Corsair Air 5400 im Test: Dem tollen Kammerspiel fehlt nur ein deutlicher Hinweis

Jan Wichmann
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Corsair Air 5400 im Test: Dem tollen Kammerspiel fehlt nur ein deutlicher Hinweis

Das Corsair Air 5400 bietet drei getrennte Kammern und separiert damit gekonnt die Hardware und deren zugehörige Kühlströme. Im Test bewähren sich Gehäuse und Kammerkonzept, ganz frei von Kritik ist das in vielen Punkten ausgezeichnete Gehäuse aber nicht. Was definitiv fehlt? Ein deutlicherer Hinweis.

Das Corsair Air 5400 im Detail

Das Air 5400 wurde im Rahmen der diesjährigen Computex 2025 vorgestellt und ist Corsairs erstes Drei-Kammer-Gehäuse. Während an mancher Stelle generell vom „ersten Drei-Kammer-Gehäuse“ gesprochen wird, ist dies nicht korrekt, da auch andere Hersteller wie unter anderem Thermaltake mit dem Level 20 GT oder Deepcool mit dem Tristellar (Test) bereits ähnliche Konzepte gezeigt haben.

Dessen ungeachtet interpretiert Corsair das Drei-Kammer-Konzept nach zeitgenössischen Maßstäben neu. Das Air 5400 erweitert das aktuell gängige Konzept um Hardware- und Netzteilkammer sowie einen weiteren Bereich alleinig für die AiO-Prozessorkühlung.

Corsair Air 5400 Kühlkonzept
Corsair Air 5400 Kühlkonzept (Bild: Corsair)
Corsair Air 5400 Drei-Kammer-Konzept
Corsair Air 5400 Drei-Kammer-Konzept (Bild: Corsair)

Farben und Varianten

Corsairs jüngster Spross ist seit Ende Oktober erhältlich. Hinsichtlich der Gehäusefarben stehen Schwarz und Weiß zur Auswahl. Das Corsair Air 5400 ist darüber hinaus in zwei Ausführungen erhältlich, die sich einzig in der Lüfter- und Zubehörausstattung unterscheiden.

Die Basisvariante des Corsair Air 5400 hört auf den Zusatz RS-R ARGB und kommt mit drei Reverse-Lüftern im Bodenbereich daher. Das Air 5400 LX-R RGB iCUE Link bietet ebenso drei Reverse-Lüfter im Boden, diese jedoch aus der LX-Serie, die auf das iCue-Link-Ökosystem (Test) setzen und mit weniger Kabeln daherkommen. Zudem bietet diese Variante einen iCUE-Hub, sodass noch weitere Geräte aus der Serie angeschlossen werden können.

Modell Lüfter UVP Preisvergleich
Corsair Air 5400, RS-R, Schwarz 3 × Corsair RS-R120 279,90 Euro ab 249 Euro
Corsair Air 5400, RS-R, Weiß ab 244 Euro
Corsair Air 5400, LX-R, Schwarz 3 × Corsair LX-R120 329,90 Euro ab 302 Euro
Corsair Air 5400, LX-R, Weiß ab 294 Euro

Alle vier Gehäuseableger sind bereits im Handel erhältlich. Bislang listen jedoch nur wenige Händler das neue Gehäuse. Hinsichtlich der Preisgestaltung orientieren sich die Händler (noch) an den Preisempfehlungen in Höhe von rund 280 und 330 Euro.

Corsair Air 5400 (RS-R ARGB)
26.11.2025
  • Neuartiges 3-Kammer-Layout
  • Außenelemente mit Türmechanik
  • Sehr gutes Kabelmanagement
  • Sehr gute Verarbeitungsqualität
  • Sehr gute Hardware-Erreichbarkeit
  • Reverse-Lüfter ab Werk
  • Umfangreiches Zubehör
  • Vereinzelt auftretende Makel an der Laminierung und fehlende Hinweise
  • Wenig Festplattenaufnahmen
  • Blockierender GPU-Haltearm
  • Wenig Platz am Front-AiO-Bracket

Äußeres Erscheinungsbild: breiter Fishtank

Äußerlich wirkt das Corsair Air 5400 zunächst recht gediegen. Ohne Dekoranbauten, direkter Beleuchtung oder einer auffälligen Form wirkt es zeitgenössisch. Der genaue Blick offenbart jedoch auch ungeachtet des Drei-Kammer-Designs zahlreiche Besonderheiten.

