ROG XG Station 3 mit TB5: Asus macht Desktop-Grafikkarten per PSU-Sockel zu eGPUs
2008 kam Asus' erste eGPU-Lösung für Desktop-Grafikkarten der Serie ROG XG Station auf den Markt. Sie verpackte wie Version 2 Desktop-Grafikkarten in ein Gehäuse. Die ROG XG Station 3 macht jetzt alles anders: Die Grafikkarte wird auf einen Sockel mit Netzteil gesetzt. Der Anschluss: Thunderbolt 5 statt vormals 3.
Asus ROG XG Station vs. XG Mobile Station
Die ROG XG Station ist nicht zu verwechseln mit der Linie XG Mobile Station, die Asus bereits zur CES 2025 neu aufgelegt hatte. Darin verbaut sind die mobilen Grafikchips der Partner, aktuell in Ermangelung einer AMD-Alternative ausschließlich Nvidias RTX 50 Laptop GPUs. Neu war seinerzeit der Wechsel auf Thunderbolt 5, das holt Asus nun auch für das „Desktop-Modell“ nach.
Die Desktop-GPU wird nicht mehr verpackt
Die wesentliche Neuerung ist aber der Aufbau: Die Asus ROG XG Station 3 ist kein externes Gehäuse für Desktop-Grafikkarten mehr, sondern ein Sockel mit integriertem Netzteil und BTF-Schnittstelle. Durch den Thunderbolt-5-Anschluss entfallen Bandbreitenrestriktionen der ersten beiden Generationen. Dreimal USB C mit 10 Gbit/s werden am Dock ebenfalls geboten.
Die volle Leistung dürfen Anwender aber auch nicht von einer Grafikkarte hinter Thunderbolt 5 erwarten. Benchmarks von Asus zeigen einen klaren Leistungsverlust gegenüber dem Einsatz direkt im PC, was zum Teil aber auch auf die Einschränkungen bei der TDP zurückzuführen sein sollte. Die Leistung soll aber klar höher liegen als mit der „vergleichbaren“ mobilen Version – die basiert bei Nvidia allerdings auch auf einem anderen Chip, ist also technisch auch abseits der niedrigeren TDP nicht vergleichbar.
Prädestiniert für BTF-Grafikkarten
Am einfachsten ist der Einsatz der neuen XG Station 3 mit einer der neuen BTF-Grafikkarten wie beispielsweise der zur Computex ebenfalls vorgestellten Asus GeForce RTX 5070 Ti TUF Gaming BTF Edition. Dann erfolgt die Stromzufuhr nämlich über den entsprechenden Adapter direkt an der Unterseite der Grafikkarte hinter dem PCIe-Slot. Alternativ soll aber auch der Betrieb über 12V-2×6 möglich sein.
Maximal 300 Watt TDP
Wenngleich die Lösung mit theoretisch allen Grafikkarten kompatibel ist, gibt es Einschränkungen durch das Netzteil. Das SFX-Modell stellt nämlich nur 330 Watt zur Verfügung, signalisiert Grafikkarten „bei 300 Watt ist Schluss“. Das reicht für die Mainstream-Karten, aber natürlich nicht für eine RTX 5090. Eine RTX 5080 oder RTX 4090, die auch mit 300 Watt booten, wäre aber möglich – die RTX 5090 will hingegen mindestens 450 Watt signalisiert bekommen, wenngleich sie auch mit 400 Watt TDP läuft.
Mit einer Grafikkarte unterhalb der 330 Watt TDP kann via Thunderbolt dann beispielsweise auch ein angeschlossenes Notebook beim Spielen unter Vollast geladen werden.
Am Stand von Asus auf der Messe hat die Redaktion noch einmal nachgehakt, vor allem bezüglich des Netzteils. Im Boden verbaut ist im Auslieferungszustand ein 330-Watt-Netzteil. Dieses ist aber ein ganz klassisches, kann also durch jedes andere SFX-Netzteil ausgetauscht werden – diese gibt es auch mit 1.000 Watt und mehr – und so letztlich auch stärkere Grafikkarten inklusive einer RTX 5090 unterstützen. Es gäbe dann keine Limitierung, erklärte Asus gegenüber ComputerBase.
Wenn keine BTF-Karte genutzt wird, wird durch eine Aussparung im Boden das Stromkabel für die oben aufgesteckte Lösung nach außen und an der Rückseite nach oben geführt. Ideal ist deshalb natürlich der Betrieb mit einer BTF-Karte, erklärte Asus mit einem Augenzwinkern.
ComputerBase hat die Informationen zu diesem Artikel von Asus auf der Computex 2025 in Taipeh, Taiwan unter NDA erhalten. Eine Einflussnahme der Hersteller oder eine Verpflichtung zur Berichterstattung bestand nicht. Die einzige Vorgabe war der frühestmögliche Veröffentlichungszeitpunkt.
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