Synology DS925+ im Test: SSD-Cache/Volume, Lautstärke, Leistungsaufnahme und Fazit
3/3SSD-Cache und SSD-Volume mit NVMe-SSDs
Die M.2-Slots an der Unterseite der DS925+ können zwei NVMe-SSDs im Formfaktor 2280 aufnehmen. Wie eingangs erwähnt, können generell nur die M.2-SSDs von Synology auch für ein SSD-Volume genutzt werden. Und im Test galt dies auch für den SSD-Cache, auch wenn Synology dies noch anders kommuniziert. M.2-SSDs anderer Hersteller ließen sich in der DS925+ zum Testzeitpunkt somit gar nicht nutzen, weshalb auf Synologys eigene Modelle zurückgegriffen werden musste. Ob dieser Umstand dauerhaft ist oder sich mit einem Update zumindest für den SSD-Cache auch wieder Laufwerke anderer Hersteller nutzen lassen, bleibt noch abzuwarten.
Für einen Lese- und Schreibcache werden die SSDs bei Synology immer im RAID 1 betrieben. Ein reiner Lesecache erlaubt hingegen auch die Nutzung der ganzen Kapazität beider Laufwerke.
Durch einen SSD-Cache kann der Datenzugriff potentiell bei kleinen Dateien im wahlfreien Zugriff deutlich profitieren, da die Zugriffszeiten von SSDs viel geringer sind als die von HDDs und der Durchsatz höher ist. Im Alltag ist zudem wichtig, dass der Cache nur häufig genutzte Dateien vorhält, so dass eben nur sie von ihm profitieren. Dies kann sich dann aber auch bei der Nutzung von Containern oder vielen Apps auf dem NAS bemerkbar machen, wenn sie zu erhöhten Zugriffen auf die Laufwerke führen.
Zunächst wird der Effekt des SSD-Caches bei Verwendung einer einzelnen 2,5-Gigabit-Schnittstelle der DS925+ getestet.
Kaum Auswirkung auf IOPS
Bei sequentiellen Übertragungen ist kein Unterschied beim Einsatz eines SSD-Caches zu verzeichnen. Auch beim wahlfreien Lesen und wahlfreien Schreiben ist kein eindeutiger Sieger zu erkennen, auch wenn der SSD-Cache mitunter kleine Vorteile bietet.
Dateitransfer mit SSD-Cache und SSD-Volume
Zusätzlich zu den IOPS hat ComputerBase einen Blick auf die Dateiübertragung mit SSD-Cache und reinem SSD-Volume geworfen. Die Dateien werden, um vom SSD-Cache profitieren zu können, in mehreren Durchläufen gelesen und geschrieben, um auch im SSD-Cache zu liegen. Nur dann kann er sich positiv auswirken.
Da bei realen Dateiübertragungen nicht die Laufwerke der DS925+ der limitierende Faktor sind, sondern die einzelne 2,5-Gigabit-Schnittstelle, sind die Unterschiede zwischen HDDs, HDDs mit SSD-Cache und SSD-Volume marginal. Nur beim Schreiben des Ordners kann sich das SSD-Volume minimal absetzen.
Bei der Nutzung der Verschlüsselung wirken sich SSDs hingegen positiv aus und können die Dateiübertragung bei vielen kleinen Dateien noch einmal deutlich beschleunigen.
Die Vorteile, die ein SSD-Cache bei der Latenz bietet und sich etwa bei der Nutzung von Apps oder Containern und VMs zeigen, lassen sich in derartigen Benchmarks allerdings nicht messen.
SSD-Cache/Volume beim Einsatz von Link-Aggregation
Auch die Tests mit aktivierter Link-Aggregation werden noch einmal mit aktiviertem SSD-Cache und einem reinen SSD-Volume durchgeführt.
Beim Einsatz von Link-Aggregation wird die Übertragungsgeschwindigkeit der DS925+ sowohl beim Einsatz eines SSD-Caches als auch eines SSD-Volumes geringer. Das reine HDD-Setup ist in jeder Konstellation die schnellte Variante. Zu erklären ist dieses Verhalten nicht, aber reproduzierbar.
Lautstärke und Leistungsaufnahme
Mit vier Laufwerken gilt auch für die DS925+, dass weniger das System, sondern insbesondere die genutzten Laufwerke für die Lautstärke verantwortlich sind. Schreib- und Lesezugriffe der HDDs sind deutlich zu hören.
