Corsair Frame 5000D im Test: Testergebnisse, Messwerte und Fazit

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Jan Wichmann
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Testsystem und Methodik

Das verwendete Testsystem ist mit einem Ryzen 9 3900X und einer Radeon RX 6800 XT im (ehemals) gehobenen Leistungssegment angesiedelt, um so die Wärmeentwicklung ungeschönt und unter realen Bedingungen zu beobachten. Neben den ab Werk verbauten Gehäuselüftern werden außerdem weitere Belüftungskonstellationen mitsamt Referenzlüfter untersucht. Dabei kommen als Referenzlüfter die Noctua-Modelle NF-A12 und NF–A14 zum Einsatz.

Corsair Frame 5000D im Test
Verwendetes Messsystem
Komponente
CPU Ryzen 9 3900X, 105 Watt TDP
Mainboard MSI X470 Gaming M7 AC
Arbeitsspeicher Corsair Vengeance RGB DDR4-3200
Grafikkarte ASRock Radeon RX 6800 XT Taichi (Länge: 330 mm)
SSD Muskin Helix-L 1 TB, M.2
CPU-Kühler be quiet! Dark Rock Pro 4 (Höhe: 163 mm)
Netzteil Corsair RM1000e (Tiefe: 140 mm)
Gehäuselüfter ab Werk Front: 3 × Corsair RS 140 (140 mm, 4-Pin)
Heck: 1 × Corsair RS 140 (140 mm, 4-Pin)
Referenz Front: 3 × Noctua NF-A14 (140 mm, 4-Pin)
Heck: 1 × Noctua NF-A14 (140 mm, 4-Pin)
Netzteilblende: 2 × Noctua NF-A12 (120 mm, 4-Pin)

Zwei Szenarien und drei Belüftungskonstellationen

Gegenüber punktuellen Temperaturmessungen zu einem willkürlichen Zeitpunkt werden alle ermittelten Temperaturen und GPU-Lüfter-Drehzahlen im Zeitverlauf protokolliert und dargestellt. Ermittelt werden die Messwerte über einen Zeitraum von 15 Minuten, der vom Start des Spiels Cyberpunk 2077 (WQHD, volle Details) bis zu dessen Beendigung reicht. Dabei werden zwei Betriebsmodi untersucht:

  1. Mit einer Gehäuse-Lüfterdrehzahl, die in 30 cm Abstand zur Front bei gemessenen 33 dB(A) liegt und damit als noch flüsterleise zu bezeichnen ist. Jedwedes Nebengeräusch im Raum lässt das Gehäuse aus der Wahrnehmung verschwinden.
  2. Mit höchster Drehzahl der Gehäuselüfter, also bei maximaler Gehäuse-Kühlleistung.
Die Testreihen – Corsair Frame 5000D
Name Front Heck Netzteilblende
01 Werk, low 3 × RS 140
800 rpm
1 × RS 140
800 rpm
02 Werk, high 3 × RS 140
1.700 rpm
1 × RS 140
1.700 rpm
03 Ref, low 3 × NF-A14
800 rpm
1 × NF-A14
800 rpm
04 Ref, high 3 × NF-A14
1.500 rpm
1 × NF-A14
1.500 rpm
05 RNT, low 3 × NF-A14
800 rpm
1 × NF-A14
800 rpm
2 × NF-A12
800 rpm
06 RNT, high 3 × NF-A14
1.500 rpm
1 × NF-A14
1.500 rpm
2 × NF-A12
2.000 rpm
Ref = Referenz, RNT = Ref + Netzteilblende

Der CPU-Lüfter mit fixer Drehzahl

Damit die CPU-Temperatur ohne den Einfluss einer automatischen Steuerung gemessen werden kann, wird der CPU-Lüfter mit festen 600 U/min betrieben. Die GPU-Lüftersteuerung wird hingegen aktiv gelassen. Im Leerlauf stehen die Lüfter also still. Unter Spielelast versuchen sie die GPU knapp unter der kritischen Zieltemperatur zu halten.

Der Geräuschpegel ohne aktive Geräuschquellen im Raum beträgt 32 dB. Die Skalierung der Einheit Dezibel (dB) erfolgt logarithmisch. Das bedeutet, dass eine Steigerung von 10 dB für das menschliche Empfinden etwa einer Verdopplung der Lautstärke entspricht. Die Raumtemperatur betrug zum Testzeitpunkt zwischen 23,5 und 24 °C.

Lautstärke im Leerlauf und in Spielen

Bevor es an die Temperaturen geht, gilt der erste Blick wie immer der Lautstärke in den beiden Situationen. Beide Szenarien werden jeweils bei der 33 dB vor dem Gehäuse ergebenden Lüfterdrehzahl und bei voller Drehzahl erhoben.

