Handelsstreit USA-China: China zieht Zügel für Nvidia & Co an, Trump plant +100 % Zoll
Der Handelsstreit zwischen den USA und China steuert auf eine neue Eskalation zu. China hat neue Maßnahmen ergriffen, die ab sofort gelten und unter anderem einmal mehr direkt Nvidias GPUs treffen. Aber auch das Thema seltene Erden beziehungsweise benötigte Mineralien zur Halbleiterfertigung und mehr liegen auf dem Tisch.
China nimmt Nvidia-GPUs ins Visier
Offiziell heißt es, zusätzliche „Inspektionen“ werden durch die chinesischen Behörden vorgenommen, schreibt die Financial Times. Das Ziel sind unter anderem Nvidias RTX Pro 6000D und H20. Laut anderen Quellen sollen die Behörden aber auch hinter H100, H200, B200 und B300 her sein. Schon zuletzt hatte die chinesische Regierung lokalen Firmen nahegelegt, auf den Einsatz dieser HPC-GPU-Beschleuniger zu verzichten. Ein offizielles Verbot wurde nicht ausgesprochen, wenn die Partei in China aber zum Verzicht aufruft, dann ist es für Abnehmer durchaus schnell eine Gratwanderung.
🇨🇳🇺🇸#BREAKING
— CN Wire (@Sino_Market) October 10, 2025
China launches customs crackdown on Nvidia AI chips
China has ramped up enforcement of its chip import controls as part of a broader effort to reduce domestic reliance on US products, particularly Nvidia’s AI processors, according to three sources familiar with the… pic.twitter.com/rGSM9szq7k
Bereits gestern hatte China für Anfang November strengere Exportkontrolle für seltene Erden und begehrte Mineralien auf den Weg gebracht. Wenngleich es offiziell heißt, diese gelten keinem bestimmten Land, reagiert insbesondere der US-Präsident sofort.
🇨🇳China Announces Rare Earth Export Controls Effective Nov. 8
— CN Wire (@Sino_Market) October 9, 2025
China’s Commerce Ministry announced export controls on certain rare earth equipment and materials, including medium- and heavy-rare-earth-related items, releasing a detailed list of affected materials and machinery.… pic.twitter.com/17JMK6UatM
Trump hoffte auf Einigung für Soja
Trump hofft, mit China über das Thema Soja zu verhandeln. In den USA gehen zunehmend Farmer auf die Barrikaden, denn viele bauen Sojabohnen an, die China nun aber nicht mehr haben will. Soja wird in den USA aber zum großen Teil nur für den Export angebaut: Im letzten Jahr hat China für 12,6 Milliarden US-Dollar Soja aus den USA importiert. Trump wiederum erklärte via Social Media kürzlich, dass man einfach etwas Geld aus den Zöllen nehmen werde, um US-Farmern zu helfen, falls es keine Einigung geben wird. Doch konkrete Umsetzungspläne gibt es nicht, zu Beginn der Woche erklärte er, man werde „some farm stuff“ umsetzen.
Reporter: Are you going to announce farm relief this week?
— Acyn (@Acyn) October 6, 2025
Trump: Yeah, I’m going to do some farm stuff this week. pic.twitter.com/2bam999aY4
China erhöht den Druck
Doch China lässt erst einmal nicht locker, im Gegenteil. Am Freitag wurden weitere zusätzliche Kontrollen und Bestimmungen auf den Weg gebracht, die sich explizit US-Fuhrunternehmen und der US-Schifffahrt zuwenden. Hier werden unter anderem weitere Abgaben fällig, eine Art Gegenzölle. Die USA hatten ihrerseits bereits verschärfte Kontrollen und zusätzliche Gebühren für chinesische Schiffe, die US-Häfen anlaufen, aufgelegt.
🇨🇳🇺🇸CHINA'S MINISTRY OF TRANSPORT: STARTING OCTOBER 14, 2025, SPECIAL PORT CHARGES WILL BE IMPOSED ON VESSELS OWNED BY U.S. COMPANIES, ORGANIZATIONS, OR INDIVIDUALS.
— CN Wire (@Sino_Market) October 10, 2025
SPECIAL PORT CHARGES TO BE LEVIED ON VESSELS OPERATED BY U.S. ENTITIES, VESSELS OWNED OR OPERATED BY ENTITIES WITH… pic.twitter.com/T5hfQve8OW
Streit eskaliert zum Wochenende
Am Freitagabend lief das Fass dann wie erwartet doch über. Trump kündigte schnelle Vergeltung für Chinas Politik an, erneut sind zusätzliche Zölle von 100 Prozent im Gespräch. Neben den zusätzlichen Zöllen sind ab 1. November auch umfangreiche Exportkontrollen geplant.