Die beiden 92-mm-Lüfter der DS925+ gehen hingegen in allen Situationen angenehm leise zu Werke und sind kein Quell störender Lautstärke.
Mit schnellerem Prozessor und schnellerem LAN war nicht unbedingt mit einer niedrigeren Leistungsaufnahme der DS925+ im Vergleich zur DS923+ zu rechnen. Dennoch ist die DS925+ in allen drei Szenarien etwas sparsamer als das ältere Modell.
Insbesondere die 11,6 Watt im Ruhezustand sind gegenüber den 20,9 Watt des Vorgängers ein deutlicher Gewinn. Aber selbst beim Schreiben auf das NAS liegt die Leistungsaufnahme über 15 Prozent unter dem Vorgänger.
Preise im Vergleich
Die Synology DS925+ ist im Handel derzeit ab 592 Euro erhältlich. Technisch vergleichbare NAS-Systeme für vier HDDs und mit mindestens zwei 2,5 Gigabit/s schnellen LAN-Anschlüssen gibt es aber auch von Asustor, QNAP, TerraMaster und Ugreen. Am günstigsten ist derzeit die TerraMaster F4-424 mit Intel N95, die ab 509 Euro erhältlich ist. Preislich dicht dahinter liegt das Ugreen NASync DXP4800 (Test) mit Intel N100 mit einem Preis ab 465 Euro. Ebenfalls in dieser Preisregion rangiert das Asustor AS5304T Nimbustor 4 ab 555 Euro. Die QNAP Turbo Station TS-432X-4G ist mit einem Preis ab 559 Euro hingegen derzeit etwas teurer.
Nur letztere unterstützt auch ECC beim Arbeitsspeicher, nutzt aber nur einen annapurnalabs AL524 als SoC.
Bei dieser reinen Preisbetrachtung nicht berücksichtigt sind die Unterschiede im Betriebssystem. Denn der DiskStation Manager (DSM) von Synology gilt bei vielen nicht zu Unrecht als das beste Betriebssystem, wenn man sich um dieses nicht selbst kümmern möchte.
Fazit
Das Fazit zur DS925+ fällt schwer. Denn einerseits überzeugt die Hardware mit dem schnelleren AMD-Prozessor und den beiden schnelleren LAN-Schnittstellen im Vergleich zur DS923+, auch wenn Synology weiterhin keinesfalls die neueste, schnellste und beste Hardware im NAS-Umfeld bietet. Andererseits wird die Neuvorstellung und das NAS quasi vollständig von Synologys geänderter Kompatibilität der Plus-Serie bei HDDs und SSDs überschattet, so dass das erste NAS der 25er Plus-Serie fast in den Hintergrund gerät.
Die DS925+ ist ein rundes Gesamtpaket
Für 600 Euro bietet die DS925+ bei der Leistung, Hardware und Ausstattung ein deutlich besseres Gesamtpaket als die DS923+ und kann die Möglichkeiten, die 2,5-Gigabit-LAN bieten, sehr gut umsetzen. Und auch wenn sich Enthusiasten direkt 10 Gigabit gewünscht hätten, stellt die DS925+ ab Werk mit schnellerem LAN und mehr Leistung ein rundes Gesamtpaket dar, insbesondere wenn man die ausgereifte und extrem umfangreiche Software und die schnellere USB-Übertragung berücksichtigt. Und der DSM ist in Sachen Stabilität, Benutzerfreundlichkeit und Funktionsumfang (Active Backup und Surveillance Station noch gar nicht angesprochen) eines der besten, wenn nicht das beste schlüsselfertige NAS-System auf dem Markt. Ein NAS besteht eben nicht nur aus seiner Hardware.
Den schnelleren Prozessor wissen all jene zu schätzen, die Container oder Virtuelle Maschinen auf dem NAS betreiben. Für sie gilt aber auch, dass zwingend der Arbeitsspeicher aufgerüstet werden muss, denn Synology knausert in diesem Bereich weiterhin mit lediglich 4 Gigabyte ab Werk – immerhin aber mit ECC, was wiederum kaum ein anderes NAS in dieser Preisklasse bietet. Auch die abgeschaffte Option auf eine 10-Gigabit-Netzwerkkarte, die man bei der DS923+ noch hatte, muss kritisiert werden.
Die Sache mit der HDD-Kompatibilität
Dass Synology ab diesem Jahr in der Plus-Serie nur noch kompatible HDDs erlaubt, ist für die DS925+ jedoch ein Problem. Zwar ist eine Migration mit Fremd-HDDs von einem alten Synology-NAS problemlos möglich, doch erhält man auch in diesem Fall zahlreiche Warnungen. Besitzt man diese nicht, lässt sich die DS925+ ohne Synology-HDDs gar nicht erst einrichten.
