Radeon RX 9060 XT 8 GB im Test: Analysen von RTX 5060 Ti 8 GB vs. 16 GB und PCIe 4.0 ×8
2/4Benchmarks in WQHD mit angepassten Grafikoptionen
Zunächst eine kleine Warnung: Bei der Radeon RX 9060 XT 8 GB sollte man sich nicht zu sehr von dem Performance-Rating beeinflussen lassen. Warum? Weil es einen Durchschnitt darstellt, der einen schnell in Sicherheit wiegen kann, wenn einige wenige Spiele Leistungsprobleme haben – auch wenn es große sind. Diese werden durch die Spiele „ausgeglichen“, die gut laufen, und das eigentliche Problem erscheint kleiner, als es eigentlich ist.
Auswirkungen im Durchschnitt
In dem angepassten Testparcours, in dem die Radeon RX 9060 XT mit 16 GB in WQHD durchweg auf ein gutes Spielerlebnis kommt, reichen die Probleme in einer ganzen Anzahl an Spielen bereits aus, um den Durchschnitt ordentlich zu senken: Die Radeon RX 9060 XT mit 8 GB ist bei den Durchschnitts-FPS 13 Prozent und bei den Perzentil-FPS 15 Prozent langsamer. Aber weil es auch Spiele ohne Auswirkungen gibt, sind die eigentlichen Probleme im Detail noch viel gravierender. Die GeForce RTX 5060 Ti 8 GB (Test) zeigte einen vergleichbaren Leistungsverlust. In diesem Vergleich in diesem Parcours ist ein „traditioneller“ Nachteil beim VRAM-Management der Radeon nicht erkennbar.
Diese Spiele machen Probleme
27 Spiele hat ComputerBase insgesamt getestet. In 11 Spielen lief die Radeon RX 9060 XT 8 GB absolut einwandfrei. Hier gab es mit dem 16-GB-Modell keinerlei Vorteile, weder spürbare, noch messbare. Dazu gesellen sich 4 Spiele, wo es zwar messbare Unterschiede zwischen den zwei Grafikkarten gegeben hat, diese waren aber zumindest in der Testsequenz nicht spürbar. Das bedeutet jedoch nicht, dass das auch noch nach längerer Spielzeit gilt.
| Einwandfrei | leichte Beeinträchtigung (nur messbar) |
leichte Beeinträchtigung (spürbar) |
schwere Beeinträchtigung (gerade noch spielbar) |
unspielbar | |
|---|---|---|---|---|---|
| AC Shadows | ✓ | ||||
| Black Myth Wukong | ✓ | ||||
| COD Black Ops 6 | ✓ | ||||
| Dragon Age | ✓ | ||||
| Dragon's Dogma 2 | ✓ | ||||
| Empire of the Ants | ✓ | ||||
| F1 24 | ✓ | ||||
| Final Fantasy XVI | ✓ | ||||
| Frostpunk 2 | ✓ | ||||
| Ghost of Tsushima | ✓ | ||||
| GoW: Ragnarök | ✓ | ||||
| Horizon Fortbidden West | ✓ | ||||
| Indiana Jones | ✓ | ||||
| KCD 2 | ✓ | ||||
| Lego | ✓ | ||||
| MechWarrior 5: Clans | ✓ | ||||
| Monster Hunter Wilds | ✓ | ||||
| Oblivion Remastered | ✓ | ||||
| Outcast | ✓ | ||||
| Satisfactory | ✓ | ||||
| Senaus Saga Hellblade 2 | ✓ | ||||
| Silent Hill 2 | ✓ | ||||
| Spider-Man 2 | ✓ | ||||
| Stalker 2 | ✓ | ||||
| Star Wars Outlaws | ✓ | ||||
| The Last of Us Part II | ✓ | ||||
| Warhammer Space Marine 2 | ✓ | ||||
| Einwandfrei: Keinerlei negativer Auswirkungen Leichte Beeinträchtigung (nicht spürbar): Geringe messbare Auswirkungen in den Frametimes, nicht spürbar Leichte Beeinträchtigung (spürbar): Spürbare Auswirkungen wie geringere FPS, sonst aber keine Probleme Schwere Beeinträchtigung (gerade noch spielbar): An sich spielbar, aber schwere, spürbare Auswirkungen wie Haker oder deutlich geringere FPS Schwere Beeinträchtigung (unspielbar): Große Auswirkungen wie viel geringere FPS, viel schlechtere Frametimes |
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Angenommen, auch nach längerer Spielzeit bleibt die 8-GB-Karte ohne spürbare Probleme, bedeutet das schlussendlich jedoch auch, dass die 16-GB-Variante in 12 Spielen spürbar besser abgeschnitten hat.
