Corsair Air 5400 im Test: Innenaufbau und Alltagserfahrungen

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Jan Wichmann
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Innenaufbau

Das Innere des Corsair Air 5400 lässt sich wie bereits beschrieben über die Türen erreichen. Damit diese beispielsweise beim Tragen des Gehäuses nicht aufschwingen, sind sie mit Push-Pins gesichert. Diese geöffnet, präsentiert sich die Hardware-Kammer mit gleich mehreren Gimmicks. Als erstes fallen direkt die durchsichtigen Lufttrichter im Boden und am Deckel auf. Sie sollen die am Boden frisch geförderte Luft direkt zur Grafikkarte leiten und im Deckelbereich gezielt abströmen lassen. Apropos Grafikkarte. Diese wird im Air 5400 horizontal verbaut. Eine vertikale Montage wird nicht geboten. Für überlange und schwere Pixelgeber ist ein Haltearm vormontiert. Dieser kann leicht in der Höhe verstellt werden.

Weiter fällt die Mainboard-Halterung auf, die mit zahlreichen quadratischen Löchern versehen ist. Diese sollen jedoch nicht der Optik dienen, sondern erfüllen einen speziellen Zweck. Wie schon beim Corsair Frame 5000D (Test) setzt Corsair auch beim Air 5400 auf sein modulares „RapidRoute 2.0“. Auf der Lochplatte können Kabelführungen frei gesteckt und angeordnet werden. Außerdem kann die Mainboard-Trägerplatte zur Montage nach dem Lösen von vier kleinen Schrauben entnommen werden.

Corsair Air 5400 im Test: Grandioses Kabelmanagement dank „RapidRoute 2.0“
Corsair Air 5400 im Test: Grandioses Kabelmanagement dank „RapidRoute 2.0“
Corsair Air 5400 im Test
Corsair Air 5400 im Test
Corsair Air 5400 im Test
Corsair Air 5400 im Test

Das Corsair Air 5400 nimmt Mainboards bis zu einem Formfaktor von E-ATX auf. Zum neuen Standard gehört dabei auch, dass rückwärtige Anschlüsse mittels Aussparungen unterstützt werden. Toll ist in diesem Zusammenhang auch, dass sollten diese nicht benötigt werden, eine Magnetabdeckung im Zubehör enthalten ist.

Auf reguläre Kabeldurchführungen wird in der Hauptkammer verzichtet. Abgesehen von den unteren I/O-Kabeln werden ATX- und PCIe-Stromkabel an der AiO-Kammer vorbei nach hinten verlegt. Das Corsair Air 5400 setzt hier jedoch nicht auf einen gummierten Durchlass, sondern auf einen Kamm mit Nylonborsten. Ähnlich wie bei einer Borstendichtung an einer Tür soll damit der Luftaustausch niedrig gehalten werden. Der Ansatz gefällt und die im Test verlegten Schläuche und Kabel werden geschmeidig von den Borsten umhüllt, doch stehen viele der Borsten wild ab, was die Optik etwas beeinträchtigt.

Corsair Air 5400 im Test: Borstendichtung als Kabeldurchführung

Die hintere Kammer gibt sich verhalten. Das Netzteil nimmt in der oberen Gehäusehälfte in stehender Ausrichtung Platz. Unter dem Stromgeber sitzt das einzige Festplatten-Bracket. Hier kann entweder ein 3,5"- oder zwei 2,5"-Laufwerke verstaut werden. In Anbetracht der Gehäusegröße könnte dies je nach Anwender als zu wenig erachtet werden. Eine Entkopplung fehlt zu allem Überfluss auch.

Alltagserfahrungen

Das bereits kurz beschriebene RapidRoute-2.0-System erweist sich im hinteren Bereich abermals als wahre Bereicherung. Die Kabelhalterungen können frei platziert und in der Breite justiert werden, was zu einem tollem Kabelmanagement führt. Neben dem Mainboard-Träger steht zudem an der linken Kammerseite eine weitere Lochplatte zum Kabelmanagement zur Verfügung. Sofern dieses nicht benötigt wird, kann es mittels einer Schraube demontiert werden. Zusammen mit dem Freiraum von etwas mehr als 130 mm sorgt all dies für ein entspanntes Verlegen der Kabel.

Corsair Air 5400 im Test

Das Lochgitter der vorderen AiO-Kammer wird von der bekannten Corsair-Stanzung geschmückt. Die Verwindungssteifigkeit ist auch hier sehr gut. Das Blech kann werkzeuglos entnommen werden. Auf einen Staubfilter wird auch hier zugunsten bestmöglicher Kühlwerte verzichtet. Ein magnetischer Filter liegt jedoch dem Lieferumfang bei.

