AMD-Marktanteile bei CPUs: AMD verkauft im Vergleich zu Intel immer teurere CPUs

Volker Rißka
172 Kommentare
AMD-Marktanteile bei CPUs: AMD verkauft im Vergleich zu Intel immer teurere CPUs

AMD knabbert weiter Marktanteile von Intel ab, vor allem beim Umsatz mit CPUs. Intel kann mit Stückzahlen gegenhalten, verliert aber auch dort weiter an Boden. Dass Intel zuletzt die Preise senken musste und das auch medienwirksam getan hat, kommt nicht von ungefähr.

Intel verliert weiter Marktanteile

Intel verliert Marktanteile und das in quasi jedem Bereich. Der bereits zuletzt gezeichnete Trend bleibt dabei erhalten: Bei den Stückzahlen kann Intel noch gegenhalten, aber beim Umsatzanteil geht es weiter bergab.

Da AMD in vielen Bereichen derzeit das überlegene Produkt hat, steigt der Umsatzanteil schneller, denn der Konzern verkauft tendenziell teurere Produkte als Intel. Traditionell sind viele Angaben zu Marktanteilen auf den Umsatz bezogen, weil Umsätze in den Quartalsberichten der Unternehmen stecken, Stückzahlen wiederum nicht veröffentlicht und daher von Marktforschern geschätzt werden müssen. Bei den Stückzahlen hält Intel diesen Schätzungen zufolge aber noch gegen.

Server-CPUs kratzt am 40-Prozent-Umsatzanteil

Am stärksten ausgeprägt ist die Diskrepanz zwischen der Entwicklung der Marktanteile bei den Stückzahlen und beim Umsatz auf dem Markt für die teuersten Produkte: Server. AMD verkauft Epyc-Prozessoren zu deutlich höheren Preise als Intel, mit nun 39,4 Prozent Anteil am Gesamtumsatz aller Server-CPUs hat AMD hier einen neuen Bestwert aufgestellt. Gemessen an den Stückzahlen liegt AMD hingegen weiterhin lediglich bei 27,2 Prozent Marktanteil.

AMDs Entwicklung der CPU-Marktanteile Q1/2025
AMDs Entwicklung der CPU-Marktanteile Q1/2025 (Bild: AMD/Mercury Research)

Intel Arrow Lake hilft AMD im Desktop

Intels Arrow-Lake-Desaster-Start schlägt ebenfalls voll bei den Marktanteilen durch. AMD erreicht auch im Desktop neue Bestwerte hinsichtlich der Anteile beim Umsatz: 34,4 Prozent sind hier eine Steigerung von 15,6 Prozentpunkten gegenüber dem gleichen Quartal des Vorjahres. Möglich, dass auch gefallene Preise bei Intel daran einen Anteil haben, aber in erster Linie dürfte der angezogene Verkauf der teuren Ryzen 9000 und inklusive der X3D-Lösungen dafür verantwortlich zeichnen. Sie hatten zuletzt auch AMDs gesamte Client-CPU-Sparte gemäß Quartalsbericht deutlich nach oben gezogen. Gemessen an Stückzahlen ging es wiederum „nur“ um 6,4 Prozentpunkte nach oben, 28 Prozent gehen nun an AMD.

Im Notebook hat es AMD am schwersten

Im Notebook hat AMD nach wie vor den schwersten Stand, gewinnt aber auch hier langsam, aber stetig hinzu. Der Notebook-Markt ist jedoch der einzige Markt, in dem AMDs Anteil am Umsatz prozentual geringer ausfällt als der bei den Stückzahlen, wenngleich der Unterschied nur gering ist. Intels performante Lösungen rund um Lunar Lake und Arrow Lake-H sind und bleiben für AMD im Notebook ein ernstzunehmender Gegner – anders als im Desktop. AMD verkauft hier im Schnitt weiterhin günstigere Produkte als Intel.

📊 Intel, AMD oder Nvidia? Mach' jetzt noch mit bei unserer großen Jahresumfrage!