Samsung Galaxy S25 Edge im Test: Kamera, Akku und Fazit

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Nicolas La Rocco
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In das Galaxy S25 Edge passen im Vergleich zu allen anderen Galaxy-S25-Modellen nur noch zwei Kameras, ansonsten hätte der Hersteller den „Buckel“ noch größer machen müssen. Entschieden hat sich Samsung für den Erhalt der 200-MP-Hauptkamera (23 mm) des Galaxy S25 Ultra und für eine angepasste Ultraweitwinkelkamera (13 mm). Letztere kommt mit ihren 12 MP zwar nicht an die 50 MP des Topmodells heran, sondern bietet das Niveau der zwei anderen S25-Modelle, doch hat Samsung der Kamera den Autofokus spendiert, sodass sie damit im Nahbereich als Makrokamera fungieren kann.

In das S25 Edge passen nur noch zwei Kameras
In das S25 Edge passen nur noch zwei Kameras

Samsungs größte Kamerainsel

Vom Design her betrachtet setzt das S25 Edge auf eine „Kamerainsel“ mit zwei Ebenen. Die Linsen sitzen im Gegensatz zur restlichen Baureihe nicht direkt auf der Rückseite des Smartphones, sondern auf einer in Glas ausgeführten Ebene in Gehäusefarbe. Damit hat das S25 Edge selbst ohne die dritte Kamera den größten Buckel der vier Varianten und kippelt deshalb ziemlich stark auf dem Tisch. Das Smartphone hinlegen und dann zum Beispiel eine Nachricht tippen, ist in der Praxis so gut wie unmöglich.

Kamera-Vergleich mit dem Galaxy S25 Ultra

Die primäre Kamera schießt Fotos in identischer Qualität zum Galaxy S25 Ultra, was angesichts der gleichen Hard- und Software nicht überrascht. Die Fotos erreichen einen hohen Detailgrad mit knackiger Schärfe, sie sind farbenfroh, aber noch ziemlich natürlich ausgelegt und punkten mit hohem Dynamikumfang, der Google mit den Pixel-Smartphones aber noch eine Stufe besser gelingt. Aufgrund der 200 MP kann man die Kamera auch für eine zweifache Vergrößerung mittels In-Sensor-Zoom nutzen, darüber hinaus fallen die Ergebnisse aber sichtbar schlechter aus als mit einem nativen Teleobjektiv.

Samsung Galaxy S25 Edge im Test – Kamera

Im Nahbereich kann die Hauptkamera nicht mehr scharf stellen, hier bietet sich die Ultraweitwinkelkamera im automatischen Makromodus an, der sich auf Wunsch aber deaktivieren lässt. Die zweite Kamera liefert nicht mehr ganz so feine Details wie die 50-MP-UWW-Kamera des S25 Ultra und schluckt manchmal Nuancen in Highlights und Schatten, insgesamt betrachtet liefert sie aber ebenfalls gute Ergebnisse.

Die kleinste Batterie der Galaxy-S25-Serie

Von Anfang an stand beim Galaxy S25 Edge der Akku in der Kritik. Mit 3.900 mAh fällt dieser kleiner aus als bei allen anderen Modellen der Baureihe, selbst das am Bildschirm gemessen kleinste Galaxy S25 (Test) kommt mit 4.000 mAh auf einen höheren Wert. Problem des Galaxy S25 Edge ist vor allem, dass es mit der kleinsten Batterie der Serie einen ebenso großen Bildschirm (6,7 Zoll) wie im S25+ versorgen muss, das wiederum auf 4.900 mAh kommt, also 26 Prozent mehr bietet.

Knackpunkt Akku? Dieser misst nur noch 3.900 mAh
Knackpunkt Akku? Dieser misst nur noch 3.900 mAh

Chance für neue Akku-Technologie verpasst

Das S25 Edge wäre für Samsung die Gelegenheit gewesen, von klassischen Lithium-Ionen- zu Silizium-Kohlenstoff-Akkus mit höherer Energiedichte zu wechseln. Und wenn man diese Technologie noch nicht selbst besitzt, dann hätte Samsung über den eigenen Schatten springen und sich bei einem Drittanbieter bedienen müssen. Dass dünne Geräte und große Batterien sich nicht gegenseitig ausschließen, hat Oppo mit dem Find N5 (Test) bewiesen, das in zwei 4,21 mm dünnen Hälften 5.600 mAh unterbringt.

4:30 Stunden Screen-on-Time

Was bedeutet die Einschränkung also in der Praxis? Bei der alltäglichen Nutzung waren im Schnitt etwa 4:30 Stunden Screen-on-Time möglich. Die Nutzung setzte sich primär aus YouTube (Music) mit Bluetooth-Kopfhörern, Googles Notizen-App, der Kamera, WhatsApp, Discord und X, sowie Chrome, Gmail und ein bisschen Google Maps zusammen. Das Smartphone war dabei stets im 5G-Netz der Deutschen Telekom eingebucht, teils im Büro und zuhause aber auch im WLAN aktiv. Rund 20 bis 25 Prozent Restkapazität in den späten Abendstunden (~22:00 Uhr) blieben wiederholt übrig.