Das Corsair Air 5400 ist mit einer Breite von 340 mm sehr breit aufgestellt, mutet jedoch mit einer beinahe identischen Höhe und Tiefe wie ein Würfel an. Die üppige Gehäusebreite sollte indes zwingend bei der Wahl des Aufstellungsortes beachtet werden. Gleiches gilt für das Leergewicht von rund 17 kg. Als so genanntes „Aquariumgehäuse“ oder auch „Fishtank“ ist das vorgesehene Habitat unstrittig oberhalb der Tischkante, sodass das Showcase auch gebührend bestaunt werden kann.

Beim ersten Anblick fällt das Hauptaugenmerk direkt auf die linke Glasseite des Gehäuses. Diese ist sowohl im vorderen als auch im hinteren Bereich gebogen und umläuft Front- und Heckpartie. Optisch macht dies einiges her und lockert das Design zugleich auf. Die Glaselemente sind hervorragend verarbeitet, leicht dunkel getönt und in der Stärke 4 mm dick.

Der Deckel besteht aus einem Stück und ist trotz seiner ausufernden Größe überaus stabil, sodass er selbst bei mittigem Drücken nur wenig nachgibt. Die linke Deckelhälfte ist zur Belüftung perforiert. Die rechte Hälfte ist geschlossen und beherbergt an der Stirnseite das I/O-Panel. Hier wird in Gänze auf USB-A verzichtet. Neben der typischen Kombi-Audiobuchse kommt das Corsair Air 5400 mit zwei USB 3.2 Gen 1 Type-C-Anschlüsse (5 Gbps) und einem USB 3.2 Gen 2x2 Type-C Port (20 Gbps) daher.

Corsair Air 5400 im Test

Etwas aufregender geht es am Heck zu, denn hier zeigt sich eine weitere Besonderheit des Air 5400, wenngleich auf diese später genauer eingegangen wird. Die Rede ist von den Scharnieren, denn die Seitenteile des Gehäuses werden wie Türen geöffnet. Überaus elegant gelöst, erwies sich dieser Türmechanismus schon beim Corsair iCUE 5000T RGB (Test) als sehr komfortabel und ist obendrein auch schön anzusehen. Auffällig ist auch, dass das Heck auf einen Lüfter beziehungsweise dessen Aufnahme verzichtet. An dem Lochblech befinden sich im Auslieferungszustand keinerlei Montagelöcher dafür. Der Grund dafür ist schnell gefunden – die Airflow-Ausrichtung des Corsair Air 5400 verläuft nach dem Kaminprinzip vom Boden zum Deckel. Wer dennoch dort einen Lüfter nutzen möchte, muss einen Blick in das Zubehörpaket werfen, denn hier ist ein Bracket enthalten, das die Montage ermöglicht.

Der hintere Bereich der rechten Gehäuseseite lässt sich ebenfalls wie eine Tür öffnen. Auf Höhe des Netzteils sitzen Lufteinlässe. Auf einen Staubfilter für das Netzteil wird verzichtet. Davor sitzt die dritte Gehäusekammer, deren Luftauslass zur rechten Seite entlüftet. Der Auslass ist mit einem Diffusor, ähnlich wie bei Sportwagen versehen und opulent in Szene gesetzt. Die Bodenpartie kommt mit sehr schönen Standfüßen daher. Außerdem befindet sich hier ein großer Staubfilter für die Bodenlüfter, der zur Reinigung nach links ausgezogen werden kann. Unterhalb der Türenden befinden sich zudem kleine Griffmulden, über die sich die Türen leichter öffnen lassen.

Corsair Air 5400 im Test: Staubfilter am Boden
Corsair Air 5400 im Test: Staubfilter am Boden
Corsair Air 5400 im Test: Griffmulden für die Türen
Corsair Air 5400 im Test: Griffmulden für die Türen
Corsair Air 5400 im Test: Elegante Standfüße
Corsair Air 5400 im Test: Elegante Standfüße

Vorsicht: Das Glas ist laminiert!

Bei den Glaselementen gilt es zwingend zu beachten, dass diese von außen mit einer Laminierung versehen sind, die unter keinen Umständen entfernt werden darf! Aber hier gibt es ein Problem.

Zwar erwähnt Corsair in den Hinweisen zum Gehäuse und online in der Anleitung*, dass außen auf dem Glas eine Laminierung angebracht wurde (ohne die relevante Seite zu erwähnen). Wer diese jedoch nicht liest, geht wie gewohnt von einer einfachen Schutzfolie aus. So auch der Tester beim Muster.

Beide Hartglasplatten sind aus Sicherheitsgründen mit einer Splitterschutzfolie versehen. Entfernen Sie diese Sicherheitsfolie nicht vom Glas, da dies zu einer Beschädigung der Platte führen kann.

