Nvidia: „Ohne neue Produkte sind wir raus aus China“
Der Stopp der H20-Chips für China trifft Nvidia härter als alles zuvor. Ohne die Absegnung neuer Chips ist man de facto raus aus China. Zur Computex 2025 vermeldete Nvidias CEO Jensen Huang, dass ein H20 nicht noch einmal groß weiter verändert werden kann. Hoffnung ruht nun auf einem kastrierten Blackwell-Chip.
Reuters brachte die Meldung zum Wochenende, die Fakten darin stammen aber aus einem Dokument, das bereits ab dem 20. Mai im Umlauf gewesen ist.
This is a report from China's GF Securities dated yesterday.
— Jukanlosreve (@Jukanlosreve) May 21, 2025
It includes a mention of the RTX 6000D. https://t.co/CJAMHE6B8h pic.twitter.com/jUTxv8FejB
Worum geht es?
Nach dem offiziellen Verkaufsverbot für Nvidias H20-Karten nach China seit Anfang April steht der Hersteller vor einer größeren Herausforderung, als es bei den letzten Verschärfungen der Handelsrestriktionen der Fall gewesen ist. Konnte sich Nvidia bisher schnell bereits drei Mal aus der Affäre ziehen und mit angepassten Chips die neuen Restriktionen befolgen, ist es dieses Mal komplizierter. Ohne neuen Chip ist Nvidia vom Datacentergeschäft in China ausgeschlossen, berichtet unter anderem Yonap aus Südkorea mit verweis auf staatliche chinesische Medien.
Die Gerüchte gingen deshalb zuletzt bereits in eine Richtung, die sich nun zu manifestieren scheint. Ein angepasster Blackwell-Chip wird es demnach werden, der jedoch nicht auf HBM und damit den schnellsten Speicher mit hoher Kapazität setzt, sondern GDDR7. Der Speicher soll so für den Chip eine Bandbreite von rund 1,7 TB/s bieten, H20 mit HBM brachte es auf 4 TB/s.
Der Blackwell-Chip würde deshalb deutlich günstiger werden, rund 6.500 bis 8.000 US-Dollar würde dieser kosten, H20 verkauft Nvidia in China für bis zu 12.000 US-Dollar. Denn für die Fertigung des eventuell B40 oder 6000D (in Anlehnung an die RTX Pro 6000) genannten Chips kann Nvidia auf klassisches Packaging zurückgreifen, kein teures und langwieriges CoWoS wäre nötig.
Das alles ist der Versuch, irgendwie in China präsent zu bleiben. Nvidias Chef erklärte in der vergangenen Woche, dass man nicht einverstanden sei mit den ganzen Restriktionen, letztlich seien diese auch gescheitert, denn China komme so oder so an die AI-Technologien. Nvidias Marktanteil ist von 95 Prozent im Jahr 2022 zuletzt auf 50 Prozent gesunken, erklärte Huang dazu. Huawei & Co wollen diese Lücken schließen.