Restkapazität am Abend (Gerät hing bereits wieder am Netzteil)
Restkapazität am Abend (Gerät hing bereits wieder am Netzteil)

Keine Auffälligkeiten im Standby

Reserven für eine intensivere Nutzung etwa für Spiele, Hotspot und ähnliches blieben somit kaum. Während die Redaktion von anderen Testern gehört hat, dass auch der Standby-Verbrauch vergleichsweise hoch ausfalle, ließ sich das im Test nicht bestätigen. Über die Nacht (circa 8 Stunden) hat das S25 Edge stets rund 2 bis 3 Prozent verloren.

Merklich schlechtere Akku-Benchmarks

Die Akku-Benchmarks untermauern, dass das S25 Edge am schlechtesten unter den vier aktuellen Samsung-Smartphones abschneidet. Die Redaktion hat die Tests sowohl unter Standard-Bedingungen (WLAN, 200 cd/m²) als auch unter hoher Belastung (5G, 800 cd/m²) durchgeführt. Unter denselben Voraussetzungen war mit dem S25 Edge im Vergleich zum S25 eine 15 Prozent kürzere, zum S25+ eine 20 Prozent kürzere und zum S25 Ultra eine 26 Prozent kürzere produktive Nutzung im PCMark 3.0 möglich. In YouTube beträgt die Differenz in derselben Reihenfolge 21, 26 und 28 Prozent.

Diagramme
PCMark 3.0 Akkutest 200 cd/m²
    • Google Pixel 9a (60 Hz, Wi-Fi, 200 cd/m²) (Android 15.0)
      20:03
    • Asus ROG Phone 9 (Android 15.0)
      19:11
    • Oppo Find N5 (außen) (Android 15.0)
      19:05
    • Asus ROG Phone 8 Pro Edition (Android 14.0)
      18:19
    • Nothing Phone (3a) (Android 15.0)
      17:31
    • Asus ROG Phone 6 (Android 12.0)
      17:18
    • Oppo Find X8 Pro (Android 15.0)
      17:10
    • Huawei Pura 70 Ultra (EMUI 14.2)
      16:57
    • Google Pixel 9a (120 Hz, 5G, 200 cd/m²) (Android 15.0)
      16:40
    • Huawei Mate X6 (EMUI 15.0) – Außen-Display
      16:34
    • Google Pixel 9a (120 Hz, Wi-Fi, 200 cd/m²) (Android 15.0)
      16:32
    • Xiaomi 15 (Android 15.0)
      16:12
    • Samsung Galaxy S25 Ultra (Android 15.0)
      16:01
    • Samsung Galaxy S24 Ultra (Android 14.0)
      15:52
    • Nothing Phone (3a) Pro (Android 15.0)
      15:36
    • Nothing Phone (2a) (Android 14.0)
      15:34
    • Asus ROG Phone 7 Ultimate (Android 13.0)
      15:25
    • Nothing Phone (2) (Android 13.0)
      15:07
    • Doogee V20 (Android 11.0)
      14:49
    • Samsung Galaxy S25+ (Android 15.0)
      14:46
    • Telekom T Phone 2 (Android 14.0)
      14:34
    • Oppo Find N5 (innen) (Android 15.0)
      14:32
    • Google Pixel 9 Pro XL (Android 14.0)
      14:11
    • Samsung Galaxy S23 Ultra (Android 13.0)
      14:08
    • Asus Zenfone 9 (Android 12.0)
      14:02
    • Samsung Galaxy S25 (Android 15.0)
      13:53
    • Google Pixel 9 (Android 14.0)
      13:42
    • Google Pixel 7a (Android 13.0)
      13:38
    • Motorola Razr 60 Ultra (Android 15.0)
      13:33
    • Sony Xperia 5 III (Android 11.0)
      13:08
    • Samsung Galaxy S24 (Android 14.0)
      13:07
    • Vivo X60 Pro (Android 11.0)
      13:02
    • Samsung Galaxy S23 (Android 13.0)
      12:34
    • Google Pixel 6a (Android 12.0)
      12:16
    • Google Pixel 8 Pro (Android 14.0)
      12:14
    • Samsung Galaxy A54 (Android 13.0)
      12:07
    • Samsung Galaxy Z Flip 6 (Android 14.0)
      11:56
    • Google Pixel 7 (Android 13.0)
      11:51
    • Samsung Galaxy S25 Edge (Wi-Fi, 200 cd/m²) (Android 15.0)
      11:50
    • Google Pixel 8 (Android 14.0)
      11:29
    • Huawei Mate X6 (EMUI 15.0) – Innen-Display
      11:21
    • Google Pixel 6 (Android 12.0)
      11:10
    • Samsung Galaxy Z Fold 6 (Android 14.0)
      10:54
    • Google Pixel 7 Pro (Android 13.0)
      10:45
    • OnePlus Nord 2 (Android 11.0)
      10:41
    • Samsung Galaxy Z Fold 5 (Android 13.0)
      10:40
    • Samsung Galaxy S22 Ultra (Android 12.0)
      10:38
    • Samsung Galaxy S22+ (Android 12.0)
      10:20
    • Motorola Razr 40 (Android 13.0)
      10:16
    • Redmagic 10 Pro (Android 15.0)
      10:09
    • Google Pixel 5 (Android 11.0)
      10:08
    • OnePlus 9 (Android 11.0)
      9:58
    • Google Pixel 9a (120 Hz, 5G, 800 cd/m²) (Android 15.0)
      9:53
    • Gigaset GS5 (Android 11.0)
      9:46
    • OnePlus 9 Pro (Android 11.0)
      9:41
    • Samsung Galaxy S21 Ultra (Android 11.0)
      9:27
    • OnePlus 8 Pro (Android 10.0)
      9:26
    • Samsung Galaxy Z Fold 4 (Android 12.0)
      9:24
    • Qualcomm Smartphone for Snapdragon Insiders (Android 11.0)
      9:20
    • Google Pixel 6 Pro (Android 12.0)
      9:20
    • Samsung Galaxy Z Flip 5 (Android 13.0)
      9:13
    • Samsung Galaxy XCover6 Pro (Android 12.0)
      9:06
    • Samsung Galaxy Z Flip 4 (Android 12.0)
      9:00
    • Samsung Galaxy S22 (Android 12.0)
      8:53
    • Nothing Phone (1) (Android 12.0)
      8:46
    • Fairphone 5 (Android 13.0)
      8:44
    • Blackview Hero 10 (Android 13.0)
      8:13
    • Google Pixel Fold (Android 13.0)
      7:30
    • Samsung Galaxy S25 Edge (5G, 800 cd/m²) (Android 15.0)
      7:13
    • Samsung Galaxy Z Flip 3 (Android 11.0)
      6:20
    • Nokia XR20 (Android 11.0)
      0:00
      Stürzt ab
Einheit: Stunden, Minuten