Zunächst wurden die herkömmlichen Schutzfolien im Innern des Gehäuses problemlos entfernt. „Jetzt noch die außen“, lautete das Fazit. Und die Laminierung an dem kleinen Frontelement wirkte ebenfalls wie eine Schutzfolie, da die Enden klar sichtbar und die Eckpunkte leicht abgelöst waren.

Corsair Air 5400 im Test: 1. Sample mit loser Laminierungskante

Doch beim Abziehen wurde schnell klar, dass etwas nicht stimmt. Nach der überaus mühsamen Entfernung zeigte sich sodann eine total verklebte Glaspartie, die sich selbst mit Spiritus nicht reinigen ließ und ersetzt werden musste.

Der Vorfall lässt nicht nur die Frage offen, weshalb diese Splitterschutzlaminierung sichtbar außen angebracht ist, wobei sie doch zumindest innen versteckt werden könnte, sondern auch die Frage nach der generellen Verwendung. Bislang kam kein anderes getestetes Gehäuse mit einer solchen Laminierung daher, auch aus dem Hause Corsair nicht und zudem ist anzumerken, dass Sicherheitsglas auch als Verbundglas wie bei Autofrontscheiben hergestellt werden kann.

Corsair Air 5400 im Test: Achtung! Laminierung nicht entfernen

Das Ersatzmuster war an den Längskanten und vor allem an den Ecken immerhin wesentlich besser verklebt. Aus nächster Nähe sieht man zwar auch hier, dass etwas auf dem Glas klebt, jedoch wirkt es einheitlicher – und verleitet nicht direkt zum „Schutzfolienentfernen“.

Doch Netzrecherchen zeigen, dass der oben beschriebene Vorfall kein Einzel-Fehlverhalten eines verschlafenen Redakteurs gewesen ist.

Beim Abziehen der Schutzfolien an den Glastüren ist etwas Zurückhaltung angesagt: Bei unserem Sample klebten innen reguläre Schutzfolien, die sich leicht abziehen ließen. Außen haben wir versehentlich die Laminierung vom Glas abgezogen - die war an einer Ecke minimal angelöst, so dass wir sie fälschlicherweise mit einer Schutzfolie verwechselt haben.

Aus dem Test von Hardwareluxx
Corsair Air 5400 im Test: Bessere Laminierung beim 2. Sample
Corsair Air 5400 im Test: Bessere Laminierung beim 2. Sample

Corsair will nachbessern

Corsair beschreibt die Laminierung als zusätzliche Sicherheitsmaßnahme um etwaige Verletzungen zu vermeiden. Gewölbtes Glas stehe unter Spannung und könne bei falscher Handhabung schnell splittern. Da die Spannung beim Air 5400 nach Außen wirkt, soll die Laminierung eben dort eine mögliche Splitterflug verhindern. Dies sei zudem der Grund, weshalb die Folie auch außen angebracht ist.

Auf die seitens der Redaktion vorgebrachte Argumentation, dass ein solches Verfahren bisher noch nirgends, auch im Hause Corsair, angewandt wurde, erwidert der Hersteller, dass das Problem beim Air 5400 zwar weniger ausgeprägt ist als beim 4500X, das auf ein einziges vollumlaufendes Glaselement setzt, man sich jedoch beim Air 5400 als Premium-Gehäuse für die sichere Variante entschieden habe. Weiter verweist Corsair auf Jonsbo und Hyte (X50), die ebenso auf eine Laminierung setzten. Der mögliche Einsatz von Verbundglas sei mit Blick auf die Wölbung, den erhöhten Materialeinsatz und den deutlich erhöhten Kosten keine Option.

ComputerBase hat zugleich den Hinweis eingebracht, dass zwingend aufmerksamkeitswirksam auf die Laminierung hingewiesen werden sollte, sei es mittels Aufkleber oder Handzettel. Aktuell ist der einzige Hinweis dazu der Schnellstartanleitung zu entnehmen, die jedoch nicht (in Papierform) dem Gehäuse beiliegt, sondern online eingesehen werden muss*. Und sie erwähnt auch weiterhin nicht, welche der potenziell beidseitig sichtbaren Folien die Splitterschutzfolie ist.

Corsair plant derzeit eine farbliche Kennzeichnung der Folien – sprich Laminierung außen (Splitterschutz) und abziehbare Schutzfolie innen. Die Umsetzung werde jedoch einige Zeit in Anspruch nehmen. Zudem sollen Warnhinweise der Verpackung beigefügt werden.

(*) Bei den mit Sternchen markierten Links handelt es sich um Affiliate-Links. Im Fall einer Bestellung über einen solchen Link wird ComputerBase am Verkaufserlös beteiligt, ohne dass der Preis für den Kunden steigt.

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