AMD Radeon RX 9060 XT im Test: Lautstärke, Temperatur, Leistungsaufnahme und OC
7/8Lautstärke & Kühlung
Die XFX-Grafikkarten der Radeon-RX-9070(-XT)-Serie waren zuletzt überraschenderweise allesamt recht laut und das gilt leider auch für die Radeon RX 9060 XT Swift. Beim Spielen wird trotz des 2,7 Slot dicken Kühlers eine Lautstärke von 40,5 Dezibel erreicht. Nur einige in letzter Zeit getestete und deutlich schnellere RTX-5000-Modelle kommen auf einen vergleichbaren bis höheren Geräuschpegel.
Das getestete Custom-Design der PowerColor Radeon RX 7700 XT Hellhound ist mit 29 Dezibel mehr oder weniger unhörbar und die zuletzt getesteten 15 Custom-Designs von Radeon RX 9070 XT und 9070 waren es mit Ausnahme der XFX-Modelle auch. Wer Wert auf eine niedrige Lautstärke legt, muss sich also auch bei der RX 9060 XT nach einem anderen Modell umsehen.
Warum die Grafikkarte so laut ist, ist unklar
Ungewöhnlich ist, dass die Lautstärke mit einer gar nicht so hohen Drehzahl von 1.650 Umdrehungen pro Minute erreicht wird. Auch die Lüfter sind mit 95 mm nicht ungewöhnlich groß oder klein. Offenbar gibt es hier ein anderes Problem.
Immerhin: Elektronische Störgeräusche der XFX Radeon RX 9060 XT Swift gehen in den 40,5 Dezibel völlig unter. Die Grafikkarte weist wie jeder 3D-Beschleuniger etwas Spulenrasseln auf, doch spielt das bei dem Modell schlussendlich keine Rolle.
Temperaturen unter Last
Die hohe Lautstärke hat bei der XFX Radeon RX 9060 XT Swift immerhin niedrige Temperaturen zur Folge. Die Navi-44-GPU erhitzt sich auf gerade einmal 51 Grad bei der Edge-Temperatur und 71 Grad Celsius beim Hotspot. Damit gehört das Modell zu den kühlsten Grafikkarten überhaupt. Allerdings können auch größere Modelle wie die Sapphire Radeon RX 9070 XT Pulse mithalten. Der Kühler dieser Modelle kann die klar höhere TDP sicherlich nicht ausgleichen, hier ist vermutlich schlicht die größere Fläche der Navi-48-GPU vorteilhaft.
Auf der Kartenrückseite der Radeon RX 9060 XT Swift lassen sich beim Spielen 49 Grad messen, was ebenso ein sehr gutes Ergebnis ist. Der 16 GB große GDDR6-Speicher erwärmt sich auf bis zu 80 Grad Celsius, was zwar kein Top-Ergebnis mehr ist, aber immer noch ein gutes. Für warme Sommertage und/oder OC gibt es auf der Radeon RX 9060 XT Swift also große Reserven.
Leistungsaufnahme gemessen: Spiele, YouTube, Desktop
Auf dem Windows-Desktop benötigt die Radeon RX 9060 XT in Form der Swift von XFX 11 Watt und damit nur 1 Watt weniger als die Radeon RX 9070. Die Radeon RX 7700 XT benötigt mit 17 Watt etwas mehr, die konkurrierende GeForce RTX 5060 Ti kommt auf 15 Watt.
Auch im Dual-Monitor-Betrieb schneidet die Radeon RX 9060 XT sehr gut ab, bei der Video-Wiedergabe dagegen weniger. 25 Watt für ein 4K60-SDR-Video sind zwar ordentlich und auch deutlich besser als die 44 Watt der Radeon RX 7700 XT, doch gibt sich die GeForce RTX 5060 Ti mit geringeren 20 Watt zufrieden.
