Nvidia-Quartalszahlen: Blackwell liefert ab, Zuversicht lässt Aktienkurs steigen

Volker Rißka
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Nvidia-Quartalszahlen: Blackwell liefert ab, Zuversicht lässt Aktienkurs steigen

Nach einigen Rückschlägen wie dem H20-Bann in China wurden am Abend mit Spannung Nvidias Quartalszahlen erwartet. Die Erwartungen waren wie üblich extrem hoch und Nvidia lieferte vor allem dank Blackwell im Datacenter sehr gute Zahlen ab.

Mit einem Umsatz von 44,06 Milliarden US-Dollar traf Nvidia den oberen Rand der mittlerweile ziemlich vielen Prognosen und Vorhersagen. Die Zahl war am Ende doch ziemlich hoch, schließlich sorgte der H20-Bann nach China für eine gewaltige Umsatzdelle, wie Nvidia im Detail verriet:

NVIDIA incurred a $4.5 billion charge in the first quarter of fiscal 2026 associated with H20 excess inventory and purchase obligations as the demand for H20 diminished. Sales of H20 products were $4.6 billion for the first quarter of fiscal 2026 prior to the new export licensing requirements. NVIDIA was unable to ship an additional $2.5 billion of H20 revenue in the first quarter.

Die 4,5 Milliarden US-Dollar als Abschreibung drückten die Marge, von 71,3 fiel sie auf 61 Prozent. Der Gewinn lag bei 18,8 Milliarden US-Dollar, aufgrund der Restriktion also deutlich unter dem Wert des letzten Quartals, als 22 Milliarden US-Dollar übertroffen wurden.

Das Umsatzwachstum wird durch den H20-Bann auch im zweiten Quartal gebremst. Nvidia erwartet rund 45 Milliarden US-Dollar, zusätzliche acht Milliarden US-Dollar gehen durch das Verkaufsverbot durch die Lappen. Nvidia-CEO Jensen Huang bestätigte, dass der Verkaufsstopp in China das Ende von Hopper bedeute. Der Chip kann nicht weiter angepasst werden, er sei dann schlichtweg nutzlos.

Nvidia: Umsätze und Erlöse seit Q1/2006 (Fiskaljahr)
-10.000010.00020.00030.00040.00050.000Millionen US-Dollar Q1/2006Q3/2006Q1/2007Q3/2007Q1/2008Q3/2008Q1/2009Q3/2009Q1/2010Q3/2010Q1/2011Q3/2011Q1/2012Q3/2012Q1/2013Q3/2013Q1/2014Q3/2014Q1/2015Q3/2015Q1/2016Q3/2016Q1/2017Q3/2017Q1/2018Q3/2018Q1/2019Q3/2019Q1/2020Q3/2020Q1/2021Q3/2021Q1/2022Q3/2022Q1/2023Q3/2023Q1/2024Q3/2024Q1/2025Q3/2025Q1/2026

Der Umsatz wuchs vor allem in der Datacentersparte noch einmal um 73 Prozent gegenüber dem Vorjahr an. Aber auch mit GeForce & Co ging es wieder deutlich nach oben, 3,8 Milliarden US-Dollar Umsatz macht Nvidia hier nun wieder, Blackwell lieferte auch hier ein Rekordergebnis ab. Ebenfalls deutlich im Plus ist die Automotive-Sparte, Workstation-Grafikkarten halten sich auf vergleichbarem Niveau wie zuletzt.

Nvidia: Umsätze nach Segment seit Q1/2015 (Fiskaljahr)
010.00020.00030.00040.000Millionen US-Dollar Q1/2015Q3/2015Q1/2016Q3/2016Q1/2017Q3/2017Q1/2018Q3/2018Q1/2019Q3/2019Q1/2020Q3/2020Q1/2021Q3/2021Q1/2022Q3/2022Q1/2023Q3/2023Q1/2024Q3/2024Q1/2025Q3/2025Q1/2026

Dass nachbörslich der Aktienkurs von Nvidia um fünf Prozent zulegte, liegt an der Zuversicht. Ohne China ist zwar der Umsatz und Gewinn etwas geringer, dennoch wird alles andere verkauft, was produziert wird, im Endeffekt wird Nvidias Umsatz auch ohne China weiter wachsen. Das Lehrgeld, welches Nvidia mit den Problemen bei GB200 zum Start zahlte, soll sich nicht wiederholen, der Schwenk auf GB300 fließend erfolgen. Eine potenziell angepasste Blackwell-Version für China könnte zudem doch noch einige Milliarden in die Kassen spülen. Doch zu dem Thema hält sich Nvidia erst einmal – öffentlich zumindest – bedeckt.

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