Lautstärke nach Betriebsmodus – Front
  • Nur Gehäuse im Leerlauf (33,5 dB entspricht lautlos):
    • 02 Frame 5000D, Werk, high
      50,1
    • 06 Frame 5000D, RNT, high
      48,3
    • 04 Frame 5000D, Ref, high
      47,4
    • 01 Frame 5000D, Werk, low
      33,2
    • 05 Frame 5000D, RNT, low
      33,2
    • 03 Frame 5000D, Ref, low
      32,9
  • Gesamtsystem unter Last (Spiel):
    • 02 Frame 5000D, Werk, high
      50,4
    • 06 Frame 5000D, RNT, high
      48,4
    • 04 Frame 5000D, Ref, high
      47,5
    • 05 Frame 5000D, RNT, low
      36,0
    • 01 Frame 5000D, Werk, low
      35,8
    • 03 Frame 5000D, Ref, low
      35,8
Einheit: dB(A)

Ohne große Umschweife fällt dabei direkt der Vergleich zwischen Testreihen 02 und 04 auf. Beide Testreihen setzen auf die gleiche Lüfterbestückung, unterscheiden sich jedoch unter maximale Drehzahl um knapp 3 dB(A). Die ab Werk verbauten Corsair-Lüfter touren jedoch auch mit maximal 1.700 U/min deutlich höher als die Noctua-Referenz. Ob sich das Mehr an Umdrehungen bei den Temperaturen bemerkbar macht, wird sich im Anschluss zeigen. Weitere Auffälligkeiten sind keine auszumachen.

CPU-, VRM-, SSD- und RAM-Temperatur

Mit Blick auf die Temperaturen von CPU und Mainboard-Spannungswandler stellen sich die Testreihen 02 und 04 als klare Sieger heraus. Beiden Komponenten kommen ohne intern verbaute Lüfter auf der Netzteilblende besser aus und das sogar deutlich. Während die CPU-Temperatur hier zwischen 52 und 54 °C pendelt, bewegen sich die übrigen Testreihen und somit auch Testreihe 06 mit maximaler Drehzahl zwischen 59 und 62 °C. Festgehalten werden kann auch, dass die zuvor angesprochene höhere Lüfterdrehzahl der Werkslüfter (Testreihe 02) sich gegenüber der Testreihe 04 durchaus bemerkbar macht. Die Temperaturunterschiede bewegen sich um etwa 1,5 °C. Als einziges Bauteil freut sich die verbaute M.2-Festplatte über direkte Belüftung von unten, aber selbst hier beträgt der Abstand zu den nächstgelegenen Testreihen nur 1 bis 2 °C.

Diagramme
CPU-Temperatur (Tctl/Tdie)
020406080°C 150100150200250300350400450500550

Der direkte Vergleich der „Low-Testreihen“ zeigt indes kaum nennenswerte Unterschiede. Die Referenzbelüftung von Noctua ist im CPU-Vergleich etwa 1 °C kühler als die Corsair-Werkslüfter, was sehr gut ist.

GPU-Temperatur und -Lüfterdrehzahl

Ein kurioses Bild zeigt sich hingegen bei der Analyse der Grafikkartentemperaturen. Hier siegt die Werklüftung (Testreihe 02), während die Testreihen 04 und 06 in etwa gleich auf sind. Der Spitzenwert von 81 °C ist für das zickige Grafikkartenmodell hervorragend, da der reguläre Temperaturbereich der Karte zumeist zwischen 87 und 90 °C liegt.

Diagramme
GPU-Temperatur
20406080100°C 150100150200250300350400450500550

Mit gedrosselter Belüftung landen die Temperaturen auch exakt dort. Alle drei Testreihen (01, 03 und 05) liegen mit Werten von 86 bis 88 °C nahezu gleich auf. Die Lüftergeschwindigkeit verharrt unbeeindruckt von äußeren Einflüssen in allen Testreihen um etwa 1.600 U/min.

Fazit

Das Corsair Frame 5000D ist ein sehr gutes Gehäuse, das ohne wirklichen Makel aus dem Test hervor geht und sich so eine Empfehlung sichert. Mit einer sehr guten Verarbeitung und nützlichen Features wie die Lüfterschienen und das Stecksystem für das Kabelmanagement sorgt das Gehäuse für ein freudiges Zusammenbauen. Gute Werkslüfter bescheren zudem gute Kühlwerte, wenngleich die vormontierten 140-mm-Lüfter bei einer maximalen Drehzahl von 1.700 U/min recht laut sind.

Corsair Frame 5000D im Test

Zwingend hervorgehoben werden muss zudem, dass Corsair sich aller gerügten Punkte des kleineren Frame 4000D angenommen und diese zugleich ausgemerzt hat. Das Frame 5000D übertrumpft den kleinen Bruder Frame 4000D in allen Belangen. Eine etwas schwache Leuchtkraft des vorderen RGB-Streifens kann zwar erwähnt werden, fällt jedoch nur marginal ins Gewicht. Schade ist jedoch (nach wie vor), dass das modulare Konzept nicht mit entsprechenden Ersatzteilen bedacht wird. Austauschbare Fronten oder andere Bauteile, auch aus anderen Materialien, würden dem Gehäuse einen individuellen Touch geben. Zusammengefasst ist das Corsair Frame 5000D ein durchweg gutes und empfehlenswertes Gehäuse.

Corsair Frame 5000D
07.08.2025
  • Sehr gutes Kabelmanagement
  • Sehr gute Verarbeitungsqualität
  • Gute Kühlleistung
  • Gute Werkslüfter
  • Gute Hardware-Erreichbarkeit
  • Praktische Lüfterschienen
  • Modulare Bauteile (noch) nicht lieferbar
ComputerBase-Empfehlung für Corsair Frame 5000D

ComputerBase wurde das Frame 5000D leihweise von Corsair zum Testen zur Verfügung gestellt. Eine Einflussnahme des Herstellers auf den Testbericht fand nicht statt, eine Verpflichtung zur Veröffentlichung bestand nicht.

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