Pixel 10 und Pixel 10 Pro (XL) im Test: Fazit
5/5Die Pixel-10-Serie bildet den Gipfel dessen, was man heutzutage als für Endverbraucher taugliche Künstliche Intelligenz auf einem Smartphone bezeichnen kann. Kein anderer Hersteller bietet derart viele und vor allem derart viele häufig gut umgesetzte KI-Funktion und KI-Helfer an. Das bedeutet im Umkehrschluss allerdings nicht, dass Gemini und die darauf basierenden Tools fehlerfrei arbeiten, doch zeigt Google zumindest, wie eine KI-gestützte Zukunft auf dem Smartphone schon heute aussehen kann. Vieles bleibt dabei optional, vor allem wenn es um Bereiche wie die Fotografie geht, wo Generative AI neuerdings schon direkt zur Aufnahme zum Einsatz kommt. Die echten Fotos ohne KI-Überarbeitung bleiben dem Anwender aber weiterhin erhalten.
Google untermauert mit den neuen Smartphones das gute Zusammenspiel von eigener Hard- und Software: Tensor G5 mit Android 16, Material 3 Expressive und sieben Jahren Updates. Einige der KI-Features, wenngleich nicht alle, lassen sich damit lokal ausführen, andere wiederum laufen in der Cloud auf Hardware, die Google mit der Tensor Processing Unit des G5 im Miniformat auch im Smartphone anbietet. „It just works“ ist zwar eigentlich eine Apple-Plattitüde, trifft aber auch auf Googles neue Geräte zu. Android läuft hier butterweich, selbst wenn der neue Tensor G5 nicht das Leistungsniveau der Mitstreiter erreicht.
Denn was die Pixel-10-Serie nämlich nicht ist, ist eine Machtdemonstration rein über die Hardware. Der Tensor G5 stellt ein solides Upgrade gegenüber dem G4 dar, vor allem die Fertigung fällt mit der Übernahme durch TSMC moderner aus. Zu den Topmodellen von Anbietern wie Apple oder Qualcomm klafft aber weiterhin eine größere Leistungslücke. Google verzichtet auf die neuesten CPU-Kerne von Arm und begnügt sich auch im Bereich der GPU mit einer Lösung, die lediglich halb so schnell ist wie das, was etwa im Snapdragon 8 Elite steckt. Das alles wirkt ein wenig so, als müsste Google die teurere TSMC-Fertigung an anderer Stelle aufwiegen, um die Marge auf dem vorherigen Niveau der Pixel-9-Serie zu halten. Das führt dann auch zu Dingen wie dem Speicher-Wirrwarr mit den drei unterschiedlichen UFS-Varianten.
Dass Google durchaus Wert auf die Hardware legt, zeigt das Unternehmen mehrfach an anderer Stelle. Die Smartphones sind zunächst einmal durchweg sehr gut verarbeitet und fassen sich gut an, was angesichts der Preise aber auch erwartet werden kann. Auch kleinere Details wie das hochwertige haptische Feedback oder satt klickende Tasten spielen hier mit rein. Darüber hinaus stellen die Lautsprecher ein deutliches Upgrade dar und ziehen an Apple vorbei. Ganz oben spielen auch die OLED-Bildschirme mit, die erneut extrem hell leuchten können und mit natürlichen Farben punkten.
Pixelsnap ist ein weiteres Hardware-Merkmal, das man nach kurzer Zeit nicht mehr missen will. Zwar kamen die Leihgeräte ohne das neue Zubehör von Google, aber MagSafe von Apple ist zur Pixel-10-Serie ebenso kompatibel. Die Akkulaufzeiten als solche sind hingegen wieder ein Punkt, der befriedigend ausfällt, mit denen man aber nicht hausieren gehen kann. Alle drei Pixel-10-Modelle sind solide 24-Stunden-Begleiter, viel mehr geht dann aber nicht. Bei leichter Nutzung schaffte es die Redaktion mit dem Pixel 10 Pro maximal bis zum Nachmittag des zweiten Tages. Kommt bei Tagesausflügen häufiger die Kamera zum Einsatz oder stehen Spiele im Fokus, liegt die Laufzeit eher bei nur einem Tag.
Apropos Kamera: In diesem Punkt gibt es beim Pixel 10 Up- und Downgrades und beim Pixel 10 Pro in erster Linie Stillstand. Dass jetzt alle Modelle mit drei Kameras ausgestattet sind, ist eine positive Entwicklung. Das Teleobjektiv resultiert in einer vielseitig einsetzbaren Kamera. Im Gegenzug muss man mit den Kameras des Pixel 9a und Pixel 9 Pro Fold Vorlieb nehmen, letztes Jahr waren noch in allen Modellen größere Sensoren verbaut. Die gibt es diesmal erst ab dem Pixel 10 Pro, das die Hardware aus dem Vorjahr übernimmt und damit vor allem bei schlechten Lichtbedingungen, beim Zoomen und mit dem Ultraweitwinkel dem Pixel 10 überlegen ist. Googles Kameras gehören nach Einstufung des Testers weiterhin zur Oberklasse, selbst wenn ein Großteil der Leser im letzten Blindtest anderer Meinung war. Das Pixel 10 schießt natürlichere Fotos, bei Motorola bekommt man aber definitiv knalligere Farben und mehr Kontrast.