Von den betroffenen Spielen gibt es in Titeln „leichte“ Beeinträchtigungen. In Assassin's Creed Shadows gehen dabei immerhin schon 15 Prozent an FPS verloren, in den anderen Spielen ist es leicht weniger. Aber es stockt nicht in einem fort.
Die restlichen Spiele sind gravierend von dem Wechsel von 16 auf 8 GB betroffen oder laufen gar nicht mehr. In 4 Spielen gibt es schwere Beeinträchtigungen bei der 8-GB-Karte, unspielbar sind diese aber noch nicht. Bei Call of Duty: Black Ops 6 ist dies anhand der AVG- und Perzentil-FPS gar nicht zu erkennen, doch zeigen die Frametimes ein paar Ausreißer beim Frame Pacing, die die Abstände zwischen den Bildern mehr als verdoppeln – das spürt man in einem störenden Ruckler. Noch extremer ist das Verhalten in MechWarrior 5: Clans, wo die Haker für einige sicherlich schon zu viel sein werden.
In anderen Spielen sprechen dann auch die Diagramme eine klare Sprache. Dragon Age: The Veilguard läuft auf der Radeon RX 9060 XT 8 GB 27 Prozent langsamer als auf der 16-GB-Karte, in Spider-Man 2 liegt der Rückstand bei noch höheren 31 Prozent. Das sind Abstände, die man sonst beim Wechsel in eine geringere Leistungsklasse – oder manchmal auch gar zwei – sieht.
Und es gibt auch noch Titel, die völlig unspielbar sind. In Final Fantasy XVI ist die 8-GB-Karte 44 Prozent langsamer als das 16-GB-Modell, zudem sind deutliche Haker zu spüren. Noch schlimmer ist die Situation in Oblivion Remastered, das noch nicht einmal halb so schnell auf der 8-GB-Variante läuft und zudem mit starken Rucklern zu kämpfen hat.
Ein Sonderfall ist Indiana Jones und der Große Kreis. Das Spiel verliert „nur“ 31 Prozent an AVG-FPS mit der RX 9600 XT 8 GB, das gilt aber nur, wenn die Texturpool-Größe von der höchsten Stufe „Hyper“ auf die zweitniedrigste Stufe Mittel gesetzt wird. Mit allem über Mittel stürzt die Radeon RX 9060 XT 8 GB sang und klanglos ab – eigentlich wäre das Ergebnis in dem Diagramm also eine „0“. Selbst Mittel ist aber noch viel zu viel für die Grafikkarte, erst mit den niedrigsten Texturen läuft das Spiel ordentlich, was optisch aber gut sichtbare Nachteile mit sich bringt.
PCIe 4.0 vs. PCIe 5.0
GeForce RTX 5000 und Radeon RX 9000 sind die ersten Grafikkarten, die PCIe 5.0 unterstützen. Für gewöhnlich bringt der neue Standard gegenüber PCIe 4.0 jedoch keine gravierenden Vorteile, was sich im Artikel erneut an der Radeon RX 9060 XT 16 GB zeigt. Ob die Grafikkarte mit PCIe 4.0 oder PCIe 5.0 betrieben wird, macht keinerlei Unterschied.
