäuse ergebenden Lüfterdrehzahl und bei voller Drehzahl erhoben.

Lautstärke nach Betriebsmodus – Front
  • Nur Gehäuse im Leerlauf (33,5 dB entspricht lautlos):
    • 06 Prime AP202, Ref, high
      42,5
    • 04 Prime AP202, Reverse, high
      40,0
    • 02 Prime AP202, Werk, high
      39,9
    • 07 Prime AP202, Ref, 1.600
      36,9
    • 03 Prime AP202, Reverse, low
      33,5
    • 01 Prime AP202, Werk, low
      33,4
    • 05 Prime AP202, Ref, low
      33,0
  • Gesamtsystem unter Last (Spiel):
    • 06 Prime AP202, Ref, high
      42,5
    • 02 Prime AP202, Werk, high
      40,0
    • 04 Prime AP202, Reverse, high
      40,0
    • 07 Prime AP202, Ref, 1.600
      37,0
    • 03 Prime AP202, Reverse, low
      33,5
    • 01 Prime AP202, Werk, low
      33,4
    • 05 Prime AP202, Ref, low
      33,2
Einheit: dB(A)

Beide Szenarien gleichen sich nahezu vollständig. Das System ist im jeweiligen Leerlauf ähnlich laut wie unter Spielelast. Die bereits mehrfach beobachtete Erkenntnis, dass die verbaute Grafikkarte selbst unter Last extrem leise agiert bestätigt sich somit erneut.

Neben dem Fakt, dass die untersuchte Referenzbelüftung mit ihren maximalen 2.000 U/min um einiges lautstärker ist, als die Werkslüfter mit „nur“ 1.600 U/min ist jedoch der Blick auf die Testreihe 07 äußerst interessant. Werden die Noctua-Modelle auf die Maximaldrehzahl der Werkslüfter (1.600 U/min) gedrosselt, verrichten sie ihre Arbeit deutlich leiser als diese.

CPU-, VRM-, SSD- und RAM-Temperatur

Mit Blick auf die Temperaturmessungen muss beim Asus Prime AP202 ARGB jeweils gesondert nach normaler und umgedrehter Lüfterausrichtung sowie auch unter Beachtung der Ausrichtung der AiO-Lüfter betrachtet werden.

In den gedrosselten Testreihen (01, 03 und 05) zeigt die Reverse-Stellung der seitlichen Lüfter leichte Nachteile und ist in allen Bereichen Schlusslicht. Das gleiche Bild zeigt sich ebenso bei den Testreihen mit maximaler Drehzahl, wobei die Abstände vor allem bei der CPU im Bereich von rund 1 °C liegen.

Diagramme
CPU-Temperatur (Tctl/Tdie)
3040506070°C 150100150200250300350400450500

Ob nun die Werkslüfter oder andere Modelle verwendet werden wirkt sich zumindest hinsichtlich der CPU-Temperatur kaum spürbar aus, wenngleich letztere wie oben aufgezeigt wesentlich leiser werkeln. Hier steht dessen ungeachtet vorrangig die Leistungsfähigkeit der verbauten AiO-Lösung im Vordergrund. Gleiches gilt auch für die Ausrichtung der Lüfter.

GPU-Temperatur und -Lüfterdrehzahl

Die verbaute Grafikkarte zeigt sich wie schon bei der Lautstärkemessung von ihrer guten Seite. Hinsichtlich der erreichten Temperaturen schwankt das Modell nur minimal und bewegt sich über alle Testreihen hinweg zwischen 60 und 68 °C. Wie effektiv die Gehäusekühlung funktioniert lässt sich jedoch gut anhand der Lüfterdrehzahlen ablesen.

Diagramme
GPU-Temperatur
20304050607080°C 150100150200250300350400450500

Die Maximal-Testreihen mit absaugender Lüfterausrichtung (02, 04 und 07) verlaufen nahezu deckungsgleich bei etwa 660 U/min, wohingegen die Reverse-Testreihe teils stark ausschlägt und in der Spitze sogar etwa 900 U/min erreicht. Die langsam drehenden Testreihen ähneln sich ebenfalls und verlaufen in Wellenform zwischen 700 und 800 U/min.

Fazit

Das Asus Prime AP202 ARGB bietet mitsamt Beleuchtung und drei vormontierten Lüftern zu einem Straßenpreis von rund 100 Euro ein äußerst rundes Gesamtpaket. Das gewölbte Glaselement, der Lüftungsschlitz und auch das gewählte Micro-ATX-Format ziehen Blicke auf sich.

Die Verarbeitungsqualität, insbesondere des Glasseitenteils und dessen Arretierung, ist sehr gut. Abgesehen vom Kunststoffdeckel ist die auch Materialwahl und -qualität als sehr gut zu bezeichnen.

Abstriche müssen jedoch beim Komfort gemacht werden, denn hier tritt das Asus Prime AP202 ARGB eher schlicht und spartanisch auf. Grafikkartenhalter, gummierte Kabeldurchlässe, Aussparungen für rückwärtige Anschlüsse oder ein vollumfängliches Kabelmanagement werden nicht geboten. Für etwas Frust sorgt zudem der untere Staubfilter, der nur umständlich zu entfernen ist.

Asus Prime AP202 (ARGB)
23.09.2025
  • Sehr gute Verarbeitungsqualität
  • Dezentes aber auffälliges Design
  • Gute Hardware-Erreichbarkeit
  • Ansehnliche RGB-Elemente
  • Fehlende Komfortfeatures
  • Schlecht erreichbarer Staubfilter

ComputerBase wurde das Asus Prime AP202 ARGB leihweise von Asus zum Testen zur Verfügung gestellt. Eine Einflussnahme des Herstellers auf den Testbericht fand nicht statt, eine Verpflichtung zur Veröffentlichung bestand nicht.

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