Apples Angst vor Zöllen: Biete 100 Milliarden US-Dollar, erhalte iPhone-Zollausnahme

Volker Rißka
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Apples Angst vor Zöllen: Biete 100 Milliarden US-Dollar, erhalte iPhone-Zollausnahme
Bild: The White House

Apple hat eine Erhöhung der bisherigen US-Investitionen um 20 Prozent gemeinsam mit US-Präsident Donald Trump verkündet. Im Gegenzug gibt es keine Zölle auf das iPhone, denn die Geräte sollen nun sowohl aus den generellen Zöllen von 50 Prozent für Indien als auch den rund 100 Prozent für Halbleiterprodukte ausgenommen werden.

Apple musste das iPhone retten

Für Apple ging es eigentlich nur um eins, und das ist seit Monaten ein Thema: Wie kann Apple iPhones zollfrei in die USA bringen? Der ursprüngliche Plan, die für den US-Markt vorgesehenen Smartphones von China nach Indien zu verlagern, ist zuletzt kollabiert. Denn US-Präsident Trump hat nun ausgerechnet Indien mit dem höchsten Pauschalsteuersatz belegt, der selbst Analysten und die indische Regierung überraschte. Denn er liegt nun sogar über dem von China: Indien muss bald einen Satz von 50 Prozent hinnehmen – 25 Prozent Zoll und 25 Prozent als Strafe für den Einkauf russischen Öls.

Apple musste also reagieren, vor allem, da nun das neue iPhone 17 vor der Tür steht und Gerüchten zufolge in etwa fünf Wochen vorgestellt werden soll. Und so geht Apple den Weg, den der Konzern bereits eingeschlagen hatte und der seit vielen Jahren auch unter früheren US-Regierungen verfolgt wurde: Es werden abermals große Summen präsentiert, die in die heimische Wirtschaft fließen sollen. Dabei sind jedoch auch Ausgaben für viele reguläre Dinge, deshalb war die Ziffer auf dem Papier schon immer ziemlich groß.

20 Prozent gesteigerte US-Investitionen

Aus den bisher geplanten 500 Milliarden US-Dollar über vier Jahre werden nun 600 Milliarden US-Dollar. Dabei relativiert Apple Aussagen, die zuvor als Tatsachen galten. So wird Apple nun jedes Glas für das iPhone und die Apple Watch in den USA fertigen. Bisher hatte der Konzern das aber stets schon so propagiert, nun erklärt man kleinlaut, dass erst jetzt tatsächlich 100 Prozent in den USA gefertigt werden.

Für Apple mit einer Marktkapitalisierung von über 3 Billionen US-Dollar und über 90 Milliarden US-Dollar Umsatz pro Quartal sind zusätzliche Ausgaben von noch einmal 25 Milliarden US-Dollar im Jahr letztlich nicht schwer zu stemmen – der Quartalsgewinn lag zuletzt bereits bei über 23 Milliarden US-Dollar. Da zudem nur Dinge gefördert werden, die das Unternehmen ohnehin benötigt, Apple kommt damit vergleichsweise gut weg.

Dass am Ende auch noch eine 24-Karat-Gold-Trophäe als „Geschenk“ überreicht wurde, rundete die Veranstaltung im Weißen Haus ab. Die Aktionäre von Apple sind zufrieden, die Aktie stieg sowohl im regulären Handel als auch nachbörslich an.

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