Bis Ende Januar: Altera-Verkauf durch Intel hat einen möglichen Zeitplan

Volker Rißka
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Bis Ende Januar: Altera-Verkauf durch Intel hat einen möglichen Zeitplan
Bild: Intel/Altera

Das angeschlagene Intel will Altera veräußern. Bis Ende Januar 2025 könnte eine Übereinkunft getroffen werden. Optionen gibt es aber wenige, vor allem aus der Industrie kommt quasi nur ein Kandidat in Frage. Die restlichen sind Finanzdienstleister und sonstige Private-Equity-Firmen.

Finanzdienstleister ganz vorn

Francisco Partners, Silver Lake Management, Apollo Global Management und Bain Capital sind in der Branche alle keine Unbekannten, sind sie doch oft als Geldgeber oder auch Co-Inhaber von bestimmten Fabs und Liegenschaften oder ganzen Industriezweigen involviert. Intel hat mit einigen dieser Firmen bereits Geschäfte gemacht, verkaufte zuletzt 20 Prozent an IMS Nanofabrication an Bain Capital. In Arizona ist Brookfield Investments mit 49 Prozent am 30-Milliarden-US-Dollar-Projekt des Fabrikausbaus beteiligt. Im Juni dieses Jahres hatte Intel ein ähnliches Spiel mit Apollo vollzogen, hier geht es um 11 Milliarden US-Dollar für die Fab in Irland. Altera also an eine dieser Firmen zu veräußern, wäre letztlich keine große Überraschung.

Für Lattice zu groß?

Als einziger möglicher Kunde in der Branche, der sich mit diesen Produkten rund um FPGAs auch wirklich auskennt, steht Lattice in den Startlöchern. Für sie wäre dieses Unterfangen aber ein finanziell ziemlich großes, bei rund 8 Milliarden US-Dollar Marktwert, die Altera laut Analysten aktuell ungefähr besitzt, bräuchte Lattice ebenfalls Partner bei der finanziellen Unterstützung für so ein Vorhaben.

Denn das Geschäft bei Lattice läuft nicht gut, der Quartalsumsatz war zuletzt auf nur noch 127 Millionen US-Dollar eingebrochen, für das aktuelle vierte Quartal wird sogar noch weniger erwartet. Mit letztlich kaum noch 500 Millionen US-Dollar Jahresumsatz und 50 Millionen US-Dollar Gewinn eine derartige Übernahme im Bereich von 8 Milliarden US-Dollar zu stemmen gilt als fraglich.

Entscheidung bis Ende Januar 2025 erwartet

Auf dem Tisch liegen deshalb mehrere Optionen. Diese könnten einen Teilverkauf von 20 bis 30 Prozent bedeuten, aber auch eine komplette Abspaltung respektive den kompletten Verkauf des gesamten Unternehmenszweigs. Bereits Ende November soll es die ersten Vorschläge gegeben haben, schreibt Bloomberg, bis Ende Januar soll nun eine Entscheidung getroffen werden. Anbieten dürfte sich dabei der Quartalsbericht des Unternehmens, der in diesem Zeitraum vorgelegt wird.

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