Angepasster AI-Beschleuniger: US-Regierung lässt Tür für Nvidia B30 nach China offen

Volker Rißka
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Angepasster AI-Beschleuniger: US-Regierung lässt Tür für Nvidia B30 nach China offen

Der Verkauf eines Blackwell-basierten AI-Beschleunigers von Nvidia nach China könnte klappen, heißt es in aktuellen Gerüchten. Demnach habe die US-Regierung unter Präsident Trump eine Tür für solch eine Lösung offen gelassen. Erste Partner wie Gigabyte profitieren bereits.

Gigabytes Umsatz lag laut Meldungen im Mai dieses Jahres beim Doppelten des Vorjahres, außerdem wurde die Prognose für das Gesamtjahr angehoben. Daraus wird in den Gerüchten abgeleitet, dass sie ein Profiteur des neuen Nvidia-Chips sein könnten, der in den Export nach China zu den Branchenriesen ByteDance, Alibaba und Tencent gehe. Die South China Morning Post berichtet, dass Nvidia über eine Million GPUs für China vorbereiten könnte.

GDDR7 statt HBM für B30

Die Rede ist vom sogenannten B30, der seit Wochen in der Gerüchteküche herum gereicht wird, bisher aber auch B20, B40 oder 6000D (in Anlehnung an die RTX Pro 6000) genannt wurde. Der Chip basiert auf der Blackwell-IP von Nvidia. Doch statt ihn, wie bei anderen AI-Beschleunigern typisch, mit HBM zu paaren, wird er vermutlich nur auf GDDR7 setzen und so eine deutlich geringere Speicherbandbreite bieten. Er kommt so letztlich einer GeForce-RTX-Karte näher als einem Datacenter-Produkt. Welche Veränderungen es noch gibt, ist derzeit unbekannt. In der Regel muss explizit auch die AI-Leistung begrenzt sein, um die US-Vorgaben für Exporte nach China zu erfüllen.

Am Wochenende wurde zudem noch einmal untermauert, dass die Lösungen dennoch NVLink unterstützen könnten, berichtete The Information und untermauerte damit Berichte, die seit Mitte Mai zugegen waren. Damit wäre eine Skalierung in gewissem Rahmen möglich; bei Profi-Karten ist dies Standard, bei Gaming-Karten seit der letzten Generation nicht mehr.

Der neue B30-Chip war nötig geworden, da die US-Regierung im April den Verkaufsstopp der H20 nach China besiegelt hatte. Dadurch verlor Nvidia Milliarden US-Dollar, sowohl durch bereits gefertigte Chips, die nun im Lager liegen und nicht mehr verkauft werden können, als auch für potenziell zukünftige Verkäufe. Diese könnten durch einen B30 in naher Zukunft zumindest aber zum Teil wohl wieder aufgefangen werden, wenngleich dieser vermutlich viel günstiger wird als bisherige Lösungen.

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