Mich stören an der AM5 Plattform folgende Dinge:
An den Prozessoren die Leistungsaufnahme durch die werkseitig idiotische Konfiguration, die letzten paar Prozent Leistung durch einen unverhältnismäßigen Stromverbrauch zu erkaufen. Ja, man kann manuell nachbessern. Ist aber nicht meine Aufgabe, macht der Durchschnittsuser außerhalb der Nerd-Filterblase auch nicht. Umgekehrt wird ein Schuh drauf: Betreiben im Sweetspot in der Werkseinstellung, wer nutzlos Strom verbrennen möchte stellt das entsprechend ein. Diesen Kritikpunkt werden wohl die Modelle ohne X beseitigen, es pfeifen ja die Spatzen von den Dächern, das die recht zeitnah erscheinen und vernünftig konfiguriert sind und die werden wohl ein weiteres Hauptproblem lösen, den Preis der Prozessoren, die Intel Raptor Lake haben schlicht und ergreifend ein besseres Preisleistungsverhältnis, ein unhaltbarer Zustand für die Nummer 2 in einem Markt.
Nächstes Probem bei Zen 4: Kühlbarkeit. Man hat durch das Chiplet Design bedingt natürlich extreme Hotspots. Eine beschusssichere Panzerplatte als Heatspreader verschärft diese Problematik noch, letztlich verlasse ich den Bereich wo ich in jeder Last und Betriebssituation mit Luftkühlung einen Betrieb mit voller Leistung erreiche. AIO sind für mich und viele andere User, erst recht für PC-Hersteller abseits des Gaming Segments aber ein no go aus vielen Gründen die hier auch in der entsprechenden Diskussion schon genannt wurden. Ich hoffe AMD schafft eine neue Revision mit dünneren Heatspreader ohne die Kühlerkompatibilität zu opfern, letztlich hätte man diese heilige Kuh vielleicht schlachten müssen, wie auch immer, die Varianten ohne X sollten das Problem auch so weitgehend entschärfen.
Nächstes Problem: Plattformkosten. Die Entscheidung ausschließlich DDR5 zu verwenden, nun das löst die Zeit, ist aber ein echtes Manko in der Startphase, bei Intel kann ich mit sehr überschaubaren Leistungsverlust mit DDR4 und bezahlbaren Standard Mainboards arbeiten. Und jetzt kommt das komplette Ausschlusskriterium: Boardpreise. Kurz gesagt: Habt ihr einen an der Waffel ? Für die Preise sollten die Boards Kaffee kochen, meine Wohnung putzen und ihre Energie selbst erzeugen können , damit das ein guter Deal wird. Davon können sie aber nichts. Die Preise müssen runter. Und Runter. Außerdem runter. Ein Feld- Wald- und Wiesen B650 Board darf maximal 150 Euro kosten.
AMD hat also noch viel zu tun, um die Plattform attraktiv zu machen, aktuell würde ich bei einer Neuanschaffung zwischen AM4 in Form 5700x oder einem Intel 13600K schwanken, AM5 ist mit den derzeitigen Kosten und Problemen völlig uninteressant, sie Verkaufszahlen zeigen, das diese Meinung wohl mehrheitsfähig ist.