Anders sieht potentiell bei VRAM-Mangel aus, denn in dem Fall dient als Ersatz für den fehlenden Grafikkarten-Speicher der Arbeitsspeicher. PCIe 5.0 kann dann doppelt so schnell Daten transferieren wie PCIe 4.0, entsprechend kann dies in dem Fall ein großer Vorteil sein. Wobei das konkret bedeutet: Das Spiel läuft schlecht, aber nicht noch schlechter. Die GeForce RTX 5060 Ti 8 GB hat ein solches Verhalten gezeigt.
Die Radeon RX 9060 XT kann immerhin, anders als GeForce RTX 5060 Ti, RTX 4060 Ti oder die Radeon RX 7600, auf die vollen 16 PCIe-Lanes zurück greifen, was eine doppelte PCIe-Bandbreite bedeutet. Muss über diesen Speicher im Arbeitsspeicher adressiert werden, gelingt das bei der neuen Radeon also deutlich schneller.
Dennoch ist dies nicht annähernd schnell genug, um bei Speichermangel eben jenen schnell genug ersetzen zu können. Das gilt bereits für PCIe 5.0 und mit PCIe 4.0 noch einmal eine Ecke mehr: Weitere 22 Prozent bei den AVG-FPS und 20 Prozent bei den Perzentil-FPS gehen mit dem langsameren PCIe-Standard verloren. Mit PCIe 4.0 ist die Radeon RX 9060 XT 8 GB daher nicht „nur“ 13 Prozent langsamer im Durchschnitt als die 16-GB-Karte, sondern 18 Prozent, noch einmal 6 weitere Prozentpunkte gehen mit PCIe 4.0 verloren.
In den Spielen mit Speichermangel fällt dies noch einmal extremer aus. Zum Beispiel in Assassin's Creed Shadows, wo PCIe 4.0 bei der Radeon RX 9060 XT 8 GB 22 Prozent langsamer als PCIe 5.0 ist, sodass der Titel nur noch schwer spielbar ist. in Dragon Age: The Veilguard sind es 15 Prozent, spielbar ist der Titel mit PCIe 4.0 aber nicht mehr. In Spider-Man 2 bricht die Grafikkarte mit PCIe 4.0 noch einmal richtig weg, 24 Prozent weniger FPS als mit PCI 5.0 lassen sich messen, auch das ist unspielbar.
RX 9060 XT 8 GB vs. RTX 5060 Ti 8 GB
Der Testparcours, den die Radeon RX 9060 XT in diesem Artikel über sich ergehen lassen muss, ist bezüglich der Grafikdetails ein leicht anderer als bei der GeForce RTX 5060 Ti 8 GB (Test), ein direkter Vergleich ist also nicht möglich. Es kann aber schon verglichen werden, in wie weit sich die Radeon und die GeForce in einem für sie praxisrelevanten Szenario unterscheiden.
Generell schneiden dabei beide 8-GB-Varianten vergleichbar ab. Die Radeon RX 9060 XT ist im Durchschnitt 13 Prozent langsamer als die 16-GB-Karte, bei der GeForce RTX 5060 Ti sind es 12 Prozent. Bedenkt man nun, dass bei der Radeon die 8-GB-Karte etwas weniger Energie aufnehmen darf, ist es locker ein Gleichstand, eventuell ein leichter Vorteil für die Radeon. Dieser würde sich durch das schnellere PCIe-Interface erklären lassen, das offenbar auch das traditionell leicht besser Speicher-Management auf der GeForce kompensiert.
5 Spiele haben auf der Radeon RX 9060 XT leicht spürbare Beeinträchtigungen, auf der GeForce RTX 5060 Ti sind es deren 3. Beide Grafikkarten kommen auf 4 Spiele mit schweren Beeinträchtigungen, während 3 Titel auf der Radeon unspielbar sind, auf der GeForce sind es deren 4.