Ähnlich schaut es beim realitätsnahen Fenster-Bewegungs-Test aus (simuliert Aktivität auf dem Windows-Desktop). Die Radeon RX 7700 XT benötigt dafür noch 36 Watt, die Radeon RX 9060 XT kann dies mit 30 Watt etwas besser. Die GeForce RTX 5060 Ti liegt mit 20 Watt aber auch hier vorne.
Leistungsaufnahme in Games (gemessen)
160 Watt darf die Radeon RX 9060 XT offiziell aufnehmen, gemessen hat die Redaktion mit der von 180 auf 160 Watt eingebremsten XFX Swift OC knapp höhere 164 Watt. In manchen Spielen lassen sich auch 165 Watt zu messen, insgesamt ist die Radeon wie alle AMD-Grafikkarten aber sehr „stabil“ über verschiedene Spiele hinweg.
Die 164 Watt liegen 74 Watt niedriger als der Verbrauch der Radeon RX 7700 XT, was eine deutlich Steigerung der Energieeffizienz bedeutet. Die konkurrierende GeForce RTX 5060 Ti benötigt mit 158 Watt quasi genau so viel, hier sind die Unterschiede gering. Im Vergleich mit der Radeon RX 7600 benötigt die weitaus schnellere Radeon RX 9060 XT gerade einmal 2 Watt mehr.
Mit einem FPS-Limiter kann die Radeon RX 9060 XT noch etwas an elektrischer Leistung einsparen, doch ist das Sparpotenzial aufgrund der nicht allzu hohen Rechenleistung in dem Testszenario gering: Das Limit bremst die Grafikkarte einfach weniger stark ein als die größeren Modelle. 150 statt 164 Watt werden in The Last of Us Part II noch gemessen. Die GeForce RTX 5060 Ti kommt auf bessere 123 Watt – sie läuft in diesem Spiel aber auch schneller und wird durch das Limit stärker eingebremst.
Leistungsaufnahme Gaming (alle Spiele, Telemetrie)
Die nachfolgende Tabelle enthält die von der Telemetrie in den UHD-Benchmarks gemeldete durchschnittliche Leistungsaufnahme der Radeon RX 9060 XT 16 GB mit eingestellten 160 Watt TDP (Referenz). Sie wurde in diesem Fall also nicht separat gemessen.
| Keine Messung, nur Telemetrie-Werte! | |
|---|---|
| WQHD | Radeon RX 9060 XT |
| Black Myth: Wukong | 161 W |
| Call of Duty: Black Ops 6 | 161 W |
| Dragon Age: The Veilguard | 162 W |
| Dragon Age: The Veilguard + RT | 162 W |
| Dragon's Dogma 2 | 161 W |
| Dragon's Dogma 2 + RT | 162 W |
| Empire of the Ants | 162 W |
| F1 24 | 162 W |
| F1 24 + RT | 162 W |
| Final Fantasy XVI | 130 W |
| Frostpunk 2 | 161 W |
| Ghost of Tsushima | 161 W |
| God of War: Ragnarök | 162 W |
| Horizon Forbidden West | 161 W |
| Indiana Jones und der große Kreis + RT | 162 W |
| Kingdom Come 2 | 157 W |
| Lego: Horizon Adventures | 161 W |
| MechWarrior 5: Clans | 162 W |
| Outcast – A New Beginning | 162 W |
| Satisfactory | 162 W |
| Senua's Saga: Hellblade II | 162 W |
| Silent Hill 2 | 161 W |
| Silent Hill 2 + RT | 161 W |
| Spider-Man 2 | 161 W |
| Spider-Man 2 | 157 W |
| Stalker 2: Heart of Chornobyl | 161 W |
| Star Wars Outlaws + RT | 161 W |
| Warhammer 40k: Space Marine 2 | 162 W |
| Durchschnitt | 161 W |
| Keine Messung, nur Telemetrie-Werte! | |
Leistungsaufnahme Gaming (Die Last-Spitzen und die Aufteilung zwischen Slot und Stecker)
Die Radeon RX 9060 XT weist etwas höhere Lastspitzen als die konkurrierende GeForce RTX 5060 Ti (maximal 197 Watt) auf, mit kurzfristig 227 Watt stellt die Grafikkarte aber dennoch nur geringe Anforderungen an das Netzteil. Bei der Radeon RX 7600 waren die Lastspitzen größer.