Diese Einschränkung wirkt nach außen noch willkürlicher, da ältere Synology-NAS mit exakt derselben Hardware wie die DS925+ noch zahlreiche Laufwerke anderer Hersteller auf der Kompatibilitätsliste führen, die bei der DS925+ nun pauschal als inkompatibel gelten.
Denn derzeit stehen nur Synologys eigene Modelle auf der Kompatibilitätsliste, die als Whitelist für das NAS fungiert. HDDs, die hier nicht geführt sind, sind pauschal nicht kompatibel. Und aktuell ist noch völlig unklar, ob es dabei bleibt, dass nur Synologys eigene HDDs genutzt werden können, oder ob schon in Kürze weitere Laufwerke anderer Hersteller auf diese Whitelist aufgenommen werden. Diesen Punkt muss Synology schnellstmöglich klären und vor allem auch kommunizieren. Bis dahin werden potenzielle Käufer im Ungewissen gelassen, ob andere Laufwerke – und eventuell sogar bereits im Besitz befindliche – in Zukunft genutzt werden können. Zu viele Hoffnungen sollten sich potenzielle Käufer angesichts der wenigen und dünnen Kommunikation durch Synology in diesem Punkt jedoch nicht machen, denn gäbe es Entwarnung, hätte Synology sie wohl schon längst selbst gegeben. Und ist geplant, dass Laufwerke anderer Hersteller zeitnah auf die Whitelist kommen, hätte man mit diesen vor dem Start der neuen Plus-Serie bereits zusammenarbeiten und die Laufwerke vorab zertifizieren sollen. Das hätte Synology viel negative Schlagzeilen und verunsicherte Kunden erspart. Wie groß die Problematik schlussendlich ist, hängt also davon ab, ob weitere Laufwerke zertifiziert werden und wann. Dass Synology dies im Vorfeld besser planen und besser kommunizieren hätte müssen, um die aktuell vorherrschende Unsicherheit zu vermeiden, steht hingegen außer Frage.
Dabei sind die Laufwerke von Synology weder schlecht, noch ist ihr Preis in der Einstiegsklasse exorbitant hoch, doch der Zwang, neue Laufwerke anschaffen zu müssen, selbst wenn man bereits passende Laufwerke besitzt, dürfte viele Käufer, die bisher kein Synology-NAS besitzen, trotzdem abschrecken – sofern sie vor dem Kauf einer DS925+ überhaupt von der Problematik wissen. Den von Synology angeführten, geringeren Supportaufwand durch das Beharren auf freigegebene Laufwerke dürfte die neue Kompatibilitätsanforderung nämlich jetzt erst einmal überkompensieren – und bei Händlern zu vielen Rücksendungen führen, weil die eigenen Laufwerke nicht genutzt werden können.
Die neue HDD-Whitelist in Verbindung mit der abgeschafften Option auf 10-Gigabit-LAN per PCIe-Karte und die neue DX525 als alleinige Erweiterungseinheit über USB-C, der sich abseits dessen nicht nutzen lässt, lassen Synology im Vergleich zur Konkurrenz zu einem abgeschotteten System werden, mit dem das Unternehmen Enthusiasten und Prosumer verprellt, die trotz vergleichsweise alter Hardware lange die Treue gehalten haben. Normale Endkunden, neue und die bereits Nutzer sind, denen ein stabiles NAS mit vielen Funktionen am wichtigsten ist, wird Synology aber wahrscheinlich auch in Zukunft halten können.
- endlich 2,5-Gigabit-LAN
- sehr hohe Übertragungsgeschwindigkeit
- M.2-Slots für SSD-Cache/Volume
- ECC-Speicher
- Link Aggregation
- Verschlüsselung (AES 256)
- einfaches RAM-Upgrade
- USB 3.0, USB-C (nur für DX525)
- schnelle USB-Backups
- leises, kühles System
- sehr gute Verarbeitung
- Btrfs-Unterstützung
- ausgereifte Software
- AppStore
- nur HDDs und SSDs von Synology nutzbar
- keine Option auf 10 GbE mehr
ComputerBase hat die DS925+ leihweise von Synology zum Testen erhalten. Eine Einflussnahme des Herstellers auf den Test fand nicht statt, eine Verpflichtung zur Veröffentlichung bestand nicht. Es gab kein NDA.
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