Ryzen Threadripper (Pro) 9000: AMD bringt Zen 5 für Workstations und als HEDT-CPU
Threadripper ist wieder da! Zur Computex 2025 enthüllt AMD die Zen-5-basierte Lösung für das HEDT- und Workstation-Segment (Pro). Diese Aufteilung sorgt einmal mehr dafür, dass es im Desktop nur 64 Kerne gibt, für die Workstation sind es wieder 96 Kerne. Leistungsmäßig geht es für beide im bekannten Sockel nach oben.
Threadripper 9000 verzichtet auf Chiplets
Für technisch Interessierte ist der Blick auf die Prozessoren vor allem ohne Heatspreader sehr interessant. Hier zeigt AMD ganz offen, wie der 64-Kern-Prozessor unter der Haube aussieht. Für das HEDT-Segment wird nicht einfach ein 96-Kerner mit seinen zwölf Chips teilkastriert, sondern die Chips sind gar nicht erst verbaut. Die jeweils am weitesten vom I/O-Die entfernten Chips lässt AMD weg, da jeweils einer dieser CCDs acht Kerne hat, fehlen so 32 Kerne und der 64-Kerner wird über die restlichen acht Chips realisiert.
Interessant war beim Hands-on auch die Gewichtszunahme des Prozessors mit dem großen und ziemlich dicken Heatspreader. Die CPU ohne diesen wiederum ist erstaunlich leicht, es ist letztlich nur ein dünnes Substrat, auf dem die Chips verpackt sind – das alles wiegt nicht viel.
Die neuen Modelle setzen fortan auf Zen 5 als zugrunde liegende Architektur. Das überrascht nicht, jedoch der Punkt, dass fortan DDR5-6400 als RDIMM über acht Kanäle direkt unterstützt wird. Auch alles andere an Neuerungen geht so mit einher, die Zweiteilung der Modellpalette ebenfalls.
Das Workstation-Segment bekommt sechs Modelle von 96 Kernen in der Spitze bis hinab zu 12 Kernen, für den High-End Desktop (HEDT) gibt es drei CPUs, mit 64, 32 und 24 Kernen. Die Besonderheit beim Letzten ist erneut, dass dieser den gleichen L3-Cache vorweisen kann wie der 32-Kerner, er setzt also auf die gleiche Anzahl an CCDs und hat in diesen jeweils Kerne deaktiviert. Die HEDT-Varianten werden wie zuvor vier Speicherkanäle bieten, aber auch hier nun DDR5-6400 als RDIMM mit ECC-Support.
Einige erste Benchmarks hat AMD auch dabei. Der Gegenspieler ist ein Xeon, der schon allein aufgrund geringerer Anzahl an Kernen dem Threadripper nicht das Wasser reichen kann. Wie üblich sind Herstellertests aber mit Vorsicht zu betrachten, die Leistungssteigerung zeigt mitunter aber einfach eine andere Liga. Gegenüber dem Vorgänger rechnet man mit 13 bis 23 Prozent höherer Leistung, es kommt ganz auf das Einsatzgebiet an. Hier kann der Neuling mitunter schnell von AVX-512 über einen vollen 512-Bit-Datenpfad und auch den deutlich schnelleren Speicher profitieren.
Verfügbar sollen die Lösungen, wie auch AMDs AI-Grafikkarte Radeon AI Pro R9700 im Juli werden. Abgestimmt wird das Paket aufeinander, da Threadripper mit seinen 128 PCIe-Lanes auf schon lange verfügbaren voll kompatiblen Boards dann einfach vier der neuen Grafikkarten ohne Probleme aufnehmen und ansprechen kann.
ComputerBase hat die Informationen zu diesem Artikel von AMD auf der Computex 2025 in Taipeh, Taiwan unter NDA erhalten. Eine Einflussnahme der Hersteller oder eine Verpflichtung zur Berichterstattung bestand nicht. Die einzige Vorgabe war der frühestmögliche Veröffentlichungszeitpunkt.
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