Allgemeine Fragen zu verschiedenen Bereichen - Auflösung/Skalierung, Farbkalibrierung, HDR, Erfahrungen

Ich lese jetzt schon den halben Morgen zu dem Thema und habe durchaus Eindrücke bekommen, die zu dem passen, was du schreibst.

Einfach einen ~100% Monitor zu nehmen wäre bestimmt am einfachsten, gibt es aber leider nicht zusammen zu meinen anderen Anforderungen. Dort bewegen sich alle deutlich drüber.
Nihil Baxxter schrieb:
Den Montor auf 6500K bei 120nits (mein "Arbeitsplatzplatz" ist immer recht dunkel) profiliert. Insegasmt besser, aber immer noch übersättigte Farben
Sollte eine Kalibrierung nicht genau das lösen? Hab nochmal bei Rtings reingeschaut, dort werden die Monitore auch in einem nicht-sRGB Modus kalibriert.

Ich denke, mir fehlt hier einfach Basiswissen, um das ganze richtig zu versteht, aber wenn ich jetzt in einem der nicht-sRGB Modi (wie auch immer sie heißen mögen, Custom/Cinema/Gaming etc) DisplayCAL anwerfe und diesen Modus so kalibriere, dass sRGB richtig angezeigt wird, müsste dann nicht alles mit weiterem Farbraum nutzt falsch aussehen? Oder ist jeder Inhalt, der einen größeren Farbraum nutzt, automatisch auch an das ICC-Profil gebunden, welches wieder alles richten würde? (hoffe das ist verständlich...)

Zur Not ist eine Treiberseite clamp ja auch eine Option nur doof wenn dann mal was in bspw. HDR gespielt werden soll.

Nihil Baxxter schrieb:
Und noch kurz zum Thema HDR und Windows: Nein. Einfach Nein. Schalte ruhig für Spiele in den HDR-Modus um
Schade eigentlich. So wie ich mich kenne, werde ich nicht jedes Mal HDR ein und wieder ausschalten und es wird am Ende einfach gar nicht genutzt nur weil Windows es nicht richtig hinbekommt.

Das mit Windows 11 hab ich auch gelesen. Ist hoffentlich nur ein Bug, das alles betroffen ist, sonst würde der ganze Spaß ja wenig Sinn machen. Aber wer weiß bei denen
 
Boerny schrieb:
Ja, ungefähr sowas hatte ich schon mal gelesen, konnte es aber jetzt nicht wieder finden. Weißt du, ob es Möglichkeiten gibt die Windows eigenen "transfer function" zu umgehen und eine bessere zu nutzen?
Siehe: https://github.com/dylanraga/win11hdr-srgb-to-gamma2.2-icm?tab=readme-ov-file#temporary-solution

Afaik könntest du auch in deinem Monitor:
  • Farbraum: BT.2020 aka. Wide Gamut oder Display P3
  • Gamma: 2.2 (statt PQ)
einstellen (im SDR-Modus).
Und dann Profilieren und in Windows das als Standard-Profil setzen.
Ob das dann unter Windows akkurat wird, kann ich dir nicht schreiben.

Sonst gibt es Wayland (Linux). Jedenfalls scheint es mit KDE Plasma 6.4 besser zu funktionieren als unter Windows 11.
Wenn es denn nur eine geeignete Profiling App für Wayland gäbe ;)
 
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Die Github-Seite hab ich mir auch für später in die Favoriten gepackt, danke.

Mir fällt gerade auf, wie dumm das Ganze eigentlich ist. Ich will doch nur, dass nicht alles total übersättigt ist, sondern so wie vom Ersteller gedacht angezeigt wird. Dass für etwas so einfach so viel Arbeit und gemurkse nötig ist, nur um es mit biegen und brechen in die richtige Richtung zu bekommen ist doch daneben.
 
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Boerny schrieb:
Sollte eine Kalibrierung nicht genau das lösen?
Also ich bin auch kein Profi auf dem Gebiet, aber so wie ich das nach endloser Beschäftigung mit dem Thema verstanden habe, ist das so:
Die Kalibrierung/Profilierung erzeugt nur eine in einem Profil hinterlegte Korrekturkurve, die dafür sorgt, dass eine Farbe, die an den Monitor herausgeschickt wird an diesem unverfälscht angezeigt wird.

Welche Farbe aber - in the first place - überhaupt angezeigt werden soll, darum kümmert sich das Farbmanagement. So dass ein Rot, das sagen wir mal mit 70% des im sRGB-Farbraum möglichen Rots erstellt wurde auch auf einem Wide Gamut Monitor seine Farbe beibehält und nicht plötzlich mit 70% des im erweiterten Farbraum möglichen Rots und somit viel röter dargestellt wird.

Also da kann ich kalbireren wie ich will, ohne Farbmanagement, das mit dieser Kalibrierung entsprechend umgeht, erhalte ich wilde Ergebnisse.

(Vermutlich ist das zu einfach, wie ich mir das denke, gerne korrigeren, ich habe hier schon vor der ersten Antwort auf "beobachten" geklickt, weil mich dieses Thema ganz ähnlich umtreibt...)
 
@Nihil Baxxter Da stimme ich dir zu. Ganz schlimm ist es wenn man per Remote auf einen Windows PC ist. Völlig unbrauchbar.
 
Man sollte erst mal unterscheiden, Kalibrierung bedeutet nur Weißabgleich, Helligkeit und Kontrast. Diese Werte werden meist am Monitor eingestellt.

Profilierung ist dann die eigentliche Farbanpassung, dort werden Farbwerte mit einem Colorimeter gemessen und die Abweichung in einer Datei gespeichert. Diese wird dann vom Betriebssystem und/oder Anwendungssoftware geladen, oder bei hardware-kalibrierten Monitoren wie z.B. die Eizo CG-Serie direkt im Monitor hinterlegt.

Wurde die Kalibrierung am Monitor eingestellt dann wirkt sich diese immer auf das Bild aus, die Profilierung dagegen nur wenn das Betriebssystem und/oder Anwendungssoftware auch Farbmanagement beherrscht. Genau da liegt aber das Problem, die meiste Software kann kein Farbmanagement, dadurch werden Farben immer falsch dargestellt wenn der Monitor im erweiterte Farbraum (Wide Gamut) betrieben wird.

Da OLEDs meist Wide Gamut Monitore sind, hört man hier oft wie schön doch die Farben bei diesem sind. Dabei handelt es sich meist um eine Fehlkonfiguration, da dieser wenn er im erweiterten Farbraum betrieben wird die Farben immer übersättigt darstellt. Finden manche schön ist aber falsch. :D

Um dem aus dem Weg zu gehen, sollte der Wide Gamut Monitor im sRGB Modus betrieben werden, da dadurch die Farben nicht übersättigt dargestellt werden. Man könnte sich auch einen reinen sRGB Monitor kaufen, dort wird es dann aber keine richtige HDR Funktion geben.
 
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Helge01 schrieb:
Um dem aus dem Weg zu gehen, sollte der Wide Gamut Monitor im sRGB Modus betrieben werden, da dadurch die Farben nicht übersättigt dargestellt werden.
Hmm okay, so weit, so gut. Dann ist man zwar auf sRGB beschränkt, aber dafür sieht es richtig aus. Jedoch verstehe nicht ganz, wieso ich nicht einfach Windows oder der GPU sagen kann, welche Farbraum mein Monitor darstellen kann und dann sRGB auf besagten Farbraum übersetzt wird.
Das sind doch letzten Endes immer feste Werte, wie XYZ in sRGB = ZXY in P3. Wenn der Browser jetzt Farbe XYZ anzeigen soll, wird das einfach zu ZXY übersetzt und sieht wie gewünscht aus.

Mir ist klar, dass das hier nicht zu einer Lösung führt, aber ich würde es gerne besser verstehen :)


Passend dazu noch eine Frage. Hat jemand eine gute Anleitung für HCFR? Ich hatte es vor Jahren genutzt, um ICC Profile zu vergleichen und um einen Fernseher zu kalibrieren, kann mich aber erinnern, dass die Einstellungen als Laie etwas undurchsichtig waren.
 
Helge01 schrieb:
Da OLEDs meist Wide Gamut Monitore sind, hört man hier oft wie schön doch die Farben bei diesem sind. Dabei handelt es sich meist um eine Fehlkonfiguration
Bei mir im Audiobereich ist es ähnlich. Da misst man eine Anlage ganz sorgfältig linear ein und freut sich über die ehrliche und unangestrengte Widergabe und dann kommt jemand daher und verlangt nach mehr Bass und mehr Höhen, weil sie alle diese fehlinterpretierten Loudness-Kurven gewohnt sind und überhaupt nur noch das, was kurz vor der Schmerzschwelle liegt, irgendwelche Gefühle auslöst :D
Ergänzung ()

Boerny schrieb:
wieso ich nicht einfach Windows oder der GPU sagen kann, welche Farbraum mein Monitor darstellen kann und dann sRGB auf besagten Farbraum übersetzt wird.
Farbmanagement in a Nutshell :)

Das wäre es, was Windows können müsste.
 
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Boerny schrieb:
Dann ist man zwar auf sRGB beschränkt, aber dafür sieht es richtig aus
Was heißt beschränkt, außerhalb der professionellen Bild und Videobearbeitung ist ein erweiterter Farbraum überhaupt nicht notwendig. Sonderfall wäre HDR und da stellt ein aktueller PC Monitor automatisch den größeren Farbraum ein.

Boerny schrieb:
Jedoch verstehe nicht ganz, wieso ich nicht einfach Windows oder der GPU sagen kann, welche Farbraum mein Monitor darstellen kann und dann sRGB auf besagten Farbraum übersetzt wird.
Wenn man so was möchte dann muss man zu einem Mac greifen, da funktioniert das schon seit Jahren problemlos. Bei Microsoft ist man ja schon bei der GUI Programmierung überfordert, ein komplett richtig funktionierendes Farbmanagement wie unter macOS werden sie wohl nie schaffen.
 
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Ich grabe mal diesen Beitrag aus, da ich bitte nochmals etwas Nachhilfe zu Monitorkalibrierung und Farbe in Windows brauche.

Das eigentliche Problem von damals, dass Monitore mit großem Farbraum Farben übersättigt darstellen, hatte ich verstanden. Lösung war dann ja entweder den Farbraum auf sRGB beschränken, bspw. via GPU-Treiber, oder für Programme, die sich der Farbe bewusst sind, ein Profil anlegen, richtig?

Ich komme da jetzt drauf, da ich meine GPU getauscht und mal wieder etwas mit den Farben herumgespielt habe. Dabei ist mir aufgefallen, dass das Farbprofil von Windows, Apps, Spiel und den Desktop beeinflusst. Ich hatte was gelesen, dass etwas in dieser Richtung in Windows 11 kommen soll, ich bin aber noch auf Windows 10.

Löst das nicht das Problem des zu großen Farbraums? Oder verstehe ich mal wieder etwas falsch?
 
Du meinst sicher "ACM", Automatic Color Management, das vor kurzem mit einem Update fûr Win 11 kam. Ja, das soll das Problem beheben, aber tut es nicht, zumindest nicht bei mir. Siehe auch meinen vorherigen Beitrag
Nihil Baxxter schrieb:
Jetzt kam Win11 mit einem der letzten Updates mit ihrem "Automatic Color Management - ACM" um die Ecke. Endlich dachte ich. Eischalten kann man das in den erweiterten Anzeigeeinstellungen. Sie werben damit, dass Windows jetzt endlich erkennt, was sRGB-Content ist und was nicht und dann bei sRGB-Content selbständig auf sRGB clampt. Nur stimmt das nicht. Er clampt dann z.B. auch bei Photoshop, was eigentlich farbgemanaged und damit wide Gamut fähig ist. Er clampt jetzt eigentlich alles auf sRGB in diesem Modus. So, als würde ichs per Treiber tun. Außerdem hatte ich damit hin und wieder Probleme beim laden des richtigen icc. Profils beim Systemstart. Aber da habe ich nicht lange geforscht, sondern einfach weiter gemacht wie vorher, also ohne ACM.
zum aktuellen Status von ACM kann ich nichts sagen, hab es seit ein paar Wochen nicht mehr probiert. Vermutlich ist es immer noch broken. Die Idee dahinter finde ich gut, aber es funktionierte leider nicht so gut.
 
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Das meinte ich mit dem Feature das unter 11 kommen soll, aber ich bin wie gesagt noch auf Windows 10 und trotzdem werden Spiele, Browser und selbst der Desktop vom Farbprofil beeinflusst. Ich würde ja Screenshots machen, nur bringt das leider so herzlich wenig :D
 
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