HBM3E für Nvidia: Samsung produziert ohne Zertifizierung große Mengen vor

Volker Rißka
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HBM3E für Nvidia: Samsung produziert ohne Zertifizierung große Mengen vor

Samsung produziert bereits große Mengen an HBM3E, doch die Zertifizierung von Nvidia lässt weiterhin auf sich warten. Das ist ein gewagtes Spiel. Sollte Nvidia am Ende keine Freigabe erteilen, sitzt Samsung auf einem Berg an HBM3E, den der größte Abnehmer im Markt nicht braucht – das hätte ernste Konsequenzen.

Immer noch kein grünes Licht

Der Zertifizierungsprozess von Nvidia für Samsungs HBM3E ist nach wie vor nicht abgeschlossen. Hieß es zuletzt, es könnte eventuell schon im Juni etwas werden, vermelden neue Berichten aus Südkorea, dass Juli oder gar August wohl realistischer seien. Das bringt Samsung in eine Zwickmühle.

Sechs Monate Produktion in Vorleistung

Die Produktion von HBM3E dauert Monate. Von den Wafer-Rohlingen bis zum finalen und über zwölf Lagen gestapelten Chip kann bis zu ein halbes Jahr vergehen. Samsung kann also gar nicht abwarten, bis die Zertifizierung durch Nvidia abgeschlossen ist, um dann erst die Produktion hochzufahren, sondern muss eher starten – sonst ist der Zug für HBM3E schon fast abgefahren. Die entscheidende Frage ist nur, wie viel eher man beginnen muss?

Bereits Anfang Mai hieß es bei ZDNet Korea, Samsung habe die Produktion im ersten Quartal 2025, wahrscheinlich im Februar, hochgefahren, zu einer Zertifizierung im August wären entsprechende Chips aus diesen Linien also fertig. Doch eine weitere Verzögerung würde den Lagerbestand schnell massiv ansteigen lassen und potenziell Verluste bedeuten, sofern denn überhaupt ein Abnehmer für die Chips gefunden wird. Dabei dürften die Chips dann weitaus günstiger und mit verringerten Spezifikation an Kunden gebracht werden.

Sechs Monate in Vorleistung zu gehen, spricht letztlich für Samsungs Vertrauen, es dieses Mal wirklich zu schaffen. Nvidia dürfte Samsung vermittelt haben, dass es dieses Mal klappen wird. Einen weiteren Lieferant von schnellem HBM3E an der Hand zu haben, hilft schließlich auch Nvidia.

An einen erneuten Fehlschlag will deshalb niemand so recht denken. Der könnte schließlich die gesamte Strategie von Samsung im HBM-Bereich über den Haufen werfen. HBM3E mit zwölf Lagen könnte dann einfach komplett zu den Akten gelegt werden, der Fokus direkt und ausschließlich zu HBM4 umschwenken. Diesen Standard dürfte Samsung allerdings ohnehin auf der Prioritätenliste ganz oben haben, denn bei HBM4 könnte das Unternehmen mal wieder von Anfang an dabei sein und nicht erneut ins Hintertreffen geraten.

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