MediaTek zur Computex 2025: Tape-out für 2-nm-Chip im September, NVLink Fusion ab 2026+
MediaTek drückt weiter aufs Tempo für noch schnellere Chips, Dimensity 9500 und 9600 sind in Vorbereitung, 2-nm-Chips feiern ihren Tape-out im September. Mit Nvidia wird die Kooperation noch weiter vertieft, schon jetzt baut man nicht nur den GB10, sondern auch einen Chip mit MediaTek-CPU und GeForce RTX auf Blackwell-Basis.
In einer abwechslungsreichen Keynote hat MediaTeks CEO Dr. Rick Tsai einige interessante Phrasen verlauten lassen, die von nüchternen, interessanten, unterhaltsamen Ansagen bis hin zu solchen wie „big fucker“ reichten – damit beschrieb er einen ziemlich großen Netzwerkchip, den MediaTek baue.
Am Ende war es letztlich primär nur eine große Show, wie bei Nvidia, zumal deren CEO Jensen Huang für die letzten zehn Minuten dann auch noch mit auf die Bühne durfte.
MediaTek und Nvidia arbeiten in vielen Bereichen bereits zusammen
Beide wollen die Zusammenarbeit in einigen Bereichen vertiefen, andere Kooperationen wiederum laufen bereits seit einiger Zeit, bisher aber mitunter ohne die große Showbühne. Dass es dabei nicht immer rund läuft und alles im Zeitplan liegt, steht auf einem anderen Blatt und wird auf der Bühne nicht benannt. Der GB10-Chip für das DGX Spark zum Beispiel, der zur CES 2025 enthüllt wurde, sollte im Mai in Systemen verfügbar werden. Nun spricht man offiziell von Juli, inoffiziell heißt es bei den Partnern eher frühestens August.
Dies färbt dann auch auf das als „N1X“ kolportierte Projekte ab. Der laut Gerüchten geplante Nvidia-MediaTek-Chip für Notebooks sei spät dran, zudem kommen wohl auch Probleme mit Windows on Arm auf die beteiligten Unternehmen zu, wie der Analyst Ming-chi Kuo passend zur Computex erklärte. Das wäre bekanntlich nicht das erste Mal, Qualcomm hat das Ganze im letzten Jahr ebenfalls Kopfschmerzen bereitet. Am Ende war der Notebook-Chip von MediaTek und Nvidia deshalb heute noch kein Thema zur Keynote.
Dabei baut MediaTek mit Nvidia nicht nur schon den GB10, sondern auch einen Chip, der CPU-Kerne von MediaTek mit GeForce RTX paart. Dieser ist aber für das Automotive-Segment gedacht und soll in Kürze verfügbar werden – zeitlich genauer wird man dabei aber lieber nicht. Angekündigt hatte MediaTek die Partnerschaft bereits zur GTC 2024. Auch damals hielten sich MediaTek und Nvidia mit dem zeitlichen Ablauf zurück und nannten noch keine Abnehmer für das Produkt.
Und dann wäre da noch das neue NVLink Fusion. Auch hier ist MediaTek mit von der Partie, sie sind für das Design des Chip-zu-Chip-Chiplets und dessen Umsetzung verantwortlich. Hier erklärten Huang und Tsai auf der Bühne, dass durch die gewonnenen Erkenntnisse bei GB10, bei dem intern NVLink die Arm-Kerne mit der Blackwell-GPU verbindet, die Idee reifte, NVLink doch noch weiter zu öffnen. Das zeigt unterm Strich, dass die Zusammenarbeit von beiden auf vielen Ebenen schon stattfindet, und da am Ende durchaus noch Platz ist für einen gemeinsamen Notebook-Chip.
Aber NVLink Fusion dauert eben auch noch. MediaTek erklärte, dass Anfang 2026 mit den ersten Tape-outs zusammen mit weiteren Partnern zu rechnen sei. Ob final dann 2026 auch noch ein Produkt verfügbar sein wird, ist eher fraglich. Da sich die Zeitpläne zuletzt eher nach hinten verschoben haben, dürfte 2027 weitaus realistischer sein.
Im Smartphone greift MediaTek die Spitze an
MediaTek gehörte schon in der Vergangenheit stets zu frühen Kunden neuer TSMC-Fertigungstechnologie, das soll so fortgesetzt werden. Bereits im September sollen die Tape-outs der ersten Chips in N2 erfolgen. Neue Chips wie der Dimensity 9500 und Dimensity 9600 sollen wie ein Uhrwerk mit Regelmäßigkeit erscheinen, ließ Tsai verlauten, auch auf die folgenden Nodes TSMC A16 und A14 habe man bei MediaTek bereits ein Auge geworfen.
Zuletzt hatte MediaTek mit dem Kompanio Ultra bereits einen N3-Chip für High-End-Chromebooks veröffentlicht – auch damit dürfte das Unternehmen wieder Erfahrung für eine kommende Windows-on-Arm-Lösung sammeln.
MediaTek ist auf einem guten Weg, einen noch größeren Fußabdruck zu hinterlassen als bisher schon. Die Chips sind jetzt schon in einigen Bereichen kaum noch wegzudenken, zukünftig werden weitere Märkte folgen.
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