Xiaomi Xring O1: Eigenes 3-nm-SoC nutzt 10 Arm-Kerne und 16-Core-GPU
Das eigene System-on-a-Chip von Xiaomi ist offiziell. Der Xring O1 getaufte Chip kommt auf 19 Milliarden Transistoren aus der modernsten 3-nm-Fertigung von TSMC und setzt sich aus den neuesten CPU-Kernen und einer großen GPU von Arm zusammen. Zum Start ist der Xring O1 für ein neues Smartphone und Tablet von Xiaomi vorgesehen.
Die Ankündigung folgt lediglich zwei Tage auf eine gemeinsame Pressemitteilung mit Qualcomm, wonach Xiaomi bei Premium-Smartphones weiterhin auf die Snapdragon-8-Serie setzen wird. Die von Qualcomm abgenommenen Stückzahlen sollen mit jeder neuen Smartphone-Generationen steigen, hieß es in der Ankündigung. Xiaomi werde zudem einer der ersten Abnehmer des Nachfolgers des aktuellen Snapdragon 8 Elite sein.
Einsatz im Xiaomi 15S Pro und Pad 7 Ultra
Xiaomi macht Qualcomm mit der Vorstellung somit nur zum Teil Konkurrenz, denn gedacht ist der Xring O1 zum Start für das Xiaomi 15S Pro und das Xiaomi Pad 7 Ultra, also zum einen für ein Smartphone unterhalb des Premiumsegments, aber zugleich auch für das derzeit beste Tablet von Xiaomi.
19 Milliarden Transistoren in TSMC N3E
Xiaomi setze wie Apple und Qualcomm für den Xring O1 auf die modernste 3-nm-Fertigung, erklärte CEO Lei Jun im Rahmen eines Events in China, auf dem neben Chip, Smartphone, Tablet und neuer Smartwatch auch das elektrische SUV YU7 vorgestellt wurde, das der Hersteller der Limousine SU7 zur Seite stellt. Demnach kommt auch für Xiaomi TSMC N3E zum Einsatz, 19 Milliarden Transistoren verteilt auf 109 mm² zählt der Chip.
Zehn Arm-CPU-Kerne verteilt auf vier Cluster
Für CPU und GPU bedient sich Xiaomi bei Arm, eine eigene Mikroarchitektur hat das Unternehmen somit nicht für den Xring O1 entwickelt. In diesem Punkt unterscheidet sich das SoC von den aktuellen Flaggschiffen von Apple und Qualcomm, die zwar ebenso auf die Arm-Architektur setzen, jedoch mit jeweils eigener Mikroarchitektur.
Xiaomi bringt dabei die neuesten CPU-Kerne von Arm zum Einsatz und verteilt diese auf vier Cluster mit Prime-, Performance- und Efficiency-Kernen. Im Detail sind zwei Cortex-X925 (3,9 GHz), vier Cortex-A725 (3,4 GHz), zwei weitere Cortex-A725 (1,9 GHz) und zwei Cortex-A520 (1,8 GHz) verbaut. Die zwei Cortex-X925 kommen mit jeweils 2 MB, die sechs Cortex-A725 mit jeweils 1 MB und die zwei Cortex-A520 mit geteilt 512 KB L2-Cache. Für den Cortex-A520 hat Arm die Merged-Core-Architektur des Cortex-A510 mit zwei Kernen pro Complex mit geteilten Ressourcen übernommen. Laut von Xiaomi veröffentlichten Zahlen werde im Geekbench 6.3 ein Single-Core-Score von 3.008 Punkten (Apple A18 Pro: 3.529 Punkte) und ein Multi-Core-Score von 9.509 Punkten (Apple: 8.751 Punkte) erzielt.
Große Immortalis-G925 MC16 als GPU
Auch für die Grafikeinheit greift Xiaomi in die oberste Schublade von Arm. Nichts weniger als die Immortalis-G925 kommt zum Einsatz, wobei mit der MC16 eine besonders große Konfiguration mit einem Drittel mehr Kernen als im MediaTek Dimensity 9400(+) verwendet wird. Im GFXBench Manhattan 3.1 komme Xiaomi auf 330 FPS (Apple A18 Pro: 230 FPS), im GFXBench Aztec Ruins mit 1440p auf 110 FPS (Apple: 70 FPS). Vergleiche mit Qualcomm hat Xiaomi nicht gezogen.
Eigenes Modem Xring T1 für die Smartwatch
Der Xring O1 ist außerdem mit einer 6-Kern-NPU bestückt, die auf 44 TOPS kommen soll. Aktuell noch nicht bekannt sind weitere SoC-Bereiche wie Bildprozessor, Display-Engine oder Modem, respektive ob letzteres direkt in das SoC integriert werden konnte.
Ein eigenes Modem hat Xiaomi mit dem Xring T1 jedoch ebenfalls vorgestellt, doch ist dieses auf 4G/LTE beschränkt, es beherrscht somit nicht das aktuelle 5G, und ist ohnehin für den Einsatz nur in der neuen Xiaomi Watch S4 mit eSIM konzipiert.