China schlägt zurück: Exporte von einigen Metallen in die USA untersagt
Der Handelsstreit zwischen den USA und China verschärft sich. Nach den neuen Restriktionen der USA am Montag kommt postwendend eine Antwort. Diese zielt auf Rohmaterialien, die für die Halbleiterindustrie unabdingbar sind und bei denen China eine durchaus beachtliche Menge vorweisen kann.
Prompte Antwort auf die neuen US-Richtlinien
Chinas Antwort auf die erweiterten Handelsrestriktionen und verschärften Einträge gegen eine Vielzahl von Unternehmen lies nicht einmal 24 Stunden auf sich warten. Auch wenn sie auf den ersten Blick sehr hart aussieht, ist sie aber vergleichsweise überschaubar geblieben. Bereits im Sommer des letzten Jahres traten durch China Exportbestimmungen für Gallium und Germanium in Kraft – von diesen ist auch heute wieder die Rede. Neu hinzu kommt nun Antimon. Für alle Metalle ist China der größte Förderer und besitzt in der Regel auch die größten Vorkommen.
Doch so schwarz-weiß, wie es im ersten Moment klingt, ist es dann doch nicht. Die Nachfrage nach diesen drei Stoffen ist extrem gering. In westlichen Ländern wurden sie deshalb kaum oder gar nicht mehr abgebaut, Reserven lagern zum Teil aber auch noch dort. China hat den Markt mit extrem niedrigen Preisen nur so unattraktiv gemacht, dass diese Stoffe im Westen nicht mehr gefördert werden. Bei Antimon gibt es beispielsweise selbst in den USA Reserven von über 60.000 Tonnen, hieß es in einem Report zu Beginn dieses Jahres (PDF), in Australien lagern über 140.000 Tonnen, in Bolivien sogar 310.000 Tonnen. Der US-Bedarf lag zuletzt bei rund 23.000 Tonnen im Jahr.
Nur bei Gallium droht eine Knappheit
Ähnliches war im letzten Jahr auch schon zu Germanium und Gallium zu berichten. Auch hier sieht es auf dem Papier zunächst schlimm aus, Auswege sind aber durchaus vorhanden und den entsprechenden Ministerien in den USA auch bekannt. Im jährlich aktualisierten Mineral Commodity Summaries werden die entsprechenden Stoffe und ihr bisheriger Verbrauch sowie vermuteter Bedarf aufgeführt.
Bei Germanium sieht es hinsichtlich Problemen überschaubar aus, bei Gallium ist die Lage ein wenig ernster. Rund 19.000 Tonnen benötigt die Industrie der USA im Jahr, China sorgt für 600.000 Tonnen auf dem Weltmarkt, alle anderen Länder zusammen nur für 10.000 Tonnen. In den zurückliegenden Jahren besorgten sich die USA das Gallium bereits zum Großteil aus Japan (26 %), aber auch Deutschland (19 %). Auch hier hieße es, dass bestehende und zum Teil schon aufgegebene Quellen reaktiviert werden müssten.