CPUs aus China: Zen-Lizenznehmer Hygon fusioniert mit Datacenter-Spezialist

Volker Rißka
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CPUs aus China: Zen-Lizenznehmer Hygon fusioniert mit Datacenter-Spezialist
Bild: Anandtech

Der chinesische CPU-Hersteller Hygon und das ebenfalls in der IT-Branche aktive Unternehmen Sugon wollen fusionieren. Hygon ist bekannt für Prozessoren auf Basis von AMDs Zen-Technologie, die vor neun Jahren seinerzeit noch legal nach China gingen. Das Erbe lebt dort weiter.

Hygon hat eine Zen-Lizenz

Hygon und Sugon stehen symbolisch für die Bestrebungen Chinas in der IT-Branche. Hygon stellt Prozessoren her und wird die Entwicklung eines AI-Chips nachgesagt, Sugon wiederum ist für Infrastruktur in Servern und Datacentern zuständig. Sugon war schon Hauptanteilseigner von Hygon, hält knapp 28 Prozent der Aktien. Durch einen Aktientausch sollen beide in Zukunft zusammengehören.

Die Fusion beider Unternehmen soll das Know-How bündeln oder, das ist die andere Interpretation, das Überleben beider Unternehmen sichern. Zuletzt gab es bei beiden Unternehmen vergleichsweise geringe Umsätze, auch Neuheiten blieben aus. Primäres Ziel dürfte aber auch sein, die Unabhängigkeit Chinas zu sichern, auch wenn dies heißt, nicht die aktuellste Technologie zur Verfügung zu haben.

Hygon-Roadmap zeigte SMT4-Prozessoren

2016 lizenzierte AMD Zen-Technologie in ein Joint Venture mit der Investorengruppe Tianjin Haiguang Advanced Technology Investment Co., Ltd. (THATIC), zwei Jahre später dann auch komplette Epyc-Prozessoren. Hygon stand zu Beginn nur für CPUs, später wurde aus THATIC auch der Firmenname Hygon.

Hygon lebt seitdem weiter, obwohl sie seit 2019 auf der US-Sanktionsliste stehen. Damals wurde die Weitergabe von AMDs Zen-2-IP nach China gestoppt. Anfang Mai tauchte überraschend eine Roadmap auf, die vierfaches SMT neuen CPU-Kernen zusprach, in der Server-CPU sollen 128 Kerne aktiv sein.

Die Basis dürfte aber noch immer ein Teil von Zen sein, erwartet wird ein etwas höheres Leistungsniveau, da nun auch Unterstützung für AVX-512 und DDR5-5600 dabei ist. Wunder vollbringt die bisherige Architektur letztlich aber immer noch nicht: Das 32-Kern-Modell Hygon C86-4G aus der aktuellen Generation entspricht letztlich von der Leistung her weiterhin nur einem AMD Epyc 7601 mit ebenfalls 32 Kernender Prozessor stammt aus dem Jahr 2017 und der ersten Epyc-Generation „Naples“.

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