- Sehr helles OLED-Display
- Sehr gute Kalibrierung ab Werk
- Viele und hilfreiche KI-Funktionen
- Tensor G5 macht deutlichen Sprung
- Stabile Leistung unter Dauerlast
- Drei Kameras für mehr Flexibilität
- Android 16 mit sieben Jahren Updates
- Drahtloses Laden mit Pixelsnap
- Hochwertiges haptisches Feedback
- Sehr gute Verarbeitung
- IP68 gegen Staub und Wasser
- Wirrwarr bei den Speicherstandards
- Chip bleibt hinter Apple und Qualcomm
- Mehr Kameras, aber kleinere Sensoren
- Akkuspannung nach 200 Zyklen reduziert
- Eher mittelmäßige Akkulaufzeiten
- Bildschirm ab Werk auf 60 Hz eingestellt
Bei welchem Hersteller man von welcher Eigenschaft mehr und potenziell sogar für weniger Geld bekommt, ist jetzt zum Start der Pixel-10-Serie unter Umständen am ehesten ausschlaggebend für einen potenziellen Kauf. Die Android-Konkurrenz hat vorgelegt, sodass zum Beispiel ein Galaxy S25 Ultra mit 256 GB bereits ab 895 Euro oder ein Xiaomi 15 Ultra mit 512 GB schon ab 1.049 Euro zu finden ist. Selbst Apple unterbietet mit dem iPhone 16 Pro ab 1.211 Euro aktuell Google. Und dann stellt sich ja auch noch die Frage, ob und wann das ab 723 Euro verfügbare Pixel 9 Pro die Features des Pixel 10 (Pro) erhalten wird. Pixel-10-Käufer hingegen können ihr Altgerät noch bis zum 11. September für bis zu 760 Euro bei Google loswerden, beim Pixel 10 Pro gibt es maximal 850 Euro.
- Extrem helles OLED-Display
- Sehr gute Kalibrierung ab Werk
- Viele und hilfreiche KI-Funktionen
- Tensor G5 macht deutlichen Sprung
- Stabile Leistung unter Dauerlast
- Oftmals sehr gute Triple-Kamera
- Zoom mit erweiterten Möglichkeiten
- Android 16 mit sieben Jahren Updates
- Pixelsnap, Wi-Fi 7, BT 6.0, UWB
- Sehr gute Lautsprecher
- Hochwertiges haptisches Feedback
- Sehr gute Verarbeitung
- IP68 gegen Staub und Wasser
- Wirrwarr bei den Speicherstandards
- Chip bleibt hinter Apple und Qualcomm
- 128 GB Speicher im Basismodell
- Akkuspannung nach 200 Zyklen reduziert
- Eher mittelmäßige Akkulaufzeiten
Überlegungen wie diese laufen letztlich alle auf eines hinaus: Ist das Pixel 10 (Pro) ein empfehlenswertes Smartphone und sollte man es kaufen? Wenn es schon kein A-Modell, sondern die Oberliga von Google sein soll, dann bildet das Pixel 10 Pro derzeit den Sweet Spot im Portfolio. Es fällt nicht zu groß aus und bietet bis auf Qi 2.2 alle Features des XL-Modells. Wer vollständig in das Google-Ökosystem eintauchen und die KI-Zukunft des Unternehmens erfahren will, erhält hiermit das passende Smartphone.
- Extrem helles OLED-Display
- Sehr gute Kalibrierung ab Werk
- Viele und hilfreiche KI-Funktionen
- Tensor G5 macht deutlichen Sprung
- Stabile Leistung unter Dauerlast
- Oftmals sehr gute Triple-Kamera
- Zoom mit erweiterten Möglichkeiten
- Android 16 mit sieben Jahren Updates
- Pixelsnap, Wi-Fi 7, BT 6.0, UWB
- Sehr gute Lautsprecher
- Hochwertiges haptisches Feedback
- Sehr gute Verarbeitung
- IP68 gegen Staub und Wasser
- Wirrwarr bei den Speicherstandards
- Chip bleibt hinter Apple und Qualcomm
- Akkuspannung nach 200 Zyklen reduziert
- Eher mittelmäßige Akkulaufzeiten
ComputerBase wurden Pixel 10, Pixel 10 Pro und Pixel 10 Pro XL leihweise von Google unter NDA zum Testen zur Verfügung gestellt. Eine Einflussnahme des Herstellers auf den Test fand nicht statt, eine Verpflichtung zur Veröffentlichung bestand nicht. Die einzige Vorgabe des Embargos war der frühestmögliche Veröffentlichungszeitpunkt des Tests.
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