Auftragsfertiger: Bisher will k(aum)einer bei Intel Foundry fertigen lassen

Volker Rißka
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Auftragsfertiger: Bisher will k(aum)einer bei Intel Foundry fertigen lassen
Bild: Intel

Zum Foundry Day schwang es schon mit, nun erklärte Intels Finanzchef, dass absehbar keine größere Kunden Intel Foundry nutzen werden. Dennoch will das Unternehmen bis 2027 einen Punkt erreicht haben, an dem die Foundry nicht mehr nur Geld verbrennt, sondern das Geschäft „break even“ ist.

Bereits vor zwei Wochen titelte die Redaktion deshalb, dass Intel Foundry nach wie vor viel Powerpoint zeigt, aber keine Produkte vorweisen kann, die auch Kunden anziehen. Die damalige Einschätzung wird nun von Intels CFO Dave Zinsner untermauert, der im Rahmen der JPMorgan Conference ein wenig hinter die Kulissen blicken ließ. Demnach hat Powerpoint die Kundschaft ebenso wenig überzeugt wie Teile der Presselandschaft. Erstmals bestätigt Intel vor zwei Wochen für 18A nämlich „ups and downs“, also Höhen und Tiefen. Zuvor klang es stets so, als liefe alles völlig rund.

Zinsner erklärte, dass sich natürlich einige Kunden für die Foundry interessieren und so auch erste Testchips in die Pipeline schicken. Einige fallen direkt danach aber wieder heraus, das Angebot hat sie also nicht überzeugt. Andere Firmen sind jedoch noch dabei, betont Zinsner weiter, das wirklich zugesagte Volumen ist deshalb aktuell aber mit Sicherheit nicht groß.

We have [..] a bunch of bunch of potential customers, and then we get test chips, and then some customers fall out in the test chips [..] So, committed volume is not significant right now, for sure.

Dave Zinsner, Vice President and Chief Financial Officer, Intel

Um etwa im Jahr 2027 den Punkt erreicht zu haben, dass Intel Foundry nicht mehr nur Milliarden an Schulden macht, muss es aber nicht nur fortschrittliche Fertigungstechnologien wie Intel 18A und 14A geben. Diesen Punkt will Intel vor allem auch durch die älteren Angebote erreichen, sei es durch die Kooperation mit UMC bei einem 12-nm-Prozess, oder Intel 16 als ihre eigene Lösung. Hier komme es sowohl auf die Mischung an, aber auch entsprechend große Aufträge, um die Foundry auslasten zu können – Intels eigene Chips eingeschlossen.

Most people kind of settled in that that must mean ’27, and that’s generally kind of what we’re thinking is we can be breakeven. It doesn’t require a ton of revenue for Foundry. It’s somewhere in the, you know, single digit, called low to mid single digit billions of revenue that foundry’s got to get from external sources.

[..]

What’s important is that we drive the right amount of volume from Intel products Right. Through foundry, but we’re fairly optimistic that we’ll be able to do that. So I feel highly confident that we’ll break even in 2027 on the Foundry side.

Dave Zinsner, Vice President and Chief Financial Officer, Intel

Der Posten Intel Foundry ist aber freilich kein kleiner. Im ersten Quartal dieses Jahres lag die Foundry bei 4,7 Milliarden US-Dollar Umsatz, das Minus daraus resultierend bei 2,3 Milliarden US-Dollar. Gegenüber dem letzten Jahr hat sich dabei wenig getan. Auf das Jahr gerechnet müssten hier externe Kunden mehrere Milliarden US-Dollar Umsatz generieren, gibt auch Zinsner zu verstehen, um die Nulllinie zu erreichen. Ob das bis 2027 wirklich umgesetzt werden kann, scheint heute fraglich.

Intels Foundry-Sparte
Intels Foundry-Sparte (Bild: Intel)
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