Nicht nur gegenüber Samsung, sondern auch im Vergleich zu anderen aktuellen Smartphones wie unter anderem dem Motorola Razr 60 Ultra (Test) oder Google Pixel 9a (Test) schneidet das S25 Edge somit schlechter ab. Man geht mit dem dünnen Neuzugang demnach in jedem Fall einen Kompromiss in puncto Akkulaufzeit ein, selbst gegenüber den anderen Galaxy 25. Sie als katastrophal schlecht zu bezeichnen, wäre stark übertrieben, aber mehr als ein wohlwollendes „mittelmäßig“ ist nicht angebracht.

Fazit

Samsung darf sich im Jahr der dünnen Smartphones Erster nennen. Das S25 Edge beweist mit seiner dünnen und leichten Bauweise in erster Linie optisch und haptisch Moderne und sammelt darüber die meisten Pluspunkte. Besonders kompakt bauende Technik hat einfach einen gewissen Charme.

Ganz nüchtern ausgedrückt sind das dann allerdings auch schon alle Vorteile des Neuzugangs. Für dieses Smartphone entscheidet man sich ganz bewusst aus den genannten Gründen. Sofern diese aber nicht ganz oben auf der Anforderungsliste stehen, sind Galaxy S25+ und Ultra die sinnvollere Wahl, sowohl auf die Ausstattung bezogen als auch preislich betrachtet. Zugegeben: Wenn etwas schön aussieht, muss nicht zwangsweise mit Vernunft gehandelt werden. Das S25 Edge ist eine vierte Option in der Serie, Samsung zwingt niemanden zum Kauf dieses Smartphones.

Samsung Galaxy S25 Edge im Test
Samsung Galaxy S25 Edge im Test

Gewünscht hätte sich die Redaktion vor allem mehr Mut beim Thema Batterie. Warum verbauen die chinesischen Mitbewerber in ihren Topmodellen schon seit längerer Zeit Silizium-Kohlenstoff-Akkus mit höherer Energiedichte, Samsung aber noch nicht? Das S25 Edge wäre doch die Gelegenheit für ein neues Kapitel gewesen. Ein S25 Edge mit 5.000 mAh? Man wird als technikbegeisterter Mensch ja wohl noch träumen dürfen.

Hat's also für mehr gereicht als dünn und leicht? Ganz genau genommen nicht. Aber ein schönes Smartphone hat Samsung mit dem S25 Edge trotzdem auf die Beine gestellt.

Samsung Galaxy S25 Edge (256 GB)
30.05.2025
  • Dünnes Chassis sorgt für modernen Look
  • Geringes Gewicht in Relation zur Größe
  • Sehr gute Verarbeitung
  • Sieben Jahre Android-Updates
  • Hohe Leistung im Alltagsgebrauch
  • Helles Display mit hoher Pixeldichte
  • Zwei gute Kameras
  • Kleinere Features wie UWB
  • Mittelmäßige Akkulaufzeiten
  • Prozessor drosselt früher

ComputerBase wurde das Galaxy S25 Edge leihweise von Samsung zum Testen zur Verfügung gestellt. Eine Einflussnahme des Herstellers auf den Testbericht fand nicht statt, eine Verpflichtung zur Veröffentlichung bestand nicht. Es gab kein NDA.

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