Mein erster Gedanke, während ich die fein gemachte Collector's Edition von 2006 hervorgekramt und neben mir liegen habe: "Gott, was habe ich das Spiel gehasst."
Daggerfall war sensationell. Ich konnte allein mit dem Magiebaukasten Stunden verbringen, das Skillsystem war komplex aber größtenteils smart, und das Spiel hatte eine richtige Welt mit unendlich Freiheit. Wer braucht schon Story?
Morrowind war linearer, aber fast genau so gut. Die ersten Spielminuten bin ich nur rückwärts durchs knöcheltiefe Wasser und habe begeistert auf die Wellen und Spiegelungen gestarrt. Mehr Story, weniger Freiheit, aber wieder ein Spiel, das Maßstäbe gesetzt hat.
Und dann kam Oblivion und meine Erwartungen waren riesig. Geboten wurden eine vergleichsweise winzige Welt, gaaaanz viel handholding im World of Warcraft Style (immer den gelben Questmarkern hinterher), ein brachial vereinfachtes Skillsystem und das dümmste Leveln der Rollenspielgeschichte dank mitlevelnder Gegner. Somit hatte es ein Rollenspielcharakter, der gut feilschen, reden und nur ein bischen kämpfen konnte, unendlich schwer. Während ein minmax Build, der Waffen und Magie nominell nur als Nebenskills aber massiv gepusht hat, durchgängig mit Level 2 oder 3 Gegnern belohnt wurde. Gekrönt wurde der Haufen Exkrement dann mit der Horse Armour, die erfolgreich eine neue Ära der Kundenverarsche im Gaming eingeläutet hat.
Bis zum Warcraft 3 Re-Release meine größte Spieleenttäuschung.