Bei der Montage fielen abgesehen von dem Vorfall mit der Glaslaminierung noch einige weitere, wenn auch nicht so kritische, Punkte auf. Sofern der Einbau im liegenden Zustand des Gehäuses von statten geht, sollten die Türelemente zwingend demontiert werden, da diese ansonsten frei hängend einer starken Belastung ausgesetzt sind. Die Demontage ist überaus einfach. An den Haltestiften der Scharniere für die beiden Seitentüren müssen lediglich die Halteschrauben gelöst werden. Für die Tür des Frontglases müssen insgesamt vier Schrauben entfernt werden.

Corsair Air 5400 im Test: Haltearm blockiert Grafikkarte
Corsair Air 5400 im Test: Haltearm blockiert Grafikkarte

Etwas verzwickt war indes die Montage der AiO-Kühlung am vorderen Bracket. Zunächst wurde das Kühlergespann zu hoch montiert, sodass die Schläuche am Chassis anstießen. Außerdem musste das Gespann zwei weitere Male zerlegt werden, da die Verkabelung der einzelnen Lüfter im ersten Anlauf irrtümlicherweise falsch verlegt wurde. Dies behoben, blockierten die Kabel im nächsten Anlauf den Montageplatz.

Die Grafikkartenstütze zeigt sich im Test zudem als nutzlos. An die Grafikkarte gespannt, kollidierte der Haltearm mit dem Grafikkartenlüfter. Ein dem Lieferumfang beigelegtes Schaumstoffpad erhöht den Haltearm im hinteren Bereich zwar, sodass hier der Rahmen der Grafikkarte aufliegen soll, doch auch dies misslingt.

Corsair Air 5400 im Test

Wie im Test außerdem auffiel, ist die Kabelführung zur Hauptkammer optisch überaus unschön gelöst. Die nach vorn zu verlegenden Kabel werden entlang der AiO-Kammer geführt und das bei einer durchsichtigen Blende.

Corsair Air 5400 im Test

Belüftungsoptionen

Das Corsair Air 5400 wendet sich explizit nur an Nutzer einer (AiO-)Wasserkühlung, was der Hersteller so auch kommuniziert. Alle Lüfterslots im Gehäuse sind dabei eine Rahmenbreite von 120 mm beschränkt.

Hinsichtlich etwaiger Tiefenbeschränkungen ist die AiO-Kammer überaus großzügig bemessen. Das Radiatorengespann darf hier 80 mm in der Tiefe messen, ehe die durchsichtige Trennwand beginnt. Ein Push-Pull-Betrieb ist demnach sowohl mit als auch ohne Trennwand grunsätzlich möglich, jedoch würde das Gespann dann in den Luftauslass ragen und diesen optisch beeinträchtigen. Auch die oberen und unteren Lüfterplätze in der Hardware-Kammer können für Kühlkörper genutzt werden, jedoch schildert Corsair dafür besondere Nutzungshinweise:

Radiatoren können oben oder unten in der GPU-Kammer installiert werden. Es wird jedoch dringend davon abgeraten, diese Positionen für die CPU-Kühlung zu verwenden, es sei denn, es handelt sich um einen offenen Kreislauf mit mehreren Radiatoren, wie z. B. CORSAIR Hydro X. Bitte beachten Sie, dass durch die Installation eines Radiators und von Lüftern auf der oberen oder unteren Ablage der entsprechende Luftstromkanal unbrauchbar wird.

Corsair
Corsair Air 5400
Mainboard-Format: E-ATX, ATX, Micro-ATX
Back-Connect
Chassis (L × B × H): 470 × 340 × 467 mm (74,63 Liter)
Seitenfenster
Material: Stahl, Glas
Nettogewicht:
16,70 kg
Variante
16,90 kg
I/O-Ports / Sonstiges: 1 × USB 3.1 (USB 3.2 Gen 2) Type C, 2 × USB 3.0 (USB 3.2 Gen 1) Type C, HD-Audio
Einschübe: 1 × 3,5" (intern)
2 × 2,5" (intern)
Erweiterungsslots: 7
Lüfter: Front: 3 × 120 mm (optional)
Deckel: 3 × 120 mm (optional)
Boden: 3 × 120 mm (3 × 120 mm inklusive)
Staubfilter: Boden
Kompatibilität: CPU-Kühler: 180 mm
GPU: 360 mm
Netzteil: 200 mm
Preis: ab 248 € / ab 300 €
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