Die XFX Radeon RX 9060 XT Swift genehmigt sich mit maximal 55 Watt recht viel Leistung über den PCI-Slot, die Spezifikationen werden aber eingehalten. Über den Stecker werden im Durchschnitt 122 Watt zugeführt.
| Perzentil | Leistungsaufnahme |
|---|---|
| 0,1% Perzentil | 223 Watt |
| 1% Perzentil | 217 Watt |
| 5% Perzentil | 208 Watt |
| 10% Perzentil | 198 Watt |
| 15% Perzentil | 186 Watt |
| 20% Perzentil | 178 Watt |
| 25% Perzentil | 173 Watt |
| 30% Perzentil | 170 Watt |
| 35% Perzentil | 167 Watt |
| 40% Perzentil | 165 Watt |
| 45% Perzentil | 163 Watt |
| 50% Perzentil | 161 Watt |
Energieeffizienz in FPS pro Watt
Das Performance-Pro-Watt-Verhältnis der Radeon RX 9060 XT im Vergleich zur vergleichbar schnellen Radeon RX 7700 XT (bei Raster-Grafik) wirkt fast schon lächerlich, satte 48 Prozent mehr FPS pro Watt liefert die neue RDNA-4-Grafikkarte.
An die sehr gute Energieeffizienz der GeForce RTX 5060 Ti 16 GB kommt die Radeon RX 9060 XT zwar nicht ganz heran, ist mit einem Rückstand von 9 Prozent aber auch nicht weit davon entfernt und liegt schlussendlich genau zwischen den Blackwell- und Lovelace-Grafikkarten. Bei Raytracing-Grafik ändert sich diesbezüglich nicht viel, einzig der Vorsprung zur Radeon RX 7700 XT wird noch einmal deutlich größer.
Das OC-Potenzial ist okay
Die Radeon RX 9060 XT bietet ein akzeptables Übertaktungspotenzial, sonderlich hoch ist es aber nicht. Primär liegt das am Power Limit, was sich ausgehend vom Standard von 160 Watt nur um 10 Prozent erhöhen lässt. Ausgehend von der Werks-TDP von 180 Watt sind 198 Watt auf der XFX Swift OC möglich. Die Spanne von -30 bis +10 Prozent war schon bei Radeon RX 9070 und RX 9070 XT gesetzt.
Mit OC erreicht die Navi-44-GPU auf der Radeon RX 9060 XT Swift beinahe die 3.500-MHz-Marke: 3.481 MHz konnten in Final Fantasy XVI noch stabil betrieben werden, wenn das Power Limit maximiert und der Takt manuell um 350 MHz angehoben wurde. Interessanterweise reagiert die Grafikkarte ab zusätzlichen 300 MHz kaum noch auf höher eingestellte Taktraten, ab 350 MHz passiert eigentlich gar nichts mehr.
Beim 16 GB großen GDDR6-Speicher sind zusätzliche 1.749 MHz möglich, bevor die Spieleleistung aufgrund der Fehlerkorrektur plötzlich abnimmt. Mit 11.821 MHz arbeitet der Speicher dann, 10.072 MHz sind der normale Takt. Im Ergebnis steigt die Framerate in Final Fantasy XVI um 7 Prozent an.
Der FPS-Gewinn schwankt je nach Spiel
Mehr geht in den anderen Spielen: In God of War Ragnarök taktet die Grafikkarte mit 3.334 MHz 195 MHz höher als nach AMDs Referenzvorgaben, die Leistungsaufnahme liegt laut Telemetrie bei 200 Watt und damit beim Maximum. Die FPS steigen um 8 Prozent an. In Space Marine 2 steigt der Takt durch das Overclocking um 276 MHz auf 3.254 MHz an, die Leistungsaufnahme liegt mit 200 Watt ebenso beim Maximum. 12 Prozent mehr FPS lassen sich so erzielen.