Nilson schrieb:
Zumindest besser als Großer Kurfürst
Der "Große Kurfürst" Friedrich Wilhelm von Hohenzollern war doch Adliger, Politiker und Militär. Und es gab auch einen realen WW1-Dreadnought mit diesem Namen (König-Klasse).
Von daher passt der Name der Currywurst durchaus in das deutsche Namensschema. Zumindest was World of Warships-Logik angeht.
In der Realität wären viele dieser Namen extrem unwahrscheinlich, denn sie stammen aus den Zeiten des Kaiserreichs, werden von WG aber für erfundene Schiffe genutzt, die später gebaut und/oder eingesetzt worden wären. Weder bei den Demokraten und Kommunisten, die das Kaiserreich stürzten, noch später bei den Nazis, waren die alten Monarchen-Namen hoch im Kurs. Nach Kaisern, Königen, Prinzen usw. benannte Schiffe hätte es nach 1918 also sicher nicht mehr gegeben.
Was blieb waren besonders populäre Militärs (und im Fall Bismarcks Staatsmänner) und halt Ortsnamen.
Was die angekündigte Schlachtkreuzer-Linie angeht:
Zunächstmal, mein Gott, ist die Zieten hässlich!

An Graf Spee und Admiral Scheer sieht diese Art klotziger Brückenaufbau noch halbwegs erträglich aus. 3x so groß auf einem eh schon "fett" aussehenden Schlachtkreuzer... Igitt!
Nachdem das raus ist... Die restlichen Schiffe sehen ziemlich gut aus. Besonders natürlich die echten WW1-Dreadnought-Schlachtkreuzer in Low- und Mid-Tier. Sehr schön, dass da durch WG nicht oder nur sehr zurückhaltend fiktiv "modernisiert" wurde.
Wenn sich diese Schiffe ähnlich spielen wie die Prinz Eitel Friedrich (auch so ein extrem unwahrscheinlicher Name für ein Nach-WW1-Schiff) könnten sie mir sehr gefallen.
Was mich ein bischen beunruhigt ist, dass die Schlachtkreuzer laut Blog wenige,
langsam ladende* Geschütze als Markenzeichen haben sollen. (Wahrscheinlich vor allem bezogen auf die High-Tier-Schiffe.) Nicht unbedingt etwas, was man sich in einem schnellen, beweglichen Brawler wünschen würde, und auch so ziemlich das exakte Gegenteil des Konzepts der realen deutschen Schlachtkreuzer und Schlachtschiffe.
(*edit: Ich habe mich verlesen. Da steht "low range of fire", nicht "low rate of fire". Damit bin ich schon etwas mehr einverstanden. 😉 )
Ach ja. Noch ein lustiges Detail an den High Tier-Schlachtkreuzern: Die "Doppel-Kasematten".
Die hat sich WG wohl von der Graf Zeppelin abgeschaut.
Die Hintergrundgeschichte, wie es bei der Zeppelin zu diesem höchst ungewöhnlichen Feature gekommen ist, ist wirklich lustig.
Als der erste, deutsche Flugzeugträger entworfen wurde, viel einem Konstrukteur auf, dass die vielen Kasematt-Geschütze mit ihren zugehörigen Munitionsmagazinen, Aufzügen usw. nur sehr wenig Platz übrig lassen würden für.... Flugzeuge.
Deshalb machte er den Vorschlag, jeweils zwei der Geschütze in einer Kasematte zusammenzufassen, so dass man mit halb so vielen Kasematten, Magazinen usw. für die selbe Zahl Geschütze auskommt. Der zweite Teil des Satzes ging aber wohl irgendwie auf dem Dienstweg verloren und die Zeppelin endete mit doppelt so vielen Geschützen und noch weniger Platz für Flugzeuge, als ursprünglich geplant.

Diese Doppel-Kasematten sind also kein typisch deutsches Feature für Sekundärgeschütze, sondern eine Kombination aus einer Flugzeugträger-spezifischen Notlösung und einem kuriosen Missverständnis.