AI-Beschleuniger AMD Instinct: MI355X übernimmt vom Ladenhüter MI325X auf dem Weg zum MI450X
Auch in diesem Jahr wird AMD bei AI-Beschleunigern der Serien Instinct MI325X und dem Nachfolger MI355X nur bedingt wachsen. Erst 2026 mit einer echten Rackscale-Lösung könnte sich das ändern, Instinct MI400X wird hierfür den Startschuss geben. Bis dahin läuft man Nvidia hinterher.
„Too little, too late“ lässt sich AMDs aktuelle Instinct-Serie für den Markt beschreiben. Sie war schlichtweg nicht stark genug und kam auch noch zu spät. Die aktuelle Serie Instinct MI 325X wurde so größtenteils zum Ladenhüter, beschreibt es SemiAnalysis in einer aktuellen Studie. Auch Partner von AMD, die Instinct-Lösungen im Programm haben, pflichten dem zum Teil bei.
325x was not compelling enough due to increased power consumption (1000w tdp) and not enough performance gain over mi300. This power increase also requires a whole new chassis, just for this model. There was no upgrade path from 300x, so you might as well just buy those or wait…
— Hot Aisle (@HotAisle) May 12, 2025
Problem war zuerst die verspätete Verfügbarkeit, die nun erst ab diesem Quartal einsetzt, rund ein Dreiviertel Jahr nach dem einmal geplanten Termin. Nun ist der Gegenspieler aber letztlich kein Hopper mehr, sondern voll und ganz Blackwell, AMD hat das Produkt aber eigentlich nur gegen Hopper positioniert. Dafür wurde die TDP angehoben und vieles neu gemacht, zum Teil zum Missfallen der Partner. Da die Unterschiede zu dem Vorgänger MI300X zum Teil so gering waren, setzen die Partner letztlich einfach weiter auf diese Generation. Partner erklären heute sogar öffentlich, dass man MI325X einfach hätte überspringen können.
MI355X ist ein weiterer Zwischenschritt
AMD erklärt auch deshalb bereits seit Monaten, den Fokus schnell auf MI355X schieben zu wollen. Im Quartalsbericht in der vergangenen Woche hieß es, Partner arbeiten mit den neuen Samples, der Start erfolgt in Kürze auf dem Event AMD Advancing AI 2025, im zweiten Halbjahr werden die Lieferungen beinahe ausnahmslos darauf umgestellt – so erhofft es sich AMD und die Branche zumindest aktuell. Auch das gräbt mögliche Kunden für MI325X ab. Inwiefern die MI355X dann aber wirklich zeitnah verfügbar sind, bleibt abzuwarten.
MI355X ist aber weiterhin kein Herausforderer für Nvidias Flaggschiff-Lösungen auf Rackscale-Ebene, also dort, wo auch das meiste Geld hinfließt. Beim MI355X ist bei acht GPUs Schluss, ein Nvidia GB200 NVL72 bietet 72 GPUs. AMD muss mit MI355X letztlich die mittleren Produktsegmente von Nvidia HGX angreifen, kann dort vermutlich über den Kostenfaktor punkten.
MI450X vs. VR200 ab Ende 2026
Unterm Strich ist aber auch MI355X nur ein weiterer kleiner Schritt, der große folgt mit MI400X im Jahr 2026. Dann will AMD mit völlig neuer Architektur auch ganz oben mitspielen. Bereits vor drei Wochen hieß es seitens SemiAnalysis, dass MI450X als Rackscale-Lösung gegen Nvidias VR200 NVL144 – Vera Rubin mit 144 GPUs – antreten soll und dort eventuell gar eine Chance hat, sofern AMD sie nutzt. Nvidias Karten dafür liegen immerhin bereits